Gewinnvergleichsrechnung - LinkFang.de





Gewinnvergleichsrechnung


Die Gewinnvergleichsrechnung ist ein statisches Verfahren der Investitionsrechnung und dient zum Vergleich mehrerer Investitionsalternativen. Sie stellt eine Erweiterung der Kostenvergleichsrechnung dar, welche im Gegensatz zu dieser Erlöse mit einbezieht. Es gibt zwei Gründe für die unterschiedliche Höhe von Erlösen zweier Investitionsobjekte.

  • Der erste Grund sind die unterschiedlichen quantitativen Leistungsfähigkeiten der Investitionsobjekte. Daher kann bei gleichem Erlös pro Stück ein höherer Erlös pro Periode erbracht werden, je mehr Stück pro Periode gefertigt wird, sofern der Absatzmarkt die Erzeugnisse zu einem unveränderten Preis aufnimmt.
  • Der zweite Grund sind die unterschiedlichen qualitativen Leistungsfähigkeiten der Investitionsobjekte. Es ist dadurch möglich einen unterschiedlich hohen Erlös pro Stück und einen gemäß unterschiedlich hohen Erlös pro Periode zu erzielen.

Durch die Einbeziehung der Erlöse lässt sich die Vorteilhaftigkeit einer Investition besser beurteilen. Es wird der Gewinn jeder Alternative ermittelt und die gewinnmaximale Alternative ausgewählt, denn ein kostengünstiges Investitionsobjekt muss nicht unbedingt Gewinn erbringen.

Beispiel

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Innerhalb eines Unternehmens sind die folgenden Daten für zwei sich ausschließende Investitionsalternativen gegeben. Es soll mit Hilfe der Gewinnvergleichsrechnung eine der beiden Alternativen ausgewählt werden.

Anlage I Anlage II
Daten der Anlagen
Anschaffungswert (€) 80.000,- 120.000,-
Nutzungsdauer (Jahre) 8 8
Liquidationserlös am Ende der Nutzungsdauer (€) 0,- 0,-
Kapazität (LE/Jahr) - fließt jedoch nicht in die Rechnung ein 15.000 15.000
Angenommene Auslastung (LE/Jahr) 10.000 15.000
Kalkulationszinsfuß (%/Jahr) 10 10
Fixe Kosten (€/Jahr) 1.000,- 1.700,-
Variable Kosten (€/Jahr) bei obiger Auslastung
Löhne und Lohnnebenkosten 16.000,- 8.000,-
Werkzeuge, Betriebsstoffe u.a. 3.800,- 4.000,-
Energie und sonstige variable Kosten 1.900,- 2.700,-
Erlös
Absatzpreis (€/LE) 4,50 3,70

(LE = Leistungseinheit)

Rechnung für Anlage I

[math] \begin{matrix} \mbox{Abschreibungen} &=& \frac{80.000,00 EUR - 0,00 EUR}{8 Jahre} = 10.000,00 \frac{EUR}{Jahr} \\ &&\\ \mbox{kalkulatorische Zinsen } &=& \frac{80.000,00 EUR + 0,00 EUR}{2} \cdot 10 \frac{\%}{Jahr} = 4.000,00 \frac{EUR}{Jahr}\\ &&\\ \mbox{Variable Kosten pro Leistungseinheit } k_{v} &=& \frac{16.000,00 \frac{EUR}{Jahr} + 3.800,00 \frac{EUR}{Jahr} + 1.900,00 \frac{EUR}{Jahr}}{10.000,00 \frac{LE}{Jahr}} = 2,17 \frac{EUR}{LE} \end{matrix} [/math]
[math] \begin{matrix} \mbox{Kosten } K_{gesamt} &=& 1.000,00 \frac{EUR}{Jahr} + (2,17 \frac{EUR}{LE} \cdot 10.000,00\frac{LE}{Jahr}) + 10.000,00 \frac{EUR}{Jahr} + 4.000,00\frac{EUR}{Jahr}\\ &&\\ &=& 36.700,00 \frac{EUR}{Jahr} \end{matrix} [/math]
[math] \begin{matrix} \mbox{Gewinn } G &=& 10.000\frac{LE}{Jahr} \cdot 4,50 \frac{EUR}{LE} - 36.700,00 \frac{EUR}{Jahr}\\ &&\\ &=& 8.300,00 \frac{EUR}{Jahr} \end{matrix} [/math]

Rechnung für Anlage II

[math] \begin{matrix} \mbox{Abschreibungen} &=& \frac{120.000,00 EUR - 0,00 EUR}{8 Jahre} = 15.000,00 \frac{EUR}{Jahr}\\ &&\\ \mbox{Kalkulatorische Zinsen} &=& \frac{120.000,00 EUR + 0,00 EUR}{2} \cdot 10 \frac{\%}{Jahr} = 6.000,00 \frac{EUR}{Jahr}\\ &&\\ k_{v} &=& \frac{8.000,00 \frac{EUR}{Jahr} + 4.000,00 \frac{EUR}{Jahr} + 2.700,00 \frac{EUR}{Jahr}}{15.000,00 \frac{LE}{Jahr}} = 0,98\frac{EUR}{LE}\\ \end{matrix} [/math]
[math] \begin{matrix} K_{gesamt} &=& 1.700,00 \frac{EUR}{Jahr} + (0,98 \frac{EUR}{LE} \cdot 15.000,00 \frac{LE}{Jahr}) + 15.000,00 \frac{EUR}{Jahr} + 6000,00\frac{EUR}{Jahr}\\ &&\\ &=& 37.400,00 \frac{EUR}{Jahr} \end{matrix} [/math]
[math] \begin{matrix} G &=& 15.000\frac{LE}{Jahr} \cdot 3,70 \frac{EUR}{LE} - 37.400,00 \frac{EUR}{Jahr}\\ &&\\ &=& 18.100,00 \frac{EUR}{Jahr} \end{matrix} [/math]

Anlage II hat zwar einen höheren Anschaffungswert, bringt aber mehr Gewinn.

Kritik

Die Gewinnvergleichsrechnung deckt ein breiteres Anwendungsspektrum als die Kostenvergleichsrechnung ab, da sie auch Investitionen mit verschiedenen Erlösen miteinander vergleichen kann. Ein weiterer Vorteil ist, wie auch bei der Kostenvergleichsrechnung, die einfache Anwendbarkeit. Die Gewinnvergleichsrechnung wartet jedoch auch mit einer Reihe von Nachteilen auf:

  • Die Betrachtung des Gewinns ist periodenbezogen.
  • Kurzfristigkeit des Gewinnvergleichs.
  • Auflösbarkeit der Kosten in fixe und variable Kosten kann schwierig sein.
  • Zurechenbarkeit der Erlöse.
  • Nichtberücksichtigung des Kapitaleinsatzes.

In der betrieblichen Praxis wird die Gewinnvergleichsrechnung seltener angewendet als die Kostenvergleichsrechnung, obwohl sie insgesamt positiver zu beurteilen ist.

Literatur

  • Klaus Olfert und Christopher Reichel: Finanzierung, 14. Auflage; Kiehl 2008.
  • Günter Wöhe, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 23. Auflage; Vahlen 2008
  • Klaus Olfert und Christoph Reichel: Investition, 10. Auflage; Kiehl 2006

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gewinnvergleichsrechnung (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.