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Grünhain


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Grünhain (Begriffsklärung) aufgeführt.
Grünhain
Höhe: 626 m
Fläche: 13,43 km²
Einwohner: 2281 (9. Mai 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2005
Postleitzahl: 08344
Vorwahl: 03774

Lage von Grünhain in

Grünhain ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Grünhain-Beierfeld im Erzgebirgskreis.

Geografie

Lage

Grünhain liegt etwa 8 Kilometer östlich von Aue im Erzgebirge. Westlich des Ortes liegt der 728 m ü. NN hohe Spiegelwald, nordöstlich der 760 m ü. NN hohe Schatzenstein.

Nachbarorte

Kühnhaide Burgstädtel
Bernsbach Elterlein
Beierfeld Waschleithe

Geschichte

Über die Erstbesiedlung von Grünhain liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Sicher ist, dass Gruninhain[2] erstmals 1231/33 urkundlich erwähnt wird und als oppidum bereits 1267 bezeugt ist. Die immense Bedeutung Grünhains für das Erzgebirge und darüber hinaus, vor allem in den drei Jahrhunderten vor der Reformation, ist einzig der Existenz des Grünhainer Klosters zu verdanken, das Anfang der 1230er Jahre aufgebaut wurde. 1285 gab Abt Dietrich dem Ort ein Stadtsiegel, das drei grüne Bäume und einen Auerhahn in sich führte. Nach der Auflösung des Klosters wurde Grünhain Sitz des gleichnamigen kursächsischen Amtes, das wiederum mehr als 300 Jahre Bestand hatte.

Mit Eröffnung der gleichnamigen Haltestelle erhielt Grünhain am 1. Mai 1900[3] Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Zwönitz–Scheibenberg. Am 21. August 1947 wurde der Verkehr im Teilabschnitt Zwönitz Elterlein endgültig eingestellt, die Gleisanlagen anschließend als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut.

Nachdem sich die Stadt im Verlaufe der 1990er Jahre immer größeren Schuldenlasten ausgesetzt gesehen hatte, gab sie mit ihren 2579 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2004) zum 1. Januar 2005 ihre Eigenständigkeit auf und wurde der benachbarten Gemeinde Beierfeld in die „Stadt Grünhain-Beierfeld“ eingegliedert.[4]

St. Nicolai-Kirche

Die St. Nicolai-Kirche ist eine klassizistische Saalkirche und wurde 1808 bis 1812 als typische sächsische Predigtkirche gebaut. Daher ist die Kanzel über dem Altar angebracht. Die nach der Restaurierung in den 2000er Jahren sehr helle Kirche hat eine flache geputzte Decke. Pfeiler tragen die beiden Emporen. Sie sind um den ganzen Innenraum herumgeführt, auch hinter dem Altarbereich. Dort sind die Emporen als verglaste Betstuben ausgeführt. Der Kanzelaltar mit zwei Säulen als Begrenzung datiert von 1812. Das Altarbild ist klein, es zeigt eine Abendmahlsdarstellung. Auch die Taufe ist klassizistisch. An den in Grünhain geborenen Barockkomponisten und Thomaskantor Johann Hermann Schein erinnern im Altarbereich ein Portrait und eine Gedenktafel aus dem Jahr 1897.[5] Die Orgelempore im Westen der Kirche zeigt eine leichte Wölbung in den Kirchenraum hinein. Die Orgel von Christian Gottlob Steinmüller datiert von 1812 und wurde 1912/1913 von der Zittauer Orgelbaufirma A. Schuster & Sohn umgebaut.[6][7]

Kloster

Nur noch die äußere Bruchsteinmauer, ein freistehendes Torgebäude, das wie ein Turm wirkt, die Außenmauern einer Scheune und die verschütteten Grundmauern der Klosterkirche sind vom ehemaligen Zisterzienserkloster St. Maria und St. Nikolaus erhalten. 1235 zogen vom Kloster Sittichenbach in der Grafschaft Mansfeld Mönche in das neu gestiftete Kloster in Grünhain. Ausgedehnter Grundbesitz, Kooperation mit dem Kloster Sittichenbach – so beim Klosterhof in Zwickau - und wirtschaftliche Aktivitäten ließen das Grünhainer Kloster schnell „zu einem der wichtigsten und reichsten Klöster im Erzgebirge“ werden.[8] Das Kloster wurde im Zuge der Reformation 1532 aufgehoben.

Hauptartikel: Kloster Grünhain

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahl [2]
1548/51 87 besessene Mann, 6 Häusler, 33 Inwohner, 4 Hufen
1764 124 besessene Mann und Häusler, 7 ¼ Hufen
1834 1389
1871 1656
Jahr Einwohnerzahl
1890 1751
1910 2587
1925 3058
1939 3356
Jahr Einwohnerzahl
1946 3243
1950 4657
1964 3815
1990 2905
Jahr Einwohnerzahl
2004 2579
2011 2281

Verkehr

Durch Grünhain führen die Staatsstraße 270 ZwönitzSchwarzenberg und die S 222 Schönbrunn–Zelle. Zwischen 1900 und 1947 hatte der Ort einen Bahnhof an der Bahnstrecke Zwönitz–Scheibenberg. Heute erinnern noch die Bahnhofsgebäude und die "Bahnhofstraße" an diese Zeit.

Literatur

  • Grünhain, Grünhayn . In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band, Zwickau 1816, S. 602–610.
  • Ernst Albin Seidel: Grünhain seit der Reformation. C. B. Ott, Zwönitz 1900 (Digitalisat )
  • Richard Steche: Grünhain. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 8. Heft: Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. C. C. Meinhold, Dresden 1887, S. 14.

Weblinks

 Commons: Grünhain  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Grünhain – Quellen und Volltexte
  • Grünhain im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Grünhain-Beierfeld, Stadt. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 29. Januar 2015 (PDF; 0,23 MB).
  2. 2,0 2,1 vgl. Grünhain im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Informationen zur Haltestelle Grünhain auf www.sachsenschiene.de, abgerufen am 1. Juni 2015
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  5. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, bearbeitet von Barbara Becker, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius u. a., München 1998, S. 375
  6. Ulrich Dähnert: Historische Orgeln in Sachsen, Leipzig 1983, S. 147f.
  7. Rolf Böttcher: Die Orgel in der St. Nicolai-Kirche zu Grünhain, in: Erzgebirgische Heimatblätter 36 (2014), Heft 5, S. 13-14. ISSN 0232-6078
  8. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, bearbeitet von Barbara Becker, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius u. a., München 1998, S. 375

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Grünhain (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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