Gesellschafter - LinkFang.de





Gesellschafter


Ein Gesellschafter ist eine natürliche Person oder juristische Person des privaten oder öffentlichen Rechts, die als Mitglied an der Gründung einer Gesellschaft teilnimmt oder später in eine bestehende Gesellschaft durch Gesellschaftsvertrag oder kraft Gesetzes eintritt.

Allgemeines

Der Begriff Gesellschafter wird in Gesetzen nicht definiert, sondern als allgemein bekannt vorausgesetzt. So verlangt § 2 Abs. 1 Satz 2 GmbHG, dass der beurkundete Gesellschaftsvertrag von sämtlichen Gesellschaftern zu unterzeichnen ist. Gesellschafter im Sinne des § 16 Abs. 3 GmbHG ist der jeweilige Inhaber eines Geschäftsanteils, auf den nach § 14 Satz 1 GmbHG eine Einlage zu leisten ist. Als Gesellschafter gilt also, wer an seiner Gesellschaft beteiligt ist. In § 2 Mitbestimmungsgesetz ist eine differenzierende Legaldefinition enthalten, wonach unter Anteilseigner die Aktionäre von Aktiengesellschaften, Kommanditaktionäre von Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschafter von Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Gewerken von bergrechtlichen Gewerkschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit und Genossen von Erwerbs- und Genossenschaften verstanden werden. Aus § 54 AktG folgt im Zusammenhang mit der Überschrift des dritten Teils, dass die Aktionäre der AG deren Gesellschafter sind, wobei auch eine AG Gesellschafter einer anderen AG sein kann.[1]

Arten der Gesellschafter

Als Gesellschafter kommen neben natürlichen Personen auch juristische Personen in Frage. So kann etwa eine GmbH (juristische Person des Privatrechts) eine Gesellschafterfunktion als Komplementärin in einer KG übernehmen, wodurch die klassische Mischform einer GmbH & Co. KG entsteht. Zudem kommt es sehr häufig vor, dass Gebietskörperschaften (juristische Personen des öffentlichen Rechts) wie Gemeinden sich als Gesellschafter an öffentlichen Unternehmen mit privater Rechtsform beteiligen. Dadurch werden sie als Gesellschafter unternehmerisch tätig und unterliegen in dieser Funktion dann dem Privatrecht.

Gesellschaftsvertrag, Rechte und Pflichten

Die Gesellschafter sind zur Errichtung eines Gesellschaftsvertrags verpflichtet, der deshalb die formelle Grundlage der Gesellschaft bildet. Durch den Gesellschaftsvertrag werden die Gründer zu Gesellschaftern der gegründeten Gesellschaft. Der Gesellschaftsvertrag regelt das Verhältnis der Gesellschafter untereinander, die Führung der Geschäfte und die Vertretung der Gesellschaft nach außen, die Beteiligung am Gewinn und Verlust, das Ausscheiden von Gesellschaftern, die Aufnahme neuer Gesellschafter und die Auflösung der Gesellschaft. Mit seiner Gesellschafterfunktion übernimmt der Gesellschafter Rechte und Pflichten. Sie ergeben sich aus dem Gesetz (HGB, GmbH-Gesetz, AktG, GenG, PartGG, BGB) und aus dem Gesellschaftsvertrag. Insbesondere das GmbHG geht sehr detailliert auf Rechte und Pflichten ein; diese Normen können weitgehend bei anderen Rechtsformen analog angewandt werden. Gesellschafter kraft Gesetzes wird, wer durch Erbfolge die Gesellschafterposition eines verstorbenen Gesellschafters übernimmt.

Gesellschafter einer Personengesellschaft

Gesellschafter einer OHG, KG (Kommanditist, Komplementär), BGB-Gesellschaft tragen Unternehmerrisiko und sind am Vermögen, am Gewinn und Verlust der Gesellschaft beteiligt (Mitunternehmerschaft). Bis auf den Kommanditisten haften die Gesellschafter von Personengesellschaften für Gesellschaftsschulden unbegrenzt (und gesamtschuldnerisch) mit ihrem Privatvermögen, so dass es auf das bilanzielle Eigenkapital letztlich nicht ankommt.

Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft

Gesellschafter im Sinne des § 16 Abs. 3 GmbHG ist der Inhaber eines Geschäftsanteils (Anteilseigner), auf den nach § 14 Satz 1 GmbHG eine Einlage zu leisten ist. Nach § 2 Mitbestimmungsgesetz wird unter Anteilseigner ein Aktionär einer Aktiengesellschaft, ein Kommanditaktionär einer Kommanditgesellschaft auf Aktien, der Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung verstanden. Verfolgen die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft einseitig ihre Interessen gegenüber der Gesellschaft unmittelbar zum Nachteil der Gesellschaftsgläubiger, so kommt eine Haftung - über ihre Kapitaleinlage hinaus - aus vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung nach § 826 BGB in Betracht.[2]

Stiller Gesellschafter

Hauptartikel: Stille Gesellschaft

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Hans Brinckmann, Das entscheidungserhebliche Gesetz, 1970, S. 135
  2. BGH NJW 1979, 2104, 2105
Beachten Sie unsere <a href="/wiki/Rechtshinweise">Rechtshinweise</a>

Kategorien: Gesellschaftsrecht

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschafter (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.