Gera Hauptbahnhof - LinkFang.de





Gera Hauptbahnhof


Gera Hauptbahnhof
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise

6

Abkürzung

UG

IBNR 8010125
Vorlage:Infobox Bahnhof/Wartung/IBNR in Wikidata verschieden von lokaler IBNR
Kategorie

3

Eröffnung

19. März 1859

Profil auf Bahnhof.de Gera_Hbf
Lage
Stadt/Gemeinde

Gera

Land Thüringen
Staat Deutschland
}
Höhe (SO) 192 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Thüringen
i16i18

Der Geraer Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof der thüringischen Stadt Gera. Gera ist eine der größten Städte Deutschlands ohne Fernverkehrsanschluss und ohne elektrifiziertes Schienennetz. Als Knotenpunkt im Regionalverkehr besitzt der Bahnhof aber dennoch eine gewisse Bedeutung. Er ist in der Bahnhofskategorie 3 eingestuft.

Geschichte

Die Eisenbahn erreichte Gera im Jahr 1859 von Halle (Saale) über Weißenfels und Zeitz. Damals wurde auch an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs ein erster Bahnhof, der Preußische Bahnhof (in Unterscheidung zum Sächsischen Bahnhof, dem heutigen Südbahnhof), gebaut. In der Folgezeit wurden weitere Bahnstrecken nach Gera errichtet, die im Hauptbahnhof zusammenliefen: 1865 zur Strecke Leipzig–Hof nach Gößnitz im Osten, 1871 nach Saalfeld im Südwesten, 1873 nach Leipzig im Norden, 1875 nach Plauen im Süden, 1876 nach Erfurt im Westen und nach Zwickau im Südosten, 1880 nach Eisenberg im Nordwesten und 1883 nach Zeulenroda-Triebes bzw. nach Hof im Süden. Dem Personenbahnhof waren ein nördlich davon gelegener kombinierter Rangier- und Güterbahnhof sowie ein Bahnbetriebswerk angeschlossen, beide sind inzwischen stillgelegt. 1892 erhielt kurz nach Betriebsaufnahme der Straßenbahn der Güterbahnhof einen Straßenbahnanschluss, an dem Güterwaggons auf Rollböcke gesetzt wurden um anschließend zu den Geraer Fabriken transportiert zu werden. Zugreisende erhielten 1893 mit Eröffnung einer neuen Straßenbahnlinie ab dem Bahnhofsvorplatz einen direkteren Zugang zur Stadt.

1881 wurde das Empfangsgebäude durch das Architekturbüro von der Hude & Hennicke errichtet. Beim Umbau 1958/63 wurden diverse Fassadenverzierungen entfernt.

Seine Blütezeit erlebte der Bahnhof zwischen den beiden Weltkriegen, nachdem die gläserne Bahnhofshalle 1911 fertiggestellt worden war. Damals lief ein Teil des Verkehrs Berlin–Leipzig–München durch Gera und die Strecken nach Saalfeld, Erfurt und Leipzig waren zweigleisig ausgebaut.

Das zweite Gleis wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung an die Sowjetunion entfernt, und der Bahnknoten Gera verlor durch die deutsche Teilung an Bedeutung. Der wichtige Nord-Süd-Verkehr von Berlin nach Bayern durch den Hauptbahnhof verkehrte über die Saalbahn via Probstzella.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden einige Nebenstrecken (nach Zwickau über Wünschendorf sowie nach Eisenberg) stillgelegt, gleichzeitig wurden aber auch neue Strukturen diskutiert. Politisch heftig umstritten ist hierbei vor allem die Mitte-Deutschland-Verbindung, die in Ost-West-Richtung durch Gera führt.

In den 1990er-Jahren gab es noch Fernverkehrszüge über Gera, allerdings verlagerte sich der Verkehr in Nord-Süd-Richtung auf die elektrifizierte und zweigleisig ausgebaute Saalbahn durch Jena und der Ost-West-Verkehr auf die elektrifizierte und zweigleisig ausgebaute Strecke über Leipzig, sodass inzwischen nur noch Regionalverkehr im Hbf stattfindet. Ein Intermezzo des privaten Fernverkehrs gab es zwischen 2002 und 2006 mit dem InterConnex nach Berlin und weiter nach Rostock, welcher seit 2006 aus Kostengründen jedoch elektrisch betrieben wurde und daher nur noch ab Leipzig fuhr und seit dem Fahrplanwechsel Dezember 2014 komplett eingestellt ist.[6]

Umbau 2005–2007

In den Jahren 2005 bis 2007 wurde der Bahnhof umfangreich saniert und im April 2007, kurz vor Eröffnung der Bundesgartenschau 2007, feierlich übergeben. Die Geraer Straßenbahn erhielt zeitgleich wieder eine Anbindung an den Hauptbahnhof.

Verkehr

Folgende Linien von DB Regio, Erfurter Bahn und Vogtlandbahn halten in Gera Hbf (Fahrplan Dezember 2015):

Linie Linienverlauf Takt Fahrzeuge Anmerkungen
RE 1 GöttingenErfurtJena-GöschwitzGeraGößnitzGlauchau (Sachs) / Elsterberg 120 min Baureihe 612 1
RE 3 Erfurt – WeimarGera – Ronneburg (Thür) – Altenburg 120 min Baureihe 612 1, 2
EBx 12 LeipzigZeitzGera – Weida – Pößneck ob Bf – Saalfeld (Saale) 120 min Stadler Regio-Shuttle RS1 3
EBx 13 Gera – Weida – Zeulenroda unt Bf – Mehltheuer – Hof 120 min Stadler Regio-Shuttle RS1 4
EB 21 Gera – Hermsdorf-Klosterlausnitz – Jena-Göschwitz – Weimar 60 min
120 min
Stadler Regio-Shuttle RS1 5
EB 22 Leipzig – Zeitz – Gera – Weida – Pößneck ob Bf – Saalfeld (Saale) 120 min Stadler Regio-Shuttle RS1 3
VL 4 Gera – Berga (Elster) – Greiz – Plauen (V) unt Bf – Weischlitz – Bad BrambachAdorf (Vogtl) 120 min
240 min
Stadler Regio-Shuttle RS1 6

Außerdem verkehren morgens ein Regionalexpress durchgängig über Erfurt und Suhl bis nach Würzburg sowie eine Regionalbahn durchgängig über Saalfeld bis Blankenstein.

Anmerkungen:

1) Durch Linienüberlagerung von RE1 und RE3 ergibt sich zwischen Erfurt und Schmölln ein Stundentakt.
2) Der RE3 ist umlauftechnisch mit dem RE7 (Erfurt - Würzburg) verknüpft, so dass nach Aufenthalt in Erfurt umsteigefrei bis Würzburg durchgefahren werden kann. Wochentags verkehrt morgens ein zusätzlicher RE ab Gera mit kurzem Aufenthalt in Erfurt direkt nach Würzburg.
3) Durch Linienüberlagerung von EBx13 und EB22 ergibt sich zwischen Leipzig und Saalfeld ein Stundentakt.
4) Einzelne Züge verstärken die Linie bis Zeulenroda zeitweise auf einen Stundentakt.
5) Der Stundentakt wird nur werktags und nur zwischen Jena-Göschwitz und Weimar gefahren, wovon morgens und am Nachmittag einige Züge auch bis Gera verkehren.
6) Durch Linienüberlagerung von VL4 und RE1 ergibt sich zwischen Gera und Greiz ein Stundentakt.

Gleise

Der Bahnhof besitzt mehrere Gleise, wovon aber nur sechs einen Bahnsteig besitzen.

Gleis Länge in m[7] Höhe in cm[7]
1 164 55
2 164 55
3 395 55
4 395 55
5 355 55
6 355 55

Kommunaler Nahverkehr

Vor dem Hauptbahnhof befindet sich der Geraer Busbahnhof. Hier beginnen/enden im Regionalverkehr Buslinien der Regionalverkehr Gera/Land GmbH (RVG), der Personen- und Reiseverkehrs GmbH (PRG), des Omnibusbetriebs Piehler, der THÜSAC Personennahverkehrsgesellschaft mbH sowie der Omnibusverkehr Saale-Orla Rudolstadt GmbH (OVS). Seit November 2006 hält die damals neu eröffnete Stadtbahnlinie 1 der Geraer Straßenbahn in einer Eisenbahnunterführung unter den Bahnsteigen des Hauptbahnhofs. Am 1. Oktober 2012 nahm Berlin Linien Bus (BLB) die Fernbusverbindung von Gera nach Frankfurt/Main den Betrieb auf, welche seit 1. Dezember weiter bis Dresden verkehrt. Seit 29. April 2014 verkehrt MFB MeinFernbus täglich von Gera nach Berlin[8] und seit 11. Juli verkehrt Flixbus täglich von Gera nach Hamburg[9].

Linie Lauf
1
Untermhaus – Heinrichstraße – Zwötzen
OVS 810 Gera – Auma – Schleiz
PRG 27 Gera – Weida – Hohenölsen – Greiz
PRG 28 Gera – Weida – Hohenleuben – Zeulenroda
RVG 200 Gera – Lindenkreuz – St. Gangloff – Reichenbach – Hermsdorf
RVG 202 Gera – Münchenbernsdorf – Hopfenberg – Schwarzbach
RVG 203 Gera – Caaschwitz – Crossen – Eisenberg
RVG 204 Gera – Tautenhain – (Hermsdorf) – Eisenberg
RVG 205 Gera – Mühlsdorf – Rüdersdorf – Hartmannsdorf – Gera
RVG 208 Gera – Pölzig – Heuckewalde
RVG/Piehler 213 Gera – Werdau – Zwickau
RVG 214 Gera – Crimla – Weida
RVG 219 Gera – Wünschendorf – Linda – Wolfersdorf – Seelingstädt
RVG 221 Gera – Schafpreskeln – Wolfsgefärth – Seifersdorf
RVG 222 Gera – Kaltenborn – Kraftsdorf – Hermsdorf
RVG 233 Gera – Hundhaupten – Birkhausen
RVG/GVB 235 Gera – Schwaara – Dorna – Röpsen – Gera
Gera – Schmölln – Altenburg

Literatur

Einzelnachweise

  1. Mitteilung von Veolia Verkehr
  2. 7,0 7,1 Bahnsteiginformationen zum Hauptbahnhof Gera auf deutschebahn.com
  3. Neue Fernbuslinie von Gera nach Berlin
  4. Immer neue Fernbusse unterwegs: Direkt von Gera nach Hamburg

Weblinks

 Commons: Gera Hauptbahnhof  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Verkehrsbauwerk in Gera | Bahnhof in Thüringen | Hauptbahnhof in Deutschland

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gera Hauptbahnhof (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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