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Greppin


Dieser Artikel behandelt den Ortsteil der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Zum Schweizer Psychiater und Ornithologe siehe Leopold Greppin.
Greppin
Höhe: 76 m
Fläche: 8,17 km²
Einwohner: 2673 (30. Jun. 2008)
Bevölkerungsdichte: 327 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2007
Postleitzahl: 06803
Vorwahl: 03493

Greppin ist ein Ortsteil der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt.

Geografie und Verkehr

Der Stadtteil Greppin liegt südwestlich der Mulde zwischen den beiden Stadtteilen Wolfen und Bitterfeld der neugebildeten Stadt.

Die Bahnstrecke Dessau–Bitterfeld–Leipzig verläuft direkt durch den Stadtteil. An dieser besitzt Greppin einen Haltepunkt, der stündlich von der Regionalbahn Leipzig/Halle – Bitterfeld – Dessau bedient wird. Außerdem verkehren hier die Stadtbuslinien 406 und 410.

Die Bundesstraße 184 führt westlich an Greppin vorbei. Die nahegelegene A 9 ist über die Anschlussstelle Bitterfeld in ca. 8 km Entfernung zu erreichen.

Geschichte

Greppin wurde im Jahr 1390 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte mit dem benachbarten Wohnplatz Wachtendorf [1] bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld.[2] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Landkreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt. Der Landkreis bestand bis 1952 und als Kreis Bitterfeld in kleinerem Umfang bis 1990 fort.[3] Im Mai 1990 wurde der Landkreis Bitterfeld wiedereingerichtet. Diesem gehörte Greppin an und ging mit ihm in den 2007 gegründeten Landkreis Anhalt-Bitterfeld auf.

In Greppin wurde 1701 im Rahmen der Hexenverfolgung gegen einen Bürger namens Andreas Blume ein Hexenprozess geführt, dessen Ausgang allerdings unbekannt ist.[4]

Im Jahr 1846 wurde am Rand von Greppin Braunkohle entdeckt und in den folgenden Jahrzehnten abgebaut. Die ebenfalls entdeckten Tonvorkommen wurden ab 1860 zunächst zur Produktion von einfachen Ziegeln genutzt. Seit 1857 besitzt Greppin einen Bahnanschluss, mit dem die geförderte Braunkohle und die Ziegel leichter abtransportiert werden konnten.

Mit Gründung der Greppiner Werke im Jahr 1872 und Modernisierung der Brennöfen konnten hier qualitativ hochwertige Klinkersteine gebrannt werden, die als Greppiner Klinker überregional bekannt waren und im Zeitraum von 1872 bis ca. 1900 für zahlreiche repräsentative Gebäude verwendet wurden, so auch für den Anhalter Bahnhof in Berlin. Die Greppiner Werke wurden 1932 geschlossen und demontiert.

1896 errichtete die Agfa ein Farbenwerk in Greppin, in dem Ende 1907 944 Arbeiter tätig waren.

In das Tagebaurestloch wurden ab 1932 bis zur Wende 1990 giftige und stark riechende Abfälle und Abwässer der chemischen Produktion eingeleitet. Unter dem vom Volksmund geprägten ironischen Namen Silbersee wurde diese Deponie zum Synonym für die Umweltbelastung in der DDR durch die sorglose Ablagerung von Chemieabfällen.

Am 1. Juli 2007 endete die Eigenständigkeit der Gemeinde Greppin durch die Eingliederung in die neugebildete Stadt Bitterfeld-Wolfen.[5] Ortsbürgermeister ist seit den vergangenen Kommunalwahlen Joachim Schunke (Freie Wähler Anhalt-Bitterfeld).

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1970 6.779
2005 2.835
2008 2.673

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 12. Oktober 1993 durch das Regierungspräsidium Dessau genehmigt und im Landeshauptarchiv Magdeburg unter der Wappenrollennummer 44/1993 registriert.

Blasonierung: „In Silber ein schwarzer Kühlturm mit schwarzem Rauch, begleitet von drei roten Seeblättern.“

Die Farben der Gemeinde sind Schwarz - Silber (Weiß).

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Greppin besitzt sowohl eine evangelische als auch eine katholische Kirche
  • Der Ort grenzt im Osten an die Muldenaue, ein Tiergehege liegt an dem Weg in die Aue.
  • Auf dem Ortsfriedhof erinnert ein Sammelgrab von fünf Italienern, vier Franzosen und einem Serben an Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

  • Grundschule (Neue Straße 32)

Persönlichkeiten

  • Gerhard Hoehme (1920–1989), deutscher Maler und Grafiker
  • Walter Möbius (1902–1979), Heimatmaler und Grafiker
  • Max Müller (1914–1944), Musiker, 1. Kapellmeister am Staatssinfonieorchester Danzig

Einzelnachweise

  1. Wachtendorf auf gov.genealogy.net
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 22 f.
  3. Der Landkreis Bitterfeld im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. Wilde, Manfred: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 517.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007

Weblinks

 Commons: Greppin  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ehemalige Gemeinde (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) | Ort im Landkreis Anhalt-Bitterfeld | Bitterfeld-Wolfen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Greppin (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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