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Geismar (Fritzlar)


Geismar
Stadt Fritzlar
Höhe: 186 m ü. NHN
Fläche: 10,82 km²[1]
Einwohner: 1000 (2007)
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34560
Vorwahl: 05622

Geismar ist ein Dorf von etwa 1000 Einwohnern in Nordhessen am Rand des Edertals an der hessischen Elbe. Der Ort ist ein Stadtteil der Stadt Fritzlar und ist von der Kernstadt durch den Berg Eckerich getrennt.

Geschichte

Wüstung Geismar

In den 1970er Jahren wurde durch eine von der DFG geförderte und vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Außenstelle Marburg) durchgeführte umfangreiche Ausgrabung etwa 550 m südsüdwestlich des heutigen Dorfkerns nahe dem Ostfuß des Biening eine dörfliche Siedlung von etwa 9 Hektar Größe freigelegt, die Wüstung Geismar ().[2] Die einstige Siedlung wurde vermutlich schon um 200 v. Chr. angelegt und war bis um die erste Jahrtausendwende n. Chr. in mehreren Phasen bewohnt. Damit war ein archäologischer Nachweis für die Sesshaftigkeit der Chatten in der Völkerwanderungszeit gegeben.

1998 wurde in der Ortschaft Geismar nahe dem Westfuß des Eckerich der Nachbau einiger Häuser dieses Chattendorfs als Freilichtmuseum „Alt Geismar“ oder „Alt-Geismar“ () fertiggestellt.

Mittelalter und Neuzeit

Im Mittelalter gehörte das Dorf zur Grafschaft Maden und dann zur Landgrafschaft Hessen und lag unmittelbar im Grenzbereich zum mainzischen Fritzlar einerseits und zur Grafschaft Waldeck andererseits. In der Anfangszeit der Landgrafschaft Hessen nannte sich ein in Geismar ansässiges Geschlecht landgräflicher Ministeriale „von Geismar“; es führte einen aufrechten Hirsch im Wappen.[3]

Am 13. August 1525 hielt der aus Fritzlar verwiesene Pfarrer und Reformator Johann Hefentreger, der ab 1526 die leitende Rolle bei der Einführung der Reformation in der benachbarten Grafschaft Waldeck spielte, in der Kirche von Geismar seine Abschiedspredigt für seine Fritzlarer Anhänger.

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Geismar in die Stadt Fritzlar eingegliedert.[4]

Politik

Derzeitiger Ortsvorsteher ist Klaus-Dieter Mirswa. (Stand: Oktober 2013)

Sehenswürdigkeiten

  • Evangelische Dorfkirche (erbaut 1743–1744): schlichte barocke Saalkirche, Nachfolgebau einer Wehrkirche
  • Bonifatiusdenkmal
  • „Alt-Geismar“, Nachbau eines chattischen Dorfs, basierend auf in der Nähe getätigten Ausgrabungen. Hier finden jährlich das örtliche Weinfest und der Weihnachtsmarkt statt.
  • Mineralquelle „Sauerbrunnen“ („Donarquelle“),[5] nordwestlich von Geismar an der Straße nach Züschen
  • Auf dem nahen Johanneskirchenkopf sind noch die Grundmauern der Johanneskirche sichtbar

Donareiche

Im Jahre 723 ließ Bonifatius in der Nähe von Geismar die Donareiche, das Heiligtum der Chatten, fällen. Manchen Interpretationen zufolge stand die Eiche auf dem Johanniskirchenkopf, nach vorherrschender Meinung jedoch auf dem heutigen Domplatz in Fritzlar, etwa 1,5 km vom alten Geismar entfernt.

Literatur

  • A. Thiedmann: Die Siedlung von Geismar bei Fritzlar. Ausgrabungen und Forschungen in der vor- und frühgeschichtlichen Siedlung im Schwalm-Eder-Kreis. (Archäologische Denkmäler in Hessen, Heft 2.) Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden, 1978, 2. vollst. neubearb. Auflage 2000, ISBN 3-89822-002-8

Einzelnachweise

  1. „Geismar, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 11. Juni 2014)
  2. „Geismar (Wüstung), Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. August Heldmann, "Zur Geschichte des Gerichts Viermünden und seiner Geschlechter. I. Die Vögte von Keseberg." In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge. Fünfzehnter Band. Kassel, 1890.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 392.
  5. Quellenaltlas: Fritzlar-Geismar, Donarquelle

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Geismar (Fritzlar) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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