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Gillenfeld


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: VulkaneifelVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Daun
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 14,99 km²
Einwohner: 1436 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54558
Vorwahl: 06573
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 027
Adresse der Verbandsverwaltung: Leopoldstraße 29
54550 Daun
Webpräsenz: www.gillenfeld.de
Ortsbürgermeister: Karl-Heinz Schlifter
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Gillenfeld (in Eifeler Mundart: „Jillwed“) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Daun an. Gillenfeld ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographische Lage

Der Ort liegt in der Vulkaneifel mit einem Vulkansee, dem Pulvermaar. Durch Gillenfeld führt der Maare-Mosel-Radweg auf der Trasse der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Wittlich nach Daun.

Zu Gillenfeld gehören auch die Wohnplätze Andreashof, Auf der Maarhöhe, Birkenhof, Erlenhof, Hof Römerberg, Johanneshof und Maarhof.[3]

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde der Ort Gillenfeld im Jahre 1016, als Kaiser Heinrich II. dem Koblenzer Florinsstift das Markt-, Münz- und Zollrecht zu Gilliveld verliehen hatte.[4]

Die Grundherrschaft zu Gillenfeld hatte das Stift St. Florin in Koblenz. Mit der Vogtei zu Gillenfeld waren die Herren von Kerpen belehnt. Durch Erbschaft kam die Vogtei an die Grafen von Manderscheid und zuletzt an die Herzoge von Aremberg. Aremberg hatte einen Schultheißen zu Gillenfeld. Die Schutzherrschaft über Gillenfeld stand dem Erzstift Trier zu und die Gemeinde musste deshalb jährlich einen Gulden, sechs Weideschafe und zehn Malter Hafer entrichten.[5]

Die von Kurtrier behauptete und vom Amt Daun ausgeübte Landeshoheit wurde vom Stift St. Florin und dem Herzog von Aremberg bestritten. In den Jahren 1722 und 1784 wurde deswegen Prozesse beim Reichskammergericht geführt, die aber nicht mehr entschieden wurden.[5]

Infolge der Französischen Revolutionskriege hatte Gillenfeld unter den Truppendurchzügen zu leiden. Von 1798 bis 1814 waren die Gillenfelder Angehörige der Französischen Republik bzw. des Französischen Kaiserreichs (ab 1804). Unter der französischen Verwaltung gehörte Gillenfeld zum Kanton Daun im Saardepartement. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde Gillenfeld so wie die gesamte Eifel dem Königreich Preußen zugeordnet. Gillenfeld war Sitz einer Bürgermeisterei im 1816 neu errichteten Kreis Daun des Regierungsbezirks Trier.

Zwischen 1836 und 1884 fand aus Gillenfeld eine große Auswanderungswelle nach Amerika und in das von den Franzosen eroberte Algerien statt, wobei 126 Menschen ihren Heimatort verließen. In den Jahren 1876 und 1887 wurde der Ort dann von zwei verheerenden Bränden heimgesucht.

1876 fiel das Unterdorf und 1887 das Oberdorf einer Feuersbrunst zum Opfer. Nur der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1880 ist es vielleicht zu verdanken, dass der Brand 1887 nicht die Ausmaße von 1876 erreichte. Auch als Pfarrort kann Gillenfeld auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1220 erscheint der Ort als Pfarrei. Zur heutigen Pfarrei Gillenfeld gehören die Orte Ellscheid, Saxler und Winkel. Pfarrkirche ist die 1898 erbaute St.-Andreas-Kirche, die neben der alten Kirche errichtet wurde, von der nur noch der Westturm erhalten blieb.

Die Ereignisse und die Zeit des Dritten Reiches gingen mit der Besetzung durch US-Truppen am 10. März 1945 in Gillenfeld zu Ende.

1968 wurde die neue Hauptschule gebaut, und das Dorf wurde durch die starke Nachfrage nach Baugrundstücken erweitert. Die 1970er Jahre brachten dann die Verwaltungsreform, welche zur Auflösung des Amtes Gillenfeld führte und zur Eingliederung in die Verbandsgemeinde Daun. Am 22. März 1988 führte die Streckenstilllegung Daun-Wittlich zur Schließung des Bahnhofes Gillenfeld.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Gillenfeld, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 537
1835 653
1871 700
1905 791
1939 1.121
1950 998
Jahr Einwohner
1961 1.039
1970 1.151
1987 1.241
1997 1.429
2005 1.476
2014 1.436

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Gillenfeld besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Wappen

Wappenbeschreibung:

„Durch Wellenschnitt geteilt; oben in Silber eine rote Krone (Kaiserkrone), unten in Blau ein silberner Krug.“[7]

Wappenbegründung:

Die Kaiserkrone symbolisiert die im 11. Jahrhundert vom Kaiser verliehenen Markt-, Münz- und Zollrechte; der Wellenschnitt und die blaue Grundfarbe des unteren Wappenteils weisen auf die Gillenfelder Maare und damit auch auf den Vulkanismus hin; der Krug erinnert an Grundherrschaft des Koblenzer Florinsstifts, auf verschiedenen Siegeldarstellungen des Stiftes wurde St. Florin immer mit einem Weinkrug dargestellt.

Das Wappen wurde am 28. November 1990 genehmigt.

Verkehr

Straße

Gillenfeld ist zu erreichen über die A 1/A 48 (Koblenz–Trier–Saarbrücken), Anschlussstelle Mehren/Gillenfeld, Richtung Zell/Mosel (B 421) oder die Anschlussstelle Gillenfeld/Manderscheid (A 1/A 48 Saarbrücken–Trier–Koblenz), weiter Richtung Gillenfeld (Pulvermaar/Holzmaar).

Bahn

Am 1. Dezember 1909 wurde Gillenfeld mit der Eröffnung der Maare-Mosel-Bahn an das deutsche Schienennetz angeschlossen. Seit dem 29. Mai 1988 ist Gillenfeld nicht mehr mit dem Zug zu erreichen.

Sehenswürdigkeiten

Gillenfelder Maare

Das Pulvermaar liegt unweit von Gillenfeld entfernt und ist nach dem Bodensee und den Voralpenseen der tiefste natürliche See Deutschlands. Im Sommer herrscht hier auch reger Badebetrieb. Zusammen mit dem Holzmaar bildet es die Gillenfelder Maare.

Die Trockenmaare – Dürres Maar und Hitsche Maar

Westlich des Alftals liegen in einer Vulkangruppe nebeneinander aufgereiht drei Maare: das Holzmaar, das Dürre Maar und das Hitsche Maar. Sie sind nacheinander entlang der geologischen Störungslinie entstanden: Zuerst im Nordwesten das Hitsche Maar, dann das Dürre Maar und zuletzt das Holzmaar im Südosten. Die vulkanische Tätigkeit wanderte also von Nordwesten nach Südosten. Das Hitsche Maar ist damit das älteste Maar und das Holzmaar das jüngste innerhalb dieser Maargruppe. Diese drei Maare sind während der Weichsel-Kaltzeit entstanden und vermutlich älter als 20.000 Jahre.

Die Altersabfolge der drei Maare lässt sich aus der Überlagerungsabfolge der Tuffe ableiten. So werden die Tuffe des Hitsche Maares von den Tuffen des Dürren Maares überdeckt und die Tuffe des Dürren Maares wiederum durch die Tuffe des Holzmaares, die demnach zuletzt ausgeworfen worden sind.

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Gillenfeld

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Gillenfeld  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2014 , Seite 70 (PDF; 2,4 MB)
  4. Heinrich Beyer: Rheinisches Urkundenbuch. Band 1, Hölscher, Coblenz 1860, Urkunde 290 (dilibri.de ).
  5. 5,0 5,1 Johann Friedrich Schannat, Georg Bärsch: Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel, Band 4, 1854, S. 59 (Google Books ).
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Friedbert Wißkirchen: Neue Gemeindewappen im Kreis Daun (Heimatjahrbuch 1992 Kreis Daun )

Kategorien: Ort im Landkreis Vulkaneifel | Gillenfeld | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gillenfeld (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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