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Gerechtsame


Gerechtsame (Plural „die Gerechtsame“, seltener „die Gerechtsamen“), auch Gerechtigkeit, ist das bis in das 19. Jahrhundert gebräuchlich gewesene Wort für das Recht oder Vorrecht, die „Gerechtigkeit“, mit der man etwas tat, besaß oder nutzte. Nach Adelung ist die Gerechtsame, „die in einem Rechte oder Gesetze gegründete Befugniß“.[1]

Arten der Gerechtsame

Das Wort tauchte meist in Wortfügungen auf: Eine Stadt konnte eine bestimmte Gerechtsame einrichten – etwa eine Buchhandelsgerechtsame, die dem Inhaber der Gerechtsamen den Betrieb einer Druckerpresse und den Verkauf von Büchern gestattet.

Weiter gab es zum Beispiel:

„Auf dieser Mühle lagen die Gerechtsame des Bier- und Branntweinschankes, des Tanzhaltens, sowie des Schwarz- und Weißbackens“, so die typischen Formulierungen, die in der Regel mit Erlaubnis, Konzession oder Lizenz zu übersetzen sind. Die Gerechtsame konnte sich auch auf das Nutzungsrecht an einem Grundstück beziehen.

Gerechtsame waren wie Grundstücks-, Eigentums- und andere Nutzungsrechte vererbbar. Viele Gerechtsame standen in Zusammenhang mit den Regalien, den königlichen Rechten, und wurden von den Herrschern bzw. ihren Lehensmännern oder den Bischöfen verliehen, dafür hoben diese dann den Zehent oder eine Pacht ein. Gerechtsame konnten auch gegen Zins weiterverliehen werden.

Die „Gerechtsame der väterlichen Gewalt“ lautete der deutsche Begriff für das ius patriae potestatis.

Der Betrieb eines Bergwerkes erforderte eine diesbezügliche Berechtsame, sie umschloss die zu einem Bergwerk gehörenden Nutzungsrechte an einem Grubenfeld. Der heute in Deutschland gültige Begriff ist Bergwerkseigentum, siehe Bundesberggesetz.

Quellen

  • Ihrer Kaiserl. Königl. Apostolischen Majestät Gerechtsamen und Maßregeln in Absicht auf die Bayerische Erbfolge in der wahren Gestalt vorgeleget, und gegen die Widersprüche des Berliner Hofes vertheidiget. Johann Thomas Edlen von Trattnern, Wien 1778.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Siehe Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart , 1811.

Kategorien: Rechtsgeschichte (Deutschland) | Bergrecht (Deutschland)

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