Glattschweinswale - LinkFang.de





Glattschweinswale


Glattschweinswale

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
Überfamilie: Delfinartige (Delphinoidea)
Familie: Schweinswale (Phocoenidae)
Gattung: Glattschweinswale
Wissenschaftlicher Name
Neophocaena
Palmer, 1899

Die Glattschweinswale (Neophocaena), auch Finnenlose Schweinswale genannt, sind eine Walgattung aus der Familie der Schweinswale (Phocoenidae). Ihr deutschsprachiger Trivialname leitet sich von der fehlenden Rückenflosse ab, die ihnen ein glattes, rundliches Aussehen verleiht.

Beschreibung

Glattschweinswale sind grau und am Bauch manchmal etwas heller. Einige Individuen haben einen dunklen Kinnriemen. Glattschweinswalen fehlt die Finne, dafür ist der Rücken mit einer Tuberkelreihe versehen. Diese Tiere erreichen eine Länge von 1,4 bis 2,20 Metern und ein Gewicht von 30 bis über 45 kg. Der Kopf ist klein und durch die Melone deutlich gerundet. Die Flipper sind schlank und laufen spitz zu, die sichelförmige Fluke hat eine deutliche Einkerbung.

Lebensweise

Glattschweinswale gelten als behäbige Tiere. Zum Atmen rollen sie sich an die Wasseroberfläche, Sprünge sind fast nie zu beobachten. Tauchgänge sind nicht länger als 11 bis 15 Sekunden. Sie leben in kleinen Gruppen, die selten aus mehr als vier Tieren bestehen. Ihre Nahrung besteht aus Fischen, Krebstieren (Garnelen) und Kopffüßern. Die Jungen werden nach einer Tragzeit von 11 Monaten geboren und 6 bis 15 Monate lang gesäugt.

Verbreitung

Glattschweinswale leben in den asiatischen Küstengewässern vom Persischen Golf bis Japan, besonders häufig sind sie in den indischen, indonesischen, chinesischen und japanischen Gewässern. Darüber hinaus findet man sie auch in Flussmündungen und sogar in Flüssen, wie beispielsweise dem Jangtsekiang. In den meisten Fällen halten sie sich in flachen, bis 50 Meter tiefen Gewässern auf.

Systematik

Im 18. Jahrhundert wurden insgesamt vier Glattschweinswalarten beschrieben, wobei die Beschreibung in den meisten Fällen nur auf einem einzigen Exemplar beruhte. Die Gattung wurde 1899 durch den amerikanischen Zoologen Theodore Sherman Palmer beschrieben. Im 20. Jahrhundert galt die Gattung als monotypisch mit Neophocaena phocaenoides als einziger Art. 2011 wurde eine zweite, schon 1972 beschriebene Art revalidiert und die Gattung Neophocaena damit in die Arten Neophocaena phocaenoides und Neophocaena asiaeorientalis aufgespalten. Letztere hat zwei Unterarten: N. a. asiaeorientalis, die sehr selten im Jangtsekiang vorkommt und die häufigere Unterart N. a. sunameri aus südkoreanischen und japanischen Gewässern.

Bedrohung

Für eine genaue Schätzung des Bedrohungsgrades gibt es zu wenig neue Daten. Durch ihre küstennahe Lebensweise stellen Faktoren wie Kollisionen mit Motorbooten, der Schifflärm, das Verfangen in Fischernetzen und die Verschmutzung der Meere Gefahren für die Tiere dar. Zwei Untersuchungen, eine aus den späteren 1970ern und eine aus dem Jahr 1999/2000 deuten an, dass Population und Verbreitungsgebiet der Gattung zurückgegangen sind. Die Gefährdung und der Rückgang der Populationen betrifft alle heute bekannten Arten und Unterarten. Wissenschaftler vermuten, dass dieser Rückgang schon seit Jahrzehnten anhält. Bei einer Zählung im Jahre 2006 konnten in dem chinesischen Fluss Jangtsekiang etwa 1.100 bis 1.200 Exemplare des dort beheimateten Glattschweinswals Neophocaena asiaeorientalis asiaeorientalis gezählt werden. Bei einer Zählung ein Jahrzehnt zuvor waren es noch rund 2.700 Tiere gewesen.[1]

Einzelnachweise

  1. Jangtse-Glattschweinswal Artensteckbrief, Hintergrundinformation, WWF Deutschland, Fachbereich Biodiversität, Artenschutz und TRAFFIC, Frankfurt am Main, Juni 2008, abgerufen am 2. Februar 2015

Literatur

  • Rüdiger Wandrey: Wale und Robben der Welt. Franckh-Kosmos Verlags GmbH, 1997, ISBN 3-440-07047-6
  • T. A. Jefferson und J. Y. Wang: Revision of the taxonomy of finless porpoises (genus Neophocaena): the existence of two species. Journal of Marine Animals and Their Ecology 4, S.3–16, 2011 PDF

Weblinks

 Commons: Glattschweinswale  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Wale

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Glattschweinswale (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.