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Geiselbach


Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Geiselbach in Unterfranken; zu weiteren Bedeutungen siehe Geiselbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: AschaffenburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 14,29 km²
Einwohner: 2044 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63826
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 119
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstr. 6
63826 Geiselbach
Webpräsenz: geiselbach.de
Bürgermeisterin: Marianne Krohnen (CSU)
}

Geiselbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Geiselbach liegt im Kahlgrund, direkt an der bayerisch/hessischen Landesgrenze, 20 km nördlich von Aschaffenburg, 50 km östlich von Frankfurt am Main auf 272 m ü. NN . Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich am Gipfel des Kreuzberges 388 m ü. NN , der niedrigste liegt im Teufelsgrund auf 180 m ü. NN .

Das Dorf Geiselbach selbst liegt an der Staatsstraße 2306 zwischen Hofstädten und Geislitz. Östlich von Geiselbach befindet sich das Dorf Huckelheim. Im Norden liegt Waldrode. Über die Staatsstraße 3269 gelangt man ins nordwestlich liegende Horbach. Der höchste Punkt der Dorfgemarkung befindet sich am Gipfel des Ziegelberges mit 381 m ü. NN , der niedrigste liegt am Geiselbach auf 223 m ü. NN .[2]

Gemeindegliederung

Geiselbach hat drei Ortsteile[3] auf zwei Gemarkungen:

Ortsteil Einwohner[4] Höhe
(m u. NN)
Gemarkung Fläche
Frohnbügel 330 Geiselbach -
Geiselbach 1581 270 Geiselbach 535 ha
Omersbach 687 284 Omersbach 415 ha
- - - Geiselbacher Forst 480 ha
Gemeinde Geiselbach 2119 1430 ha

Nördlich von Geiselbach liegt eine dritte, unbewohnte Gemarkung (kein Ortsteil), der Geiselbacher Forst. Dieses ehemals gemeindefreie Gebiet wurde im Jahr 2015 teilweise nach Geiselbach eingemeindet.

Nachbargemeinden

Gemeinde Freigericht Gemeinde Linsengericht
Gemeinde Westerngrund
Markt Mömbris Gemeinde Krombach Markt Schöllkrippen

Name

Etymologie

Der Name Geiselbach leitet sich von dem gleichnamigen Bach Geiselbach ab,[5] welcher der Kahl bei Niedersteinbach zufließt. Im Volksmund wird der Ort "Gaaselbich" genannt.[6]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[5]

  • 1250 Geisselbach
  • 1269 Geiselbach
  • 1278 Geyselbach
  • 1287 Geiselbach

Geschichte

Geiselbach wird urkundlich im Jahre 1269 in einem Kaufvertrag zwischen dem Kloster Seligenstadt und dem Erzstift Mainz, zwischen dem Abt Conrad und dem Erzbischof Werner, erwähnt.

Es gibt auch eine frühere Urkunde aus dem Jahr 1250, in der es um einen Zwist zwischen den Brüdern Friedrich und Heinrich von Rannenberg und Reinhard von Hanau um Güter und Rechte in Geiselbach geht.

Nach 1269 hat das Kloster Seligenstadt seine Rechte in Geiselbach an die Adelsgeschlechter von Büdingen, von Hanau, von Rannenberg und an den Ritter Erpho von Orb abgetreten.

1278 übernahm die Gelnhäuser Patrizierin Irmgard Ungefüge die Vogtei Geiselbach mit den Dörfern Geiselbach, Omersbach und Hofstädten. In drei Urkunden vom 25. Mai 1278 war zwischen der Abtei Seligenstadt und Frau Irmgard vereinbart, dass die Abtei alle Rechte zu besseren Zeiten von ihr zurückerwerben könne. Noch vor der Jahrhundertwende (1290) wird Ritter Erpho von Orb wieder als Vogt in Geiselbach genannt.

Das Kloster Seligenstadt behielt die Herrschaft über Geiselbach bis zur Säkularisation 1802. Die meisten Dörfer des oberen Kahlgrundes kamen zum Fürstentum Aschaffenburg, Geiselbach hingegen, als Bestandteil der Abtei Seligenstadt, zum Besitz des Landgrafen von Hessen, der die Vogteiverwaltung von Geiselbach nach Seligenstadt verlegte.

1811 wurden die drei Dörfer dem großherzöglich-hessischen Amt in Alzenau angegliedert, das 1816 bayrisch wurde.

Die Gemeinde Geiselbach gehörte zum Bezirksamt Alzenau, das am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 zum Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit dessen Auflösung kam Geiselbach am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Omersbach nach Geiselbach eingemeindet[7], während die ebenfalls zur Vogtei Geiselbach gehörige Gemeinde Hofstädten 1978 zu Schöllkrippen kam.

Am 1. Januar 2015 wurde ein Teil des ehemaligen gemeindefreien Gebiets Geiselbacher Forst eingegliedert.[8]

Politik

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,9 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU/Freie Bürger     13 Sitze  (94,5 %)
  SPD 1 Sitz (5,5 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Städtepartnerschaften

Wappen

Blasonierung: In Rot der goldene Großbuchstabe A, begleitet oben von zwei, unten von einem sechsstrahligen silbernen Stern.

Wappengeschichte: Die Gemeinde Geiselbach wurde 1296 vom Kloster Seligenstadt zu einem nicht genannten Preis vom Erzstift Mainz erworben. Sie gehörte damit mit den Nachbarorten Hofstädten und Omersbach zur Vogtei der „Dreidörfer“, über die das Kloster durch den Erwerb die Grundherrschaft und Niedergerichtsbarkeit erlangte. Das große A (Abbatio) im Wappen ist das Konventswappen des Klosters Seligenstadt und weist auf die enge grundherrschaftliche Beziehung zur Abtei Seligenstadt bis zur Säkularisation im Jahr 1802 hin. Die drei sechsstrahligen Sterne symbolisieren die „Dreidörferpfarrei“. Die Farben Silber und Rot sind die Farben von Kurmainz und erinnern an dessen Landesherrschaft bis 1803.

Wappenführung seit August 1967.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Geiselbach

Berühmte Söhne von Geiselbach

Kurioses

"Hochseicher" sind Angeber, die beim Urinieren einen besonders hohen Strahl von sich geben. Die Geiselbacher wollten schon immer etwas Besonderes im Kahlgrund sein, deshalb gaben die Nachbarorte den Angebern den Spitznamen - Ortsnecknamen "Gaselmischer Hochseicher"[9]

Von Geiselbach ist auch ein Spottvers überliefert: Dreidörfer Narrn stehn auf drei Sparrn, dies ist auch der Titel des 2012 erschienenen Buches der Sprachwissenschaftlerin Almut König (Universität Würzburg) über Ortsnecknamen in Unterfranken.[10]

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)
  3. Geiselbach. auf: bayerische-landesbibliothek-online.de
  4. Einwohner Geiselbach (Stand: 3. Januar 2012)
  5. 5,0 5,1 Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 79 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Reihold Hein (Hrsg.): Kahlgrünner Wörderbuch. M. Kroeber GmbH, Linsengericht 2015, ISBN 978-3-00-051705-1.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 418.
  8. Amtsblatt Unterfranken Nr. 20/2014
  9. Primasonntag 11. November 2012.
  10. Monika Fritz-Scheuplein, Almut König, Sabine Krämer-Neubert, Norbert Richard Wolf (Hrsg.): Dreidörfer Narrn stehn auf drei Sparrn: Ortsnecknamen in Unterfranken. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2012, ISBN 978-3-8260-5048-0.

Weblinks

 Commons: Geiselbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Aschaffenburg | Fränkisches Rittergut bis 1806 | Geiselbach | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Geiselbach (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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