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Georg (Mecklenburg)


Georg, Großherzog von Mecklenburg [-Strelitz] (* 12. August 1779 in Hannover; † 6. September 1860 im Jagdhaus Schweizerhaus bei Carpin[1]) war von 1816 bis 1860 Großherzog von Mecklenburg im Landesteil Mecklenburg-Strelitz.

Leben

Georg (Friedrich Karl Joseph) war der dritte Sohn des Herzogs Karl (Ludwig Friedrich) (Erbprinz, später als Großherzog Karl II. Regent im Landesteil Mecklenburg-Strelitz) und der Prinzessin Friederike von Hessen-Darmstadt. 1795 immatrikulierte er sich an der Universität Rostock.[2] Am 6. November 1816 trat er die Nachfolge seines Vaters als Großherzog an. 1817 heiratete er Prinzessin Marie von Hessen-Kassel. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:

In seine Regierungszeit fielen unter anderem die Verbesserung des Volksschulwesens, die Aufhebung der Leibeigenschaft und die bauliche Renovierung der Residenz Neustrelitz durch den Bau der Schlosskirche, die Neugestaltung der Orangerie und den Neubau mehrerer öffentlicher Gebäude (Neustrelitzer Rathaus) im klassizistischen bzw. im neugotischen Stil (Karolinenpalais). Zudem ließ Georg eine Reihe alter Baudenkmäler erneuern, z. B. die Marienkirche in Neubrandenburg, und so vor dem endgültigen Verfall bewahren. Als Schöngeist verkehrte oder korrespondierte Georg mit Berühmtheiten der Literatur- und Kunstwelt seiner Zeit, zum Beispiel mit Goethe. Politisch verfolgte er als junger Mann fortschrittliche, später aber zunehmend reaktionäre Ziele.

Politisch war Georg ein entschiedener Gegner der Revolution in Mecklenburg (1848), welche auf eine Umwandelung von Mecklenburg zu einem modernen Verfassungsstaat mit konstitutioneller Monarchie abzielte. Eine solche Entwicklung hätte Georg den Thron und sein kleines (Teil-) Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz wahrscheinlich die Existenz gekostet. Georg verhinderte nicht nur die Beteiligung des von ihm regierten Landesteils und von dessen demokratisch gewählten Vertretern an dem nur im Landesteil Mecklenburg-Schwerin eingeleiteten Transformationsprozess. Durch den von Georg initiierten Freienwalder Schiedsspruch brachte er auch schliesslich auch die im Schweriner Landesteil eingeleiteten Reformen zu Fall. Der Rückfall und Verharren beider mecklenburgischer Teilstaaten auf der Stufe eines spätfeudalen Ständestaats in den folgenden Jahrzehnten gehen maßgeblich auf die Politik Georgs zurück.

Nachdem Georg seine politischen Gegner entweder aus dem Land oder in die Resignation gejagt hatte, war Georg in seinem Großherzogtum vom Rest der Bevölkerung angesehen, da er sich durch eine Politik der wirklichen Hilfe und Nächstenliebe auszeichnete. Dies zeigt das folgende Beispiel: Als der Altstrelitzer Pastor 1855 um die Genehmigung bat, eine Glocke für die Klein Trebbower Dorfschule anschaffen zu dürfen, um einen geregelten morgendlichen Schulbeginn der Kinder zu gewährleisten, ließ Georg antworten, die Trebbower sollten Geld sammeln, um davon die Glocke selbst bezahlen zu können; man möge ihn aber informieren, bevor es soweit sei. Nach geraumer Zeit war Geld für eine leidlich kleine Glocke zusammengekommen, ein Kostenvoranschlag einer Glockenbaufirma aus dem pommerschen Demmin lag ebenfalls vor. Der Pastor bat um Genehmigung für die Auftragserteilung. Die Antwort des Großherzogs Georg kam sofort und lautete sinngemäß: Die Glocke darf in Auftrag gegeben werden; sie soll jedoch von doppelter Größe angefertigt werden. Die dazu noch fehlenden Kosten werde er als Großherzog tragen. Somit wurde eine größere Glocke angeschafft, die jetzt den Unterrichtsbeginn einläutete.[3]

Die Einwohner Mecklenburg-Strelitz´ brachten aus eigenem Antrieb die Idee auf, ihm ein Denkmal zu setzen. Eine diesmal nicht durch den Landesherrn unterstützte Geldsammlung im Großherzogtum erbrachte die Mittel, um ihm ein überlebensgroßes Bronzestandbild anfertigen zu lassen (Foto). Es wurde am 17. Oktober 1866 im Zentrum des Marktplatzes in Neustrelitz feierlich eingeweiht.[4] Heute steht diese Plastik des Künstlers Albert Wolff nach Demontage und jahrzehntelanger Lagerung in der DDR-Zeit auf dem ehemaligen Paradeplatz vor der Schlosskirche.

Am 57. Geburtstag von Großherzog Georg wurde die Vandalia-Hymne in der Neustrelitzer Orangerie zum ersten Mal gesungen.

Literatur

  • Ludwig Fromm: Georg Friedrich Karl Joseph, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 8, Duncker & Humblot, Leipzig 1878, S. 680 f.

Weblinks

 Commons: Georg (Mecklenburg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Cäsar von Dachröden: Erinnerungen an die letzten Lebenstage S. Kgl. Hoheit, des höchstsel. Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz. o.O. 1860
  2. Eintrag im Rostocker Matrikelportal
  3. Akten des Pfarrarchivs Strelitz-Alt. Schulangelegenheiten der Filialdörfer.
  4. Zum 17. October 1866.- Festschrift zur Denkmalsenthüllung 1866 in Neustrelitz.

VorgängerAmtNachfolger
Karl II.Großherzog
von Mecklenburg
[-Strelitz]

1816–1860
Friedrich Wilhelm II.


Kategorien: Haus Mecklenburg | Großherzog (Mecklenburg) | Geboren 1779 | Gestorben 1860 | Träger des Elefanten-Ordens | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Georg (Mecklenburg) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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