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Gerhard P. Groß


Gerhard P. Groß (* 1958 in Mainz) ist ein deutscher Militärhistoriker und Oberst am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) der Bundeswehr.

Groß wurde 1988 bei Winfried Baumgart[1] am Fachbereich 16 Geschichtswissenschaft der Universität Mainz mit der Studie Die Seekriegsführung der Kaiserlichen Marine im Jahre 1918 zum Dr. phil. promoviert. Im Anschluss wirkte er bis 1996 als Dozent für Militärgeschichte an der Offizierschule des Heeres, ehe er im gleichen Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam (MGFA) wurde und bis 2003 als dessen Bereichsleiter Historische Bildung wirkte. Von 2003 bis 2010 leitete er innerhalb des MGFA-Forschungsbereichs Zeitalter der Weltkriege das Projekt Erster Weltkrieg und war von 2010 bis 2012 Leiter des MGFA-Forschungsbereichs IV Militärgeschichte der DDR im Bündnis. Seit 2013 steht er dem Forschungsbereich Deutsche Militärgeschichte ab 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, wie das MGFA seit seiner Umbenennung zum 1. Januar 2013 heißt, vor.

Groß nennt als seine besonderen Forschungsinteressen die Militärgeschichte der DDR, Geschichte des Ersten Weltkrieges und des Deutschen Kaiserreichs von 1871 bis 1918. Seine jüngste Studie 2012 zur Geschichte des operativen Denkens im deutschen Heer von Moltke bis Heusinger wurde in Wissenschaft und Publizistik positiv aufgenommen und als gelungene Widerlegung gängiger Thesen, wie der tendenziellen Allmacht der Generalstabs im Ersten Weltkrieg oder angeblich überlegener operativer Leistungen im Zweiten Weltkrieg, die nur durch Hitlers Dilettantismus gescheitert wären, bewertet.[2]

2014 wurde die englische Übersetzung von Der Schlieffenplan mit dem The Arthur Goodzeit Book Award ausgezeichnet.

Schriften (Auswahl)

  • Die Seekriegführung der Kaiserlichen Marine im Jahre 1918. Peter Lang, Frankfurt a. M. u. a. 1989, ISBN 3-631-41479-X (Zugl.: Mainz, Univ., Diss., 1988)
  • (Hrsg. mit Jörg Duppler): Kriegsende 1918. Ereignis, Wirkung, Nachwirkung (= Beiträge zur Militärgeschichte, Band 53). Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56443-9.
  • (Hrsg. im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes) Führungsdenken in europäischen und nordamerikanischen Streitkräften im 19. und 20. Jahrhundert. Mittler, Hamburg u. a. 2001, ISBN 3-8132-0762-5
  • (Hrsg. im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes) Die vergessene Front – der Osten 1914/15. Ereignis, Wirkung, Nachwirkung. Ferdinand Schöningh, Paderborn u. a. 2006, ISBN 978-3-506-75655-8
  • (Hrsg. mit Hans Ehlert und Michael Epkenhans) Der Schlieffenplan. Analysen und Dokumente (= Zeitalter der Weltkriege, Band 2). Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Schöningh, 2. Auflage, Paderborn u. a. 2007, ISBN 978-3-506-75629-9.
  • englische Übersetzung durch David T. Zabecki: The Schlieffen Plan: International Perspectives on the German Strategy for World War I. University Press of Kentucky, Lexington 2014, ISBN 978-0-8131-4746-8.
  • (Hrsg. mit Bernhard Chiari): Am Rande Europas? Der Balkan – Raum und Bevölkerung als Wirkungsfelder militärischer Gewalt (= Beiträge zur Militärgeschichte, Band 68). Oldenbourg, München 2009, ISBN 978-3-486-59154-5.
  • (Mit Michael Epkenhans und Burkhard Köster): Preussen. Aufstieg und Fall einer Grossmacht. Theiss, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8062-2418-4
  • Mythos und Wirklichkeit. Geschichte des operativen Denkens im deutschen Heer von Moltke d.Ä. bis Heusinger. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-77554-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jürgen P. Groß: Die Seekriegführung der Kaiserlichen Marine im Jahre 1918. Frankfurt am Main 1989, S. 9.
  2. Dieter Langewiesche: Rezension von: Gerhard P. Groß: Mythos und Wirklichkeit. Die Geschichte des operativen Denkens im deutschen Heer von Moltke d.Ä. bis Heusinger, Paderborn: Ferdinand Schöningh 2012 , in: sehepunkte, 13 (2013), Nr. 1 vom 15. Januar 2013; Klaus Naumann: Gerhard P. Groß: Mythos und Wirklichkeit Auch wenn eigene Kräfte fehlten: Gerhard P. Groß entzaubert das operative Denken im deutschen Heer . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. April 2013, S. 8.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard P. Groß (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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