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Gewürznelken-Baum


Gewürznelken-Baum

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Gattung: Syzygium
Art: Gewürznelken-Baum
Wissenschaftlicher Name
Syzygium aromaticum
(L.) Merr. & L.M.Perry

Der Gewürznelken-Baum (Syzygium aromaticum) ist eine Pflanzenart in der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Die Gewürznelken, auch Nelken genannt, sind die stark duftenden und brennend scharf schmeckenden, getrockneten Blütenknospen dieser ursprünglich auf den Molukken (Gewürzinseln) beheimateten Pflanzenart. Die Bezeichnung (von niederdeutsch Negelkin für Nägelchen) kommt von der an Nägel erinnernden Form der Knospen (französisch clou de girofle : clou = Nagel). Im alemannischen Sprachraum ist Nägeli geläufig.

Beschreibung

Der Gewürznelken-Baum wächst als immergrüner Baum, der Wuchshöhen von über 10 Meter erreichen kann.

Synonyme zum wissenschaftlichen Namen Syzygium aromaticum sind Caryophyllus aromaticus, Eugenia aromatica und Eugenia caryophyllata.

Geschichte

In Europa sind Gewürznelken seit dem frühen Mittelalter bekannt, wurden aber auch schon in der Antike als in Indien vorkommend[1] beschrieben. Auf den Handel hatten lange Zeit die Niederländer ein Monopol, die die Pflanze hauptsächlich aus Ambon verschifften, und auch heute noch werden Gewürznelken von den Molukken (unter anderem Ternate) zum großen Teil in Amsterdam und Rotterdam umgeschlagen.

Mittlerweile werden Gewürznelken weltweit angebaut. Als die der besten Qualität gelten die der Molukken, Sansibars (dessen Insel Pemba zugleich Hauptanbaugebiet ist) und Madagaskars.

Verwendung und Inhaltsstoffe

Die Knospen müssen vor dem Erblühen von Hand gepflückt werden. Nach dem Trocknen haben sie drei Viertel ihres Gewichts verloren. Gute, frische Nelken erkennt man daran, dass sie sich fettig anfühlen und etwas Öl absondern, wenn man mit dem Fingernagel gegen ihren Stiel drückt. Auch der Schwimmtest gibt Aufschluss über die Qualität: Hochwertige Nelken sinken in Wasser oder stellen sich zumindest senkrecht mit dem Köpfchen nach oben. Schlechte, das heißt mehr oder weniger entölte Nelken, schwimmen waagerecht auf der Wasseroberfläche.

Bestimmend für Geruch, Geschmack und Wirkung von Gewürznelken sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle, deren Anteil bis zu 15 % ausmacht. Sie bestehen im Wesentlichen aus 70 bis 85 % Eugenol (das auch in Zimt vorkommt), etwa 15 % Eugenolacetat und 5 bis 12 % β-Caryophyllen. Ein weiterer Bestandteil ist Oleanolsäure mit 2 %. Eugenol besitzt eine betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Gewürznelken als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist. Es soll auch gegen Mundgeruch wirksam sein. In einer Untersuchung haben spanische Wissenschaftler den Gehalt an ätherischen Ölen aus fünf mediterranen Gewürzen (Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei und Gewürznelken) untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass Gewürznelken den höchsten Gehalt an Antioxidantien (Polyphenolen) aufwiesen. Als Zusatz zu Fleischprodukten und anderen Nahrungsmitteln können diese die Fettoxidation aufhalten und einen gesundheitlichen Mehrwert bieten.[2]

Die kleinen braunen Knospen schmecken sehr intensiv. In der Küche werden Gewürznelken – vorsichtig dosiert – zum Würzen von Marinaden, Saucen, Wurst, Fleisch- und Fischgerichten, Lebkuchen und anderem verwendet. Sie sind auch Bestandteil von Currypulver. Essen sollte man nur den Nelkenkopf. Er schmeckt rund und edel, der Stängel ist dagegen fast penetrant bitter. In Fonds, Suppen und Punsch kocht man Nelken im Ganzen mit und entfernt sie am Ende der Garzeit. Im Mörser zermahlen würzen sie Weihnachtsgebäck und Currys.

Im Mittelalter wurden die Gewürznelken als leber-, magen- und hirnstärkend angesehen.[3]

Die indonesischen Kretek (Nelkenzigaretten, im deutschsprachigen Raum vor allem bekannt unter dem Namen des Marktführers Gudang Garam) enthalten neben Tabak einen erheblichen Anteil geschroteter Gewürznelken. Mehr als die Hälfte der Jahresernte wird für die Herstellung der indonesischen Nelkenzigaretten verbraucht.

Symbolik

Im Mittelalter war die Nelke ein Symbol der Passion Christi, da die Form von Blatt und Frucht bildhaft als „Nagel“ interpretiert wurde. Das Wort „Nelke“ entstand aus dem mittelniederdeutschen „negelken“, was so viel wie „Nägelchen“ bedeutete. Im Alemannischen heißen die Blumen noch heute „Nägeli“ („Nägelchen“).[4][5]

In dem Lied Guten Abend, gut’ Nacht erscheinen Nelken unter der Bezeichnung „Näglein“.

Trivialnamen

Für die Blütenknospen des Gewürznelkenbaums bestanden bzw. bestehen, zum Teil auch nur regional, die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Kramernageln, Kramernegelen, Kreidenelken, Kreidnelken, Muskatnogel (mittelhochdeutsch), Muskatnogelken (mittelhochdeutsch), Nägel (mittelhochdeutsch), Nägelin (mittelhochdeutsch), Nagelkin (mittelhochdeutsch), Nagelbaum (mittelhochdeutsch), Nagelbom (mittelniederdeutsch), Nagelein, Nagelin, Nagellin, Nalen (mittelniederdeutsch), Necheleche (althochdeutsch), Negelken, Neghelken, Neilikin (mittelhochdeutsch), Nelchen (mittelhochdeutsch), Nelchin, Nelgin (mittelhochdeutsch), Nelekin (mittelhochdeutsch), Nelikin (mittelhochdeutsch), Neylicken (mittelhochdeutsch) und Würznelken. Weitere Bezeichnungen sind: grot Necel, grote Negelken, Neghelken, groß Nelken, Mutternägelen und Mutternelken.[6]

Galerie

Einzelnachweise

  1. C. Plinii Secundi Naturalis historia. Hrsg. von D. Detlefsen, Berlin 1866–1882, Buch II, S. 218 f. (Kap. 12).
  2. Viuda-Martos et al.: Antioxidant activity of essential oils of five spice plants widely used in a Mediterranean diet. In: Flavour and Fragrance Journal. Band 25, Nr. (1), 2010, S. 13–19, doi:10.1002/ffj.1951 .
  3. Barbara Fehringer: Das „Speyerer Kräuterbuch“ mit den Heilpflanzen Hildegards von Bingen. Eine Studie zur mittelhochdeutschen „Physica“-Rezeption mit kritischer Ausgabe des Textes. Würzburg 1994 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, Beiheft 2), S. 92 („Cariofoli [lies: cariophylli] heißt negelin: die sint heiß und trucken in dem andern grate und hant ettwaz füchtniße [...]. Negelin benützt stercket die leber und den magen. Und [...] das hirn“).
  4. Dialektwoerter-Verzeichnis (schweizerdeutsch > hochdeutsch)
  5. Nelke – Gewürznelken – clous de girofle
  6. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 84. (online ).

Literatur

  • Elisabeth Vaupel: Gewürze - Acht kulturhistorische Kostbarkeiten, Deutsches Museum, München 2002, ISBN 3-924183-85-6.
  • E. A. Weiss: Spice Crops, Cabi, Wallingford / Oxon / New York, NY 2002, ISBN 0-85199-605-1.
  • Hermann Hager, Rudolf Hänsel, Konstantin Keller, Horst Rimpler: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Band 6, Drogen P-Z, Springer, Berlin 1996, ISBN 3-540-52639-0.
  • Ingrid und Peter Schönfelder: Das Neue Handbuch der Heilpflanzen, Botanik Arzneidrogen, Wirkstoffe Anwendungen, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12932-6

Weblinks

 Commons: Gewürznelke (Syzygium aromaticum)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gewürznelke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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