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Geising


Geising
Stadt Altenberg
Höhe: 599 m ü. NHN
Fläche: 56,07 km²
Einwohner: 1279 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 01778
Vorwahl: 035056

Lage von Geising in

Geising ist ein Stadtteil der Stadt Altenberg in Sachsen im östlichen Erzgebirge unweit der tschechischen Grenze. Bis zum 1. Januar 2011 war Geising eine eigenständige Stadt.

Geografie

Zur ehemaligen Stadt Geising gehörten die Ortsteile Fürstenau (mit Gottgetreu und Müglitz), Fürstenwalde (mit Rudolphsdorf), Liebenau und Löwenhain sowie der Stadtteil Lauenstein (mit Kratzhammer).

Geschichte

Wappen und Name

Das Wappen ist eine Kombination der Wappen von Altgeising und Neugeising. Es zeigt vor goldenem Hintergrund einen schwarzen Greif (ehemaliges Wappen von Neugeising) mit roter Zunge und roten Krallen, der eine schwarze Felswand ersteigt. Im rechten oberen Eck symbolisieren Hammer und Schlegel (ehemaliges Wappen von Altgeising) die Bergbautradition der Stadt.

Der Name selbst wurde wahrscheinlich vom benachbarten Geisingberg übertragen.[2][3] Der Wortstamm geut (germ.) bzw. geußen (frühneuhochdeutsch) deutet auf fließen lassen hin und bezeichnet den Geisingberg als den (vom Regenwasser) übergossenen Berg. Nach der Etablierung des Bergbaus ist auch ein Bezug auf die Zinnverarbeitung (Geising als der Ort an dem Zinn gegossen wird) denkbar.

Die Namensschreibung wechselte im Laufe der Geschichte mehrmals. Überliefert sind u.a. Gewsing (1375 und 1449), Geußingk (1462), Gusingeßgrunt (1477), ym Gewsing (1479), Neue Stadt Geussingsgrundt (1517), Geußingesgrunde (1536) und Geusing (1539).

Gründung und Entwicklung

Die Anlage von Geising erfolgte im Zusammenhang mit dem im Umfeld vorrangig auf Eisen, Silber und Zinn betriebenem Bergbau. Bereits 1375 fanden Eisenerzgruben bei Gewsing eine erste Erwähnung. In die Zeit des Fündigwerdens der Altenberger Zinnlagerstätte fällt 1449 die Nennung eines Smedewerg im Gewsing (Schmiedewerk in Geising). Dieses befand sich wahrscheinlich zusammen mit weiteren Erzwäschen, Hammer- und Hüttenwerken auf der westlichen Seite des Geisingbachs, welcher zugleich die Grenze zwischen den Herrschaften Bärenstein und Lauenstein bildete. Die sich um die Verarbeitungsanlagen entwickelnde Ansiedlung erhielt als Altgeising 1453 das Stadtrecht. Daraufhin gründeten die Lauensteiner Burgherren im Auftrag von Kurfürst Friedrich II. 1462 am östlichen Bachufer Neugeising, das sofort städtische Rechte erhielt. Beide Siedlungen schlossen sich 1857 zur Stadt Geising zusammen.

In der Zeit vom 19.–22. Januar 1950 fanden in Altenberg-Geising die sächsischen Wintersportmeisterschaften statt. Der Sieger im Kombinationssprunglauf wurde Herbert Friedel (Aschberg-Mühlleithen) bei einem 42m-Sprung von der Friedensschanze.

Zu DDR-Zeiten erholten sich Kinder in einem Ferienlager, das im Ort errichtet wurde.

Eingemeindungen nach Geising

Eingemeindung von Geising nach Altenberg

Der Geisinger Stadtrat stimmte am 21. Dezember 2010 mehrheitlich der Eingemeindung nach Altenberg zum 1. Januar 2011 zu.[4] Durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurde die Eingemeindung am 29. Dezember 2010 genehmigt.[5] Geising verlor damit 557 Jahre nach der Stadtrechtsverleihung an Altgeising seine Selbständigkeit.

Die Eingemeindung wurde maßgeblich durch die prekäre finanzielle Situation Geisings beeinflusst. Die Stadt konnte 2010 keinen ausgeglichenen Haushalt mehr vorlegen, die Schulden beliefen sich Ende 2010 auf 4,8 Mio. , darunter allein 2,28 Mio. € Fehlbeträge.[6]

Durch die Eingemeindung wuchs Altenberg auf eine Fläche von über 146 km² und wurde damit die mit Abstand größte Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Einwohnerzahl stieg von ca. 5.700 Einwohner auf knapp 8.900 Einwohner. Zugleich entstand eine neue regionale Touristenhochburg: 2009 zählten beide Gemeinden zusammen knapp 423.000 Übernachtungen, dies entspricht ca. 17 Prozent der im Landkreis registrierten Übernachtungen.[7] Tourismus und Kurwesen sichern in beiden Gemeinden ca. 1.800 Arbeitsplätze.[5]

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohner
1551 ¹ 658
1815 856
1834 1104
1871 1303
1890 1310
1900 1240
1910 1316
1919 1445
1933 1279
1939 1515
Jahr Einwohner
1946 2156
1957 2091
1964 1919
1990 2 3432
1994 3629
1997 3 3586 (1215)
2000 3564 (1293)
2003 3371 (1270)
2005 3215 (1281)
2007 3182 (1314)
Jahr Einwohner
2008 3147
2010 4 1271
2011 1234
2014 1214
2015 1279

Zusammenstellung nach Zühlke (1966) und Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen
(1): darunter 252 in Altgeising und 406 in Neugeising
(2): ab 1990: Angaben für das gesamte Gemeindegebiet am Jahresanfang (Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen)
(3): ab 1997: Klammerwerte sind Angaben für Geising Stadt am Jahresanfang (Sächsische Zeitung Ausgabe Dippoldiswalde vom 16. Januar 2007)
(4): ab 2010: Einwohnerzahl nur für den Ort Geising

Politik

Verwaltung

Der letzte Bürgermeister vor der Eingemeindung war Frank Gössel (CDU). Er war von 1994 bis zum 31. Dezember 2010 im Amt und davor vier Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Fürstenwalde, die 1994 nach Geising eingemeindet wurde. Sein Vorgänger in Geising und erster Bürgermeister nach der Wende bis 1994 war Reiner Fischer (parteilos).

Partnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Gedenkstätten

Grabstätte und Gedenktafel auf dem Ortsfriedhof für zwei unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch vom Außenlager Nossen/Roßwein des KZ Flossenbürg im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden.

Museen und Natursehenswürdigkeiten

Bauwerke

Das Geisinger Ortszentrum steht als historische und gut erhaltene Siedlungsanlage weitgehend unter Denkmalschutz. Da die ehemalige Stadt im Laufe ihrer Entwicklung von größeren Bränden verschont wurde, blieb der Grundriss Geisings seit dem 16. Jahrhundert nahezu unverändert erhalten. Unter den teils in Fachwerk-, teils in Umgebindebauweise errichteten Häusern ragt das sogenannte Saitenmacherhaus hervor. Das 1688 errichtete Fachwerkhaus mit steinernen Erdgeschoss verfügt über ein Sitznischenportal. Im Gebäude befand sich 1691 bis 1902 eine Zinngießerei. Die Stadtkirche wurde 1689 erbaut und beherbergt einen wertvollen Altar mit Bergmannsleuchtern. Das im Jahr 1908 errichtete Rathaus steht ebenfalls unter Denkmalschutz. Die kursächsische Postdistanzsäule am Geisinghof ist eine Nachbildung der Säule von 1734, die auf dem Altmarkt von Neugeising stand. Nennenswert ist die 1875 errichtete Oberschule Geising.

Freizeit und Sport

  • Kunsteishalle „Gründelstadion“ (Eissaison u. a. mit Curling und Eislaufen von Oktober bis März, im Sommer Skaterbahn)
  • Naturbad Hüttenteich (u. a. Abenteuerspielplatz, Freilandkegeln, Minigolf, Miniboote, Tischtennis)
  • Bowling und Billard in der Gaststätte „Am Schauhübel“
  • Tennisanlage am Berghotel Schellhas
  • Devalkart (unmotorisierter Kart) am Skihang
  • Abfahrtshang und Skilift
  • Sporthalle
  • Sportschießen beim Schützenverein
  • Wildpark Osterzgebirge Hartmannmühle
  • Kohlhaukuppe
  • Geisingberg

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Ski- und Eisfasching (Sonntag vor Fastnacht)
  • Weihnachtsmarkt (1. Advent)

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

  • Feinwerktechnik GmbH, 50 Mitarbeiter, Herstellung von feinmechanischen Antrieben und Baugruppen
  • Spinner Lauenstein GmbH, 250 Mitarbeiter, Herstellung von HF-Kabeln für Mobilfunksende- und Empfangsanlagen

ehemalige Unternehmen

Verkehr

Seit 1890 war Geising Endpunkt der Müglitztalbahn, welche die Bergstadt durch das Müglitztal mit Heidenau und dem oberen Elbtal verband. Die Bahnstrecke wurde 1923 bis Altenberg verlängert. Sie hat einen wesentlichen Beitrag zur touristischen Entwicklung Geisings geleistet.

Bildung

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Ehrenbürger

Literatur

  • Um Altenberg, Geising und Lauenstein (= Werte der deutschen Heimat. Band 7). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1964.
  • Wolfgang Barsch, Horst Giegling und Werner Stöckel: Geising und seine Bergbauschauanlage Silberstollen. Geising 1978
  • Karlheinz Blaschke: Das Städtewesen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Beiheft zur Karte B II 6 des Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen (hrsg. von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und dem Landesvermessungsamt Sachsen), Leipzig und Dresden 2003
  • Erich Fritzsch und Lothar Kempe: Osterzgebirge. Leipzig 1981
  • Otto Eduard Schmidt: Zur Siedlungsgeschichte der Flussgebiete der Müglitz und der Gottleuba. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Heft 9–12/1927. Dresden 1927. S. 367–378.
  • Stadtsiedlungen im östlichen Erzgebirge. In: Östliches Erzgebirge (= Werte der deutschen Heimat. Band 10). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1966, S. 244–257.
  • Richard Steche: Geising. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 31.

Weblinks

 Commons: Geising  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. Zahlen und Fakten auf der Website der Stadt Altenberg
  2. Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, S. 41
  3. Martin Hammermüller (Um Altenberg, Geising und Lauenstein. Werte der Deutschen Heimat, Band 7, Berlin 1964) vermutet eine Übertragung des Ortsnamens auf den Berg. Ernst Eichler und Hans Walther (Städtenamenbuch der DDR. Leipzig 1986) gehen vom Gegenteil aus. Es erscheint aber glaubwürdiger, dass ein so markanter Einzelberg wie der Geisingberg schon eine Bezeichnung besaß, bevor es zur Anlage der Siedlung zu seinen Füßen kam.
  4. Maik Brückner: Geising stimmt der Eingemeindung zu, Sächsische Zeitung vom 23. Dezember 2010
  5. 5,0 5,1 Mandy Schaks: Die Städte Altenberg und Geising gehen ab Januar gemeinsame Wege, Sächsische Zeitung (Dippoldiswalde) vom 30. Dezember 2010
  6. Maik Brückner: Leistet sich Geising zu viel?, Sächsische Zeitung (Dippoldiswalde) vom 23. Oktober 2010.
  7. Statistisches Landesamt Sachsen – Gemeindestatistik Sachsen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Geising (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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