Glockenturm - LinkFang.de





Glockenturm


Ein Glockenturm ist ein Turm, in dem Kirchenglocken, häufig in einem Glockenstuhl, aufgehängt sind. Er kann freistehend sein, an ein Gebäude angebaut oder auf einem Gebäudedach aufragen, wie zum Beispiel der Vierungsturm einer Kirche.

Funktionen des Glockenturms waren und sind die Kenntlichmachung von Zeitintervallen, das Anzeigen besonderer sozialer Ereignisse wie Gottesdienste, Hochzeiten und Beerdigungen oder die Warnung beispielsweise vor Feuer oder militärischer Gefahr. Auch in der bäuerlichen und industriellen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts waren auf Guts- und Herrensitzen Glockentürme in Kombination mit Uhrenschlagwerken zur Zeitgebung verbreitet.

Fast jeder Kirchturm ist als Glockenturm ausgelegt, es gibt aber auch Glockentürme bei profanen Bauten, wie den Glockenturm des Berliner Olympiastadions oder den Turm des Schöneberger Rathauses in Berlin. Eine wichtige Funktion hat der Glockenturm als Mahnmal wie u. a. im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald.

Bei der Konstruktion von Glockentürmen muss stets darauf geachtet werden, dass die schweren meist im oberen Teil des Turmes aufgehängten Glocken während des Läutens zu einer hohen Belastung der Turmkonstruktion führen können. Weil auch die Stabilität des Untergrunds maßgebend ist, stehen beispielsweise Glockentürme in Ostfriesland oft frei neben dem eigentlichen Kirchenbau und sind relativ niedrig ausgeführt.

Wenn die Glocken im Turm auch für die Verwendung als Musikinstrument konstruiert wurden, spricht man von einem Glockenspiel oder Carillon. Ein Beispiel hierfür bildet mit seinen 76 dafür ausgelegten Glocken der Rote Turm auf dem Marktplatz in Halle (Saale).

Eine der Wundererzählungen über den Bischof Gregor von Tours (538–594) liefert einen Hinweis, dass es im 6. Jahrhundert in Frankreich in einer höheren Position aufgehängte und mit einem Seil bewegte Glocken gegeben haben könnte. Anfang des 9. Jahrhunderts erwähnt eine Quelle, der Abt Ermharius († 738) habe eine Glocke anfertigen und sie in einem kleinen Turm (turricula) in der Abtei Saint-Wandrille in der Normandie aufhängen lassen. Nach diesen Türmchen mit Glocken Anfang des 8. Jahrhunderts wurden möglicherweise um die Mitte desselben Jahrhunderts in Frankreich oder Italien die ersten höheren Glockentürme errichtet.[1]

Der Glockengiebel ist in der Mittelmeerregion verbreiteter als im deutschsprachigen Raum.

Glockentürme (chinesisch 鐘樓 / 钟楼, Pinyin zhōnglóu, jap. shōrō) mit einem Trommelturm in der Nähe befinden sich auch in alten chinesischen Städten, sowie in buddhistischen Tempeln in China und davon beeinflussten Kulturen.

Spezielle Glockentürme

Weblinks

 Wiktionary: Glockenturm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Glockentürme  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. John H. Arnold, Caroline Goodson: Resounding Community: The History and Meaning of Medieval Church Bells. In: Viator, Bd. 43, Nr. 1, 2012, S. 99–130; diese Ausgabe : S. 1–31, hier S. 7

Kategorien: Glocke | Bauform (Turm) | Glockenturm

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