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Geißelskorpione


Geißelskorpione

Systematik
ohne Rang: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Geißelskorpione
Wissenschaftlicher Name
Uropygi
Thorell, 1883
Unterordnungen

Die Geißelskorpione (Uropygi) sind eine Ordnung der Kieferklauenträger und zugleich der Spinnentiere (Arachnida). Weltweit sind etwa 180 Arten bekannt, die zwei sehr unterschiedlichen Unterordnungen zugeordnet werden können. Die Zwerggeißelskorpione (Schizomida) erreichen Körperlängen von maximal 18 mm, demgegenüber sind die Vertreter der Thelyphonida bis 75 mm lang (ohne Schwanzanhang). Die Tiere bewohnen die Tropen und Subtropen.

Bau der Geißelskorpione

Der Körperbau der Geißelskorpione erinnert an den der Skorpione, der schwanzartige Endteil des Hinterleibes besteht allerdings nur aus drei Segmenten und endet in einem gegliederten Schwanzanhang (Flagellum). Wie bei den Skorpionen sind auch hier die Pedipalpen zu mächtigen Fangbeinen umgestaltet und mit einer Schere versehen. Auffällig ist das erste Laufbeinpaar, welches wie bei den Geißelspinnen zu langen Tastorganen mit vermehrter Anzahl der Beinglieder angelegt ist. Entsprechend laufen die Tiere auf nur 3 Beinpaaren wie die Sechsfüßer. Die Kieferklauen (Cheliceren) sind zweigliedrig und werden zum Zerreißen der Beute eingesetzt.

Beiderseits des Flagellums münden große Wehrdrüsen, mit denen die Tiere ein Wehrsekret versprühen können. Aufgrund der Beweglichkeit des Hinterleibs kommt es als zielgerichteter Strahl heraus. Bei der Art Mastigoproctus giganteus besteht es aus 84 % Essigsäure, 5 % Caprylsäure und 11 % Wasser. Diese Tiere können das Sekret bis zu 80 cm weit spritzen und es brennt in den Augen und auf den Schleimhäuten, wenn man davon getroffen wird.

Fortpflanzung und Entwicklung

Wie bei den Skorpionen wird auch bei den Geißelskorpionen das Weibchen vom Männchen über ein vorher abgelegtes Spermienpaket (Spermatophore) gezogen. Dabei ergreift allerdings das Weibchen entweder den Hinterleib (bei den Thelyphonida) oder das knopfartig verdickte Flagellum (bei den Schizomida) des Männchens und lässt sich über das Spermienpaket ziehen. Die Männchen der Thelyphonida helfen oft noch mit ihren besonders umgestalteten Pedipalpen nach, indem sie das Spermienpaket förmlich in die weibliche Geschlechtsöffnung stopfen und dann aufreißen.

In einer unterirdischen Brutkammer legt das Weibchen die Eier in einen speziell konstruierten Brutsack, den sie am Hinterleib mit sich trägt. Die Pränymphen halten sich nach dem Schlüpfen mit Haftlappen an den Beinen am Hinterleib der Mutter fest, danach lassen sie los. Es folgen vier weitere Häutungen bis die Tiere geschlechtsreif sind (bei Mastigoproctus zwei bis vier Jahre). Jede Häutung findet in einer eigens dafür gegrabenen Höhle statt, in der die Tiere mehrere Monate bleiben.

Systematik der Geißelskorpione

Die Geißelskorpione werden in zwei morphologisch sehr unterschiedliche Unterordnungen aufgeteilt, die als Thelyphonida und Schizomida (auch Zwerggeißelskorpione) bezeichnet werden.

Thelyphonida

Bei den Thelyphonida bedeckt eine ungegliederte Decke den gesamten Vorderkörper. Diese Tiere sind im Vergleich zu den Vertretern der Schizomida sehr groß mit maximal 75 mm Körperlänge. Die Pedipalpen sind extrem groß und mit Dornen sowie einer großen Schere bewehrt. Das Flagellum ist lang und vielgliedrig. Die Vertreter dieser Gruppe leben vorwiegend in den Regenwäldern der indopazifischen Region und amerikanischen Region, eine Art lebt in Afrika. Mastigoproctus giganteus lebt vor allem in den südlichen Staaten der USA

Zwerggeißelskorpione (Schizomida)

Diese Tiere sind mit maximal 18 mm Körperlänge sehr klein. Sie leben vor allem im Boden und in Höhlen. Die Vorderkörpersegmente besitzen jeweils eigene Rückenplatten, außerdem sind die Tiere augenlos. Die Pedipalpen sind schlank und ohne Schere, das Flagellum kurz und beim Männchen knopfartig verdickt. Die Zwerggeißelskorpione sind in allen tropischen Regionen der Erde heimisch. Einige Arten werden seit dem 19. Jahrhundert regelmäßig auch in Europa in geheizten Gewächshäusern nachgewiesen.[1]

Einzelnachweise

  1. Stanislav Korenko, Mark Harvey, Stano Pekár (2010): Stenochrus portoricensis new to the Czech Republic. Arachnologische Mitteilungen 38:1-3. (Online ; PDF; 193 kB)

Weblinks

 Commons: Geißelskorpione  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Geißelskorpione (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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