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Gemeinsamer Ausschuss


Dieser Artikel beschreibt das Verfassungsorgan. Für den gemeinsamen Ausschuss bei vereinbarten Verwaltungsgemeinschaften, siehe Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Der Gemeinsame Ausschuss ist ein nicht ständiges Verfassungsorgan der Bundesrepublik Deutschland. Falls im Verteidigungsfall dem Zusammentreten des Bundestages unüberwindliche Hindernisse entgegenstehen, übt er als Notparlament die Funktionen von Bundestag und Bundesrat aus.[1] Der Gemeinsame Ausschuss besteht zu zwei Dritteln aus Abgeordneten des Bundestages und zu einem Drittel aus Mitgliedern des Bundesrates.

Rechtsgrundlagen

Art. 53a des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland:

„(1) Der Gemeinsame Ausschuss besteht zu zwei Dritteln aus Abgeordneten des Bundestages, zu einem Drittel aus Mitgliedern des Bundesrates. Die Abgeordneten werden vom Bundestag entsprechend dem Stärkeverhältnis der Fraktionen bestimmt; sie dürfen nicht der Bundesregierung angehören. Jedes Land wird durch ein von ihm bestelltes Mitglied des Bundesrates vertreten; diese Mitglieder sind nicht an Weisungen gebunden. Die Bildung des Gemeinsamen Ausschusses und sein Verfahren werden durch eine Geschäftsordnung geregelt, die vom Bundestage zu beschließen ist und der Zustimmung des Bundesrates bedarf.

(2) Die Bundesregierung hat den Gemeinsamen Ausschuss über ihre Planungen für den Verteidigungsfall zu unterrichten. Die Rechte des Bundestages und seiner Ausschüsse nach Artikel 43 Abs. 1 bleiben unberührt.“

Art. 115e des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland:

„(1) Stellt der Gemeinsame Ausschuß im Verteidigungsfalle mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, mindestens mit der Mehrheit seiner Mitglieder fest, daß dem rechtzeitigen Zusammentritt des Bundestages unüberwindliche Hindernisse entgegenstehen oder daß dieser nicht beschlußfähig ist, so hat der Gemeinsame Ausschuß die Stellung von Bundestag und Bundesrat und nimmt deren Rechte einheitlich wahr.

(2) Durch ein Gesetz des Gemeinsamen Ausschusses darf das Grundgesetz weder geändert noch ganz oder teilweise außer Kraft oder außer Anwendung gesetzt werden. Zum Erlaß von Gesetzen nach Artikel 23 Abs. 1 Satz 2, Artikel 24 Abs. 1 oder Artikel 29 ist der Gemeinsame Ausschuß nicht befugt.“

Erläuterungen

Der Gemeinsame Ausschuss besteht aus 48 Mitgliedern.

Der Ausschuss übernimmt die Aufgaben des Bundestages und des Bundesrates, wenn er im Verteidigungsfall mit zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und mindestens mit der Mehrheit seiner Mitglieder feststellt, „dass dem rechtzeitigen Zusammentritt des Bundestages unüberwindliche Hindernisse entgegenstehen oder dass dieser nicht beschlussfähig ist“ . Die Bundesregierung muss den Ausschuss „über ihre Planungen für den Verteidigungsfall […] unterrichten“ . Der Gemeinsame Ausschuss darf das Grundgesetz nicht ändern und weder Hoheitsrechte übertragen noch das Bundesgebiet neu gliedern.

Bildung und die Verfahrensregeln werden durch die vom Bundestag mit Zustimmung des Bundesrats beschlossene Geschäftsordnung für den Gemeinsamen Ausschuß geregelt.

Zusammensetzung

Aktuelle Verteilung der Sitze nach Bundestagsfraktionen:[2][3]

Fraktion Sitze davon MdB davon MdBR
CDU/CSU 21 16 5
SPD 20 10 10
Linke 4 3 1
Grüne 3 3 0
Gesamt 48 32 16

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bundestagsseite
  2. Mitglieder des Bundestags im Gemeinsamen Ausschuss Website des Deutschen Bundestags; Abgerufen am 31. Januar 2014
  3. Mitglieder des Bundesrats im Gemeinsamen Ausschuss Website des Bundesrats; Abgerufen am 31. Januar 2014
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Kategorien: Bundesrat (Deutschland) | Deutscher Bundestag | Staatsorganisationsrecht (Deutschland)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer Ausschuss (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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