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Grafenwöhr


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der WaldnaabVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 216,24 km²
Einwohner: 6521 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92655
Vorwahl: 09641
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 124
Stadtgliederung: 11 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
92655 Grafenwöhr
Webpräsenz: www.grafenwoehr.de
Bürgermeister: Edgar Knobloch[2] (CSU)
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Grafenwöhr ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Geografie

Geografische Lage

Grafenwöhr liegt im nordwestlichen Teil der Oberpfalz und damit im Oberpfälzischen Hügelland.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Stadt Grafenwöhr ist in elf Stadtteile eingeteilt:[3]

Truppenübungsplatz

Der größte Teil des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr gehört heute zum Stadtgebiet. Das ehemals gemeindefreie Gebiet Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit einer Fläche von 8749,97 Hektar, das die 1938/39 aufgelösten Gemeinden Haag, Höhenberg, Hopfenohe, Kaundorf, Leuzenhof, Nunkas, Oberfrankenohe und Pappenberg umfasste, wurde am 1. Juli 1978 vollständig in das Stadtgebiet eingegliedert und das gemeindefreie Gebiet damit aufgelöst.

Geschichte

Die Stadtgründung erfolgte im Jahr 1361. Bis 1421 war Grafenwöhr unter der Herrschaft der Landgrafen von Leuchtenberg, bis 1621/28 kurpfälzisch, danach kurbayerisch. Seit 1732 wird der 20. Januar, der Tag des hl. Sebastian (Pestpatron der Stadt), als örtlicher Feiertag/Patronatstag begangen. Bis 1900 hatte die Stadt nur 900 Einwohner, danach trat unter dem Einfluss des in der Nähe befindlichen Truppenübungsplatzes (gegründet 1908) ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. In Grafenwöhr wurde 1944 auch die neuaufgestellte italienische Division "San Marco" ausgebildet. Sie wurde am 18. Juli 1944 von Benito Mussolini besucht.

Grafenwöhr und das Übungsplatzgelände wurde am 5. April 1945 gegen 11 Uhr schwer bombardiert. Das Bombardement dauerte ca. 15 Minuten, dabei wurde das Heeresverpflegungsamt und der Militärbahnhof vollkommen zerstört; 74 Menschen kamen dabei ums Leben. Bereits am 8. April 1945 um 11.30 Uhr wurde Grafenwöhr ein weiteres Mal durch 203 amerikanische B17-Bombern wesentlich schwerwiegender bombardiert. Das Ostlager Grafenwöhr wurde vollkommen zerstört. Zwei Stunden dauerte das Bombardement, dabei wurden 427,5 t Sprengbomben und 178,5 t Brandbomben abgeworfen. 210 Gebäude wurden zerstört, über 3000 Menschen wurden obdachlos. Am 19. April 1945 rückte die 11. US-Panzerdivision in Grafenwöhr ein. Einen Tag später entdeckten die Amerikaner in Grafenwöhr drei Millionen chemische Artilleriegeschosse - das größte Giftgaslager der Wehrmacht. Am 21. April 1945 entdeckte die 11. US-Panzerdivision am Truppenübungsplatz ganze Wagenladungen mit Munition und anderes Kriegsgerät.[4]

Der Truppenübungsplatz wird derzeit von der US Army und der Bundeswehr genutzt.

Eingemeindungen

Im Jahr 1946 wurde ein Teil der ehemals selbständigen Gemeinde Thomasreuth eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Gmünd und Teile von Hütten, Kürmreuth und Sigras hinzu.[5] Zum 1. Juli 1978 wurde das gemeindefreie Gebiet Truppenübungsplatz Grafenwöhr eingemeindet.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist Edgar Knobloch (CSU).

Stadtrat

Der Stadtrat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 20 Stadtratsmitgliedern zusammen.

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen:

2002 2008 2014
CSU 11 8 9
SPD 07 8* 6
Freie Wählergemeinschaft 02 3 3
Die Linke 1* 2
Gesamt 20 20 20
  • * Während der Wahlperiode verließ ein Stadtrat die SPD-Fraktion und war seitdem fraktionslos. Heute ist er Vorsitzender des neu gegründeten Ortsverbandes der Partei DIE LINKE.

Wappen

Blasonierung: Gespalten; vorne die bayerische Raute, hinten in Schwarz ein rot gekrönter und bewehrter goldener Löwe.

Das Wappen ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt.

Städtepartnerschaften

  • Seit 1995 besteht eine Städtepartnerschaft mit Grafenwörth (Österreich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Bauwerke

  • Der bis 1911 von Wilhelm Kemmler errichtete Wasserturm ist heute ein Wahrzeichen der Stadt Grafenwöhr[6]
  • Historische Altstadt
  • Spätgotisches Rathaus von 1462
  • Zehentkasten von 1532
  • Pestsäule vermutlich von 1496
  • Restaurierter Teil der Stadtmauer
  • Schönberg mit Naturbühne
  • Kirche Maria Himmelfahrt
  • Friedenskirche
  • Annaberg mit Maria-Hilf-Kirche
  • Friedhofskirche St. Ursula (1593)
  • Schloss Grub, auch Hofmarkschloss genannt (1714)
  • Schloss Hammergmünd-Grafenwöhr (1762)

Baudenkmäler

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Grafenwöhr

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Grafenwöhr liegt direkt an der B 299.

Flugverkehr

Grafenwöhr verfügt über einen Militärflugplatz.
Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Nürnberg.

Solarpark Hütten

Im Stadtteil Hütten steht die größte Freiflächensolaranlage der Oberpfalz mit einer Spitzenleistung von 15,7 Megawatt. Sie erstreckt sich über 35 Hektar.[7]

Ansässige Unternehmen

Der Truppenübungsplatz ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region und bietet mehr als 3600 Personen einen Arbeitsplatz.

Im Gründerzentrum Grafenwöhr-Eschenbach-Pressath werden ratsuchende Existenzgründer beraten.

Öffentliche Einrichtungen

  • Stadthalle
  • Waldbad
  • Bars
  • Gaststätten
  • Fun-Park
  • Indoor-Spielplatz „MegaPlay“
  • Sportheim

Rundfunk und TV

  • bis Herbst 2008: Mittelwellensender des AFN
  • Oberpfalz TV (Regionalfernsehen)
  • Radio Ramasuri (Regional)
  • Radio Galaxy (Regional, Jugendsender)

Zeitung und Magazine

Deutschsprachige Zeitungen und Magazine

  • Stadtanzeiger (monatlich)
  • VierStädtedreieck Magazin (monatlich)
  • Der Neue Tag (Tageszeitung)
  • OWZ (Anzeigenblatt)
  • Rundschau (Anzeigenblatt)
  • grafenwoehr.com Newspaper (Bis Ende Dezember 2010)
  • grafenwoehr-news.com Newspaper (Bis Ende Dezember 2012)

Englischsprachige Zeitungen und Magazine

  • grafenwoehr.com Newspaper (Bis Ende Dezember 2010)
  • grafenwoehr-news.com Newspaper (Bis Ende Dezember 2012)
  • Stars and Stripes
  • Bavarian News (Bis Ende Oktober 2012)
  • Bavarian Times Magazin (Ab 2013)
  • MWR-Magazine

Bildung

  • Drei Kindergärten
  • Schulvorbereitende Einrichtung
  • Volksschule
  • St.-Michaels-Werk e. V. Berufsschule zur individuellen Lernförderung
  • Kaufmännisches Schulungszentrum

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Verwaltung. Stadt Grafenwöhr, 2014, abgerufen am 12. Mai 2014 (text/html, deutsch).
  3. Suchergebnis zu Grafenwöhr. Bayerische Landesbibliothek Online - Das Portal zu Geschichte und Kultur des Freistaats, abgerufen am 12. Mai 2014 (text/html, deutsch).
  4. German Vogelsang: SIE KOMMEN! Die letzten Kriegstage in der Oberpfalz 1945, Amberg 2015, ISBN 978-3-95587-008-9, S. 10-11;13-14;22-23.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seiten 459 und 460
  6. Gerald Morgenstern: Grafenwöhr / Glücksfall fürs Museum / Nachlass von Baurat Wilhelm Kemmler dokumentiert Übungsplatz-Geschichte , in der Version vom 11. November 2010 auf der Seite owz-online.de, der online-Ausgabe der Oberpfälzer Wochenzeitung (wöchentliches Anzeigenmagazin des Verlagshauses Der neue Tag)
  7. „Hoffnung auf sonnenreiche Zukunft“. Oberpfalznetz Abgerufen am 26. Juni 2013
  8. Olaf Meiler: Elvis Presley als Soldat auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr i.d. Oberpfalz. Deutsch-Amerikanisches Volksfest Grafenwöhr, 11. Januar 2005, abgerufen am 12. Mai 2014 (text/html, deutsch).

Weblinks

 Commons: Grafenwöhr  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Grafenwöhr (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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