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Gelterkinden


Gelterkinden
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft BL
Bezirk: Sissach
BFS-Nr.: 2846
Postleitzahl: 4460
UN/LOCODE: CH GKR
Koordinaten:
Höhe: 404 m ü. M.
Fläche: 9,79 km²
Einwohner: 5871 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 600 Einw. pro km²
Website: www.gelterkinden.ch

Dorfplatz Gelterkinden

Karte

Gelterkinden (Schweizerdeutsch: Gältrchinde, [ˈgæltəˌχɪndə]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Sissach des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie

Gelterkinden liegt auf 404 m ü.M. im Oberbaselbiet im Ergolztal und ist zwischen stark bewaldeten Hügeln eingebettet.

Geschichte

Anhand von Bodenfunden war das Gebiet von Gelterkinden von der jüngeren Steinzeit bis ins Mittelalter kontinuierlich bewohnt. Seit dem späten Frühmittelalter erhob sich über dem Dorf eine dem Apostel Petrus geweihte Kirche. Am Fuss des Kirchhügels befand sich der Hennenbühlhof, welcher den Grafen von Frohburg gehörte und an die Herren von Gelterkinden verliehen wurde. Später fiel er an die Grafen von Thierstein, die ihn 1399 mit dem Kirchenschatz dem Deutschordenshaus in Beuggen verkauften. Weitere Güter in Gelterkinden besassen auch das Kloster St. Alban, das Stift St. Leonhard, das Domkapitel und verschiedene weltliche Herren. Im Jahre 1461 erwarb die Stadt Basel mit der Herrschaft Farnsburg auch Gelterkinden. Die Farnsburg, von wo aus Basler Landvögte mehr als 300 Jahre lang das Amt regierten, wurde 1798 von Revolutionären in Brand gesteckt. Bei den Kantonstrennungswirren 1832/33 hielt Gelterkinden treu zur Stadt und forderte zu seinem Schutz Basler Truppen an. Darauf stürmten Landschäftler die Gemeinde (Gelterkindersturm vom April 1832) und verjagten die Basler. So kam Gelterkinden doch noch zum neu gegründeten Kanton Basel-Landschaft. 1864 verzeichnete Gelterkinden 290 Posamenterstühle und zwei Seidenbandfabriken. Da die Hauensteinlinie der Centralbahn Gelterkinden links liegen liess, verkehrte von 1891 bis 1916 zwischen Sissach und dem Ort die Trambahn Sissach-Gelterkinden-Bahn (S.G.B.). Die Eröffnung der Hauenstein-Basislinie im Jahre 1916 brachte dann dem Dorf weiteren Aufschwung.

Wappen

Das Wappen ist senkrecht dreigeteilt in den Farben Blau, Weiss (Silber) und Rot. Dies ist das Wappen des froburgischen Ministralgeschlechts der Herren von Gelterich. (Um 1103 dann Gelterchingen oder Gelterchingin)

Politik

Die Kommunalpolitik kennt die beiden Gruppierungen Bürgerlicher Zusammenschluss Gelterkinden (BZG) und SP Gelterkinden. Neben Mitglieder dieser Gruppierungen kämpfen oft auch parteilose Kandidatinnen und Kandidaten um Aemter auf Gemeindeebene.

Der BZG ist ein Zusammenschluss bürgerlich gesinnter Einwohner. Viele Mitglieder gehören entweder der FDP Gelterkinden oder der SVP Gelterkinden und Umgebung an.

Sport

In Gelterkinden sind diverse Sportvereine ansässig, darunter auch der FC Gelterkinden, welcher in der 2. Liga regional spielt.

Zu den grössten Erfolgen in der Sportgeschichte Gelterkindens hat wohl die Gymnastikgruppe des TV Gelterkindens beigetragen, welche sich in der Disziplin Gymnastik Grossfeld mehrfacher Schweizer Meister nennen darf. Letztmals holte sich die Gruppe unter der Leitung von Franco Polsini den Titel im September 2014 an den Schweizermeisterschaften im Vereinsturnen in Lyss.

Ins Leben gerufen wurde die Gruppe durch Kurt "Kuri" Wirz ca. im Jahre 1983. Er prägte die Entwicklung vom Turnen stark als "Körperschule" hin zu Choreographien mit Witz und eigenem Stil und leitete die Gruppe während gut 20 Jahren.

Nach wie vor ein grosser Verein ist die Schützengesellschaft, welche sich aus den Sektionen Pistole auf 50 Meter und Gewehr auf 300 Meter zusammensetzt. Der Verein wurde 1836 gegründet.

Ebenfalls bekannt ist der Volleyballclub Gelterkinden, welcher über mehrere Jahre Nationalliga A spielte.

Wirtschaft

Da Gelterkinden relativ geringen Bestand an industriellen und gewerblichen Arbeitsplätzen hat, gehen viele Einwohner auswärts arbeiten.

Verkehr

Die Lage an der Hauensteinstrecke sichert gute Verbindungen in den Kantonshauptort Liestal sowie nach Basel und Olten (Interregio und S3). Die Gemeinde ist auch Ausgangspunkt der Postautolinien nach Rheinfelden, Wegenstetten, Oltingen und Zeglingen sowie der Buslinie nach Sissach. Der Autobahnanschluss Sissach an die A2 befindet sich durch den Chienbergtunnel A22 in 5 km Distanz.

Kultur

Gelterkinden wurde im Titel 'Düsseldorf' der amerikanischen Songwriterin Regina Spektor erwähnt. Der Text enthält die Zeilen: 'In Gelterkinden I forgot to frown / then remembered again' sowie 'In Gelterkinden I remembered how to laugh / and I never ever forgot it again'. Der Song erschien als B-Seite der Single-CD 'On the Radio' sowie in Europa als vierter Titel auf der Bonus-CD zum Album 'Begin to Hope'.

Des Weiteren wird Gelterkinden im Lied 'Hans Zbinde' auf dem Album 'Roots 44' der Schweizer Rap-Gruppe TAFS erwähnt. Das Lied erzählt eine kurze Geschichte aus dem Leben des 'Hans Zbinde us Gälterchinde'.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Literatur

  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band III: Der Bezirk Sissach. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1986 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 77). ISBN 3-7643-1796-5. S. 49–79.

Weblinks

 Commons: Gelterkinden  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Hans-Rudolf Heyer: Kirche Gelterkinden BL. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 115). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1991.

Kategorien: Ort im Kanton Basel-Landschaft | Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Basel-Landschaft | Schweizer Gemeinde

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gelterkinden (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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