Grand Ole Opry - LinkFang.de





Grand Ole Opry


Grand Ole Opry

Radiosender WSM
Ort Nashville, Tennessee
Sendejahre 1925 - heute
Moderator George D. Hay (1925–1944),
Grant Turner (1944–1991)

Die Grand Ole Opry ist die langlebigste Radioshow der US-Rundfunkgeschichte. Die seit 1925 allwöchentlich aus Nashville, Tennessee übertragenen Country-Musik-Konzerte haben seit Jahrzehnten Kultstatus.

Geschichte

Anfänge

Am 5. Oktober 1925 begann die der Versicherungsgesellschaft National Life & Accident Insurance Company gehörende Radiostation WSM mit dem Sendebetrieb. Einen Monat später stieg George D. Hay als Programmdirektor ein, der als Förderer der Old-Time Music galt. Die Geburtsstunde der Barn Dance Show, der Vorläuferin der Grand Ole Opry, schlug am 28. November des gleichen Jahres mit dem 77 Jahre alten Fiddler Uncle Jimmy Thompson als erstem Künstler. Von da an wurde die Show jeden Samstagabend gesendet und schnell zu einem großen Erfolg. Erste Stars waren Dr. Humphrey Bate and his Possum Hunters, DeFord Bailey oder Uncle Dave Macon.

1927 wurde die Show in Grand Ole Opry umbenannt. War die Reichweite des Radiosenders zunächst auf das ländliche Tennessee begrenzt, erhielt WSM Anfang der dreißiger Jahre einen neuen Frequenzbereich zugewiesen, der einen ungestörten Empfang in ganz Nordamerika ermöglichte. 1939 wurde WSM in das NBC-Network eingespeist. Die Bedeutung der Show nahm dadurch ständig zu. Für einen Country-Musiker war es das höchste Ziel, in der Grand Ole Opry aufzutreten.

In den Anfangsjahren wurde aus dem WSM-Studio gesendet, das sich in dem Versicherungsgebäude der National-Life-Versicherung befand. Nach einigen Zwischenstationen fand man 1943 eine neue Heimstätte im 3000 Sitzplätze umfassenden Ryman Auditorium, einer ehemaligen Kirche, deren rustikale Innenausstattung ein stimmungsvolles Ambiente für die Konzerte darstellte.

Aufstieg

Ende der 1930er-Jahre manifestierte die Opry ihren Ruf und Erfolg endgültig. Die Konzerte waren ständig ausverkauft und die Quote des Radiosenders stets zufriedenstellend. Trotz der Konkurrenz anderer Shows konnte die Opry sich immer behaupten. Sie förderte die jungen Talente sehr, die dort auftraten. Roy Acuff, Hank Williams oder Bill Monroe waren nur einige der Künstler, die durch ihre Auftritte in der Sendung berühmt wurden.

In den 1950er-Jahren nahm die Beliebtheit unter den jungen Hörern stark ab. Der um 1954 einsetzende Rock ’n’ Roll raubte der Country-Musik das jugendliche Publikum, und auch die Opry musste Verluste hinnehmen. Viele Künstler aus der „goldenen Ära“ bestritten aber weiterhin Stammauftritte. An die früheren Erfolge konnte jedoch nicht mehr angeknüpft werden; die Musikszene hatte sich zu stark verändert.

Umzug nach Opryland

Das Ryman Auditorium erwies sich trotz des nachlassenden Erfolges als zu klein. Am 16. März 1974 zog die Radio-Show aus der Innenstadt Nashvilles in den etwas außerhalb am Cumberland River gelegenen Entertainment-Komplex „Opryland“, dessen Konzerthalle 4400 Zuschauer aufnehmen kann und wesentlich mehr Komfort bietet. Der zum Opryland gehörende Vergnügungspark wurde 1997 geschlossen und in das Einkaufszentrum „Opry Mills“ und den größten Hotelkomplex der Welt, der nicht an ein Spielcasino angeschlossen ist, namens „Gaylord Opryland Resort & Convention Center“ umgebaut.

Die Bedeutung der Grand Ole Opry hat heutzutage etwas nachgelassen, der Kultstatus ist aber geblieben, wenn auch mittlerweile Touristen den größten Teil der Zuschauer darstellen. Die Shows werden nach wie vor vom amerikanischen Radiosender WSM sowie dem Fernsehsender Great American Country Network übertragen.

Politik der Opry

Das Management der Grand Ole Opry war bekannt für seine konservative Grundhaltung. Schlagzeug und E-Gitarre waren lange Jahre verpönt. Man versuchte, alle Modeströmungen aus der Show herauszuhalten. Der Rock ’n’ Roll, der seine Ursprünge in der Country-Musik hatte, wurde ignoriert. Am 2. Oktober 1954 trat ein junger Sänger namens Elvis Presley in der Grand Ole Opry auf; ihm wurde der Legende zufolge nach diesem einzigen Auftritt empfohlen, besser wieder als Lastwagenfahrer zu arbeiten.

Ein Künstler konnte Gastauftritte bestreiten oder ständiges Mitglied werden. Ein Problem der ständigen Mitglieder waren die harten Vertragsbedingungen. Für äußerst wenig Geld musste eine hohe Zahl von Auftritten zugesagt werden (anfangs 26 Samstagabend-Shows, später wurde die Zahl auf 20 reduziert, für Auslandskonzerte konnte man sich beurlauben lassen). Kündigte sich ein ständiges Mitglied bei Werbeaktionen für seine Tourneen als „Grand Ole Opry Star“ an, mussten 15 % der Einnahmen an die WSM abgeführt werden. Allerdings steigerten Interpreten, die Mitglied der Opry waren, die Verkaufszahlen ihrer Platten erheblich. Erst in den 1970er Jahren konnten es sich Stars wie Merle Haggard leisten, auf Auftritte dort zu verzichten.

Europäer in der Opry

Nachdem 1953 mit dem Entertainer Bobbejaan einer der ersten Europäer in der Grand Ole Opry aufgetreten war, absolvieren seitdem immer wieder außeramerikanische Künstler Gastauftritte, wie beispielsweise 1996 die deutsche Cripple Creek Band[1], 1998 Linda Feller[2] oder 2000 Tom Astor[3], ebenfalls beide aus Deutschland.

Ehemalige und aktuelle Mitglieder

Siehe Kategorie:Mitglied der Grand Ole Opry

Literatur

  • Jack Hurst: Grand Ole Opry. Abrams, New York 1975, ISBN 0-8109-0268-0
  • Jack Hurst: Nashville's Grand Ole Opry. The first 50 years, 1925–1975. Abrams, New York 1989, ISBN 0-8109-8094-0

Weblinks

 Commons: Grand Ole Opry  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/alteartikel/2972-cripple-creek-band-begeistert-auch-pop_.html
  2. http://www.linda-feller.de/biographie.php
  3. http://www.countrymusicnews.de/index.php?option=com_content&view=article&id=655:astor-tom-biografie&catid=28:kuenstlerportraits&Itemid=89

Kategorien: Radioshow | Country-Sendung (Fernsehen) | Country-Sendung (Hörfunk) | Fernsehsendung (Vereinigte Staaten) | Hörfunksendung (Vereinigte Staaten) | Gegründet 1925

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Grand Ole Opry (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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