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Gnuplot


Gnuplot
Aktuelle Version 5.0
(1. Januar 2015)
Betriebssystem Unix, GNU/Linux, Microsoft Windows, IBM OS/2, DOS, Mac OS, VMS, Atari BS
Kategorie Grafiksoftware
Lizenz Gnuplot Copyright
gnuplot.info

Gnuplot (Eigenschreibweise: gnuplot) ist ein skript- bzw. kommandozeilengesteuertes Computerprogramm zur grafischen Darstellung von Messdaten und mathematischen Funktionen (Funktionenplotter). Das Projekt Gnuplot wird seit 1986 kontinuierlich von einem internationalen Team ehrenamtlicher Entwickler vorangetrieben. Der Quellcode wird seit 2000 über SourceForge verwaltet.

Funktionsumfang

Gnuplot erzeugt verschiedene zwei- und dreidimensionale Plots, die interaktiv manipuliert werden können (insb. Vergrößern und Drehen). Die Plots können auf dem Bildschirm dargestellt und in verschiedenen Grafikformaten (zum Beispiel EPS, PNG, SVG und andere) abgespeichert werden.

Gnuplot gestattet einerseits die Definition eigener Funktionen, die geplottet werden können. Andererseits liest Gnuplot auch (Mess-)Daten aus Dateien ein und stellt diese grafisch dar. Die Daten können durch Anwendung von Funktionen nachverarbeitet werden. Weiterhin kann Gnuplot funktionale Zusammenhänge an die Daten anpassen (Fitten, Ausgleichsrechnung).

Einsatzbereich

Gnuplot stammt aus der Unix-Welt, läuft aber auf allen gängigen Betriebssystemen. Es besitzt keine eigene grafische Benutzeroberfläche, sondern wird von der Kommandozeile aus bedient oder über Skripte gesteuert. Ergänzend existiert eine Vielzahl grafischer Oberflächen für das Programm, etwa wxPinter[1], Xgfe, PlotDrop oder Qgfe unter Unix und wgnuplot unter Windows.

Im wissenschaftlichen Bereich ist Gnuplot sehr beliebt wegen seiner übersichtlichen Plots und der Möglichkeit, skriptgesteuert automatisch Plots aus Daten oder Messwerten zu erzeugen. Das Programm verarbeitet große Datenmengen effizient und ist im Vergleich zu kommerziellen Alternativen platzsparend und schnell. Die Originaldaten bleiben immer unangetastet und müssen auch nicht in einem „Worksheet“ vorgehalten werden.

Einbettung

Gnuplot ist als eigenständiges Anwendungsprogramm konzipiert, nicht als Grafikbibliothek. Um Gnuplot als Unterprogramm in andere Anwendungen einzubinden, wird daher ein Gnuplot-Prozess gestartet und über eine Pipe gesteuert. Grafikkommandos und Daten können über die Pipe an Gnuplot gesendet und verarbeitet werden.

Zu den Nutzern dieses Betriebsmodus gehören zum Beispiel die Numerik-Software GNU Octave und das Computeralgebrasystem Maxima.

Name und Lizenz

Gnuplot wird unter einer freien Lizenz vertrieben, welche Kopien und Modifikationen des Quellcodes gestattet. Modifizierte Versionen dürfen jedoch nur als Patches vertrieben werden.

Trotz seines Namens steht Gnuplot nicht in Verbindung mit dem GNU-Projekt und verwendet auch nicht die GNU General Public License: Ursprünglich sollte das Programm Newplot heißen. Da unter diesem Namen bereits eine Software existierte, benannten die Autoren ihr Projekt kurzerhand in Gnuplot um, was im amerikanischen Englisch homophon zum ursprünglichen Namen (= phonetisch gleich) ist. Das GNU-Projekt nennt seine Plot-Software wiederum plotutils.

Versionsgeschichte

Version Veröffentlichung Anmerkungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.0 27. Oktober 2004 Folgendes wurde hinzugefügt: die Funktion "defined(<Variablenname>)", die Plot-Option "smooth frequency", die Gitter-Optionen "layerdefault, front, back"[2]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.4 13. März 2010 Folgendes wurde hinzugefügt: neue Treiber für pngcairo pdfcairo wxt, Client-Seitiges interaktives Display mit dem HTML5 canvas-Element, bessere Internationalisierung, Unterstützung von Transparenz, neue Plot-Styles: circles rgbalpha[3]
Ältere Version; noch unterstützt: 4.6 12. März 2012 Einführung von Befehlsblöcken mit Hilfe geschweifter Klammern[4]
Aktuelle Version: 5.0 1. Januar 2015 Aktuelle Version[5]
Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Beispiele

Mathematische Funktionen

Die Funktion [math]f(x)=x^2[/math] wird zum Beispiel mit den folgenden Befehlen ausgegeben:

f(x)=x**2
plot f(x)

oder einfach

plot x**2

Der mit Gnuplot erzeugte Graph sieht bei Wahl von SVG als Ausgabeformat wie folgt aus:

Diagramm mit externen Daten

Mit Gnuplot lassen sich auch Diagramme zu beliebigen Datenzusammenstellungen erstellen: Die der Kurve zugrunde liegenden Daten befanden sich bei der Erstellung in separaten Dateien (in diesem Fall Banglapedia.dat und World_Factbook.dat) und sind auf der Bildbeschreibungsseite einzusehen.

set terminal svg enhanced size 350 200
set samples 1001  # hohe Qualität
set border 31 linewidth .3 # schmale Umgrenzung
set output "bangladesh_population_1900to2010.svg"
set xlabel "Year"
set ylabel "Population (millions)"
set key left top
plot "Banglapedia.dat" using 1:($2/1e6) with linespoints title 'Banglapedia' ,\
     "World_Factbook.dat" using 1:($2/1e6) with linespoints title 'World Factbook'

Der Code erzeugt folgende Grafik:

Literatur

  • Philipp K. Janert: Gnuplot in action – understanding data with graphs. Manning, 2010, ISBN 978-1-933988-39-9.
  • Lee Phillips: Gnuplot Cookbook – over 80 recipes to visually explore the full range of features of the world's preeminent open source graphic system. Packt Publishing, 2012, ISBN 978-1-84951-724-9.
  • Thomas Williams, Colin Kelley: Gnuplot 5.0 – Reference manual. Samurai Media Limited, 2015, ISBN 978-988-14436-4-9.

Weblinks

 Commons: Beispielplots mit Quelltext  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Daniel S. Steingrube: Steingrube . Abgerufen am 21. August 2015.
  2. Gnuplot 4.0. Abgerufen am 20. März 2012 (tar.gz, english, Die Daten sind aus der NEWS Datei.).
  3. GNUPLOT VERSION 4.4.0 Announce. Abgerufen am 20. März 2012 (txt, english).
  4. Gnuplot 4.6 unterstützt Code-Blöcke. Abgerufen am 20. März 2012.
  5. GNUPLOT Version 5.0 Release Notes. Abgerufen am 12. Januar 2015 (html, english).

Kategorien: Freie Mathematik-Software

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gnuplot (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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