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Gechingen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: CalwVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 484 m ü. NHN
Fläche: 14,68 km²
Einwohner: 3614 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75391
Vorwahl: 07056
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Calwer Straße 14
75391 Gechingen
Webpräsenz: www.gechingen.de
Bürgermeister: Jens Häußler
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Gechingen ist eine Gemeinde im Landkreis Calw in Baden-Württemberg.

Geographie

Geographische Lage

Gechingen liegt ca. 25 km südwestlich von Stuttgart im Hecken- und Schlehengäu, wenige Kilometer vom Schwarzwald entfernt und etwa auf halber Strecke zwischen Calw und Böblingen/Sindelfingen. Durch Gechingen fließt das Flüsschen Irm (schwäbisch Sau), welches über Aid und Würm in die Enz mündet. Der Ortskern selbst liegt im Tal, die umfangreichen Neubaugebiete erstrecken sich auch über die Hanglagen (Gailer, Bergwald, Angel, Kirchberg, Hahnenberg/Gänswasen).

Nachbargemeinden

Nachbarorte sind im Norden Althengstett und Ostelsheim, im Osten Deufringen, im Süden Dachtel (beides Ortsteile von Aidlingen und im Landkreis Böblingen gelegen), und im Westen Stammheim (Ortsteil von Calw).

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören das Dorf Gechingen, der Ort Bergwald und die Höfe Berghöfe, Dachtgrubenhöfe und Waldhof.[2]

Geschichte

Auch wenn vermutlich bereits früher Menschen in der Region gesiedelt haben, stammen die ältesten gesicherten Fundstücke aus der Bronzezeit (Kirchhalde). Aus der Zeit der Kelten sind mehrere Grabhügel entdeckt worden. In den Nachbarorten (Stammheim, Althengstett) gibt es größere Funde aus der späten Römerzeit.

Gechingen gehört zu den ältesten alamannischen Dörfern. Ortsnamen auf „-ingen“ gehören zu den ersten Ansiedlungen, die im 4. bis 5. Jahrhundert gegründet wurden. Über die Entstehung des Ortsnamens gibt es zwei Vermutungen. Die eine leitet sich von dem Namen „Gacho“ ab. Die Endung „-ing“ war eine Geschlechtsbezeichnung. „Gacho-ingen“ bezeichnet die Mehrzahl, also „bei den Leuten des Gacho“ (vgl. Bildungen wie „Merowinger“ oder „Karolinger“). Die andere Deutung bezieht sich auf den Wasserreichtum des Ortes. Die Vorsilbe „ge“ bedeutet „viele“ (wie „Gebirge“ gleich „viele Berge“), „Aach“ oder „Gach“ ist der alte Name für Wasser, daraus könnte Gachingen als „Dorf am Wasser“ entstanden sein.

in einer Reichenauer Chronik von Anfang 1500 ist Gechingen erstmals urkundlich Erwähnt. Darin wird von einer Schenkung um 830 berichtet. Die sechzehn Orte (teils aus nächster Umgebung), die damals an das Kloster Reichenau fielen, sind namentlich genannt. Darunter wird auch „Gaichingen“ erwähnt. Die Schenkung kam von einem Sohn des Calwer Grafen Erlafried († 850) mit Namen Noting. Er war Bischof in dem oberitalienischen Bistum Vercelli. Eine weitere gesicherten Nennung erfolgte im Jahr 1200. Ein Marquart von Gechingen schenkte dem Kloster Hirsau zwei Huben. Das Wappenbuch des Landkreises Calw verzeichnet als Erstnennung Gechingens im Codex Hirsaugiensis das Jahr 1150.

Im 15. Jahrhundert kaufte das Kloster Herrenalb Gechingen von den Tübinger Pfalzgrafen.

1534 wurde unter Herzog Ulrich die Reformation in Gechingen eingeführt. Mit der damit einhergehenden Säkularisierung des Klosters Herrenalb wurde Gechingen württembergisch und blieb es bis zur Gründung Baden-Württembergs.

Im Jahr 1881 fiel ein Großteil der damaligen Häuser einem Großbrand infolge Brandstiftung zum Opfer. Sämtliche Häuser der heutigen Gartenstraße (rechtsseitig) wurden ein Raub der Flammen. Noch heute wird berichtet, dass ein Mann um das heutige Anwesen Dachteler Str. 3 mit einer Bibel gelaufen ist und gebetet hat, dass das Haus nicht auch den Flammen zum Opfer fällt. Das Haus hatte lediglich leichte Brandschäden, wobei die umliegenden Häuser alle bis auf die Grundmauern abbrannten.

Am 20. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, erlebte Gechingen einen Luftangriff, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen, darunter ein französischer Kriegsgefangener. Auf dem Gechinger Friedhof wurden alle Opfer in einem Grab beigesetzt. Bereits am nächsten Tag besetzten Französische Soldaten den Ort ohne größeren Widerstand.

In den 1960er Jahren entstand der Ortsteil Bergwald als reine Wohnsiedlung. In den 1970ern und '80ern expandierte die Gemeinde durch die benachbarten Ansiedlung von größeren Firmen wie Daimler und IBM.

Religionen

Gechingen ist seit der Reformation evangelisch geprägt und hat bis heute eine evangelische Kirchengemeinde (Dekanat Calw); römisch-katholische Bürger werden von Aidlingen aus betreut. Ferner existiert unter anderem eine Kapelle der Siebenten-Tags-Adventisten.

Politik

Gechingen ist eine eigenständige Kommune und gehört zum Gemeindeverwaltungsverband Althengstett, zum Landkreis Calw, zur Region Nordschwarzwald, Regierungsbezirk Karlsruhe, Baden-Württemberg.

Bürgermeister

Bürgermeister ist Jens Häußler.

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Stimm- und Sitzverteilung:[3][4]

Bürger-Union 47,0 % 7 Sitze ±0 
Gechinger Freie Wählergemeinschaft 28,9 % 4 Sitze +1 
SPD 26,1 % 3 Sitze -1 

Wappen

Das 1955 verliehene Wappen zeigt in Gold auf blauem Dreiberg ein aufgerichteter roter Löwe, der in den Pranken einen blauen Abtsstab hält. Es enthält Elemente das Calwer Wappens (Löwe und Dreiberg), der Abtsstab deutet die ehemalige Zugehörigkeit zu den Klöstern Herrenalb und später Merklingen an.

Wirtschaft und Infrastruktur

Gechingen besitzt ein eigenes kleines Gewerbegebiet am Ortsausgang Richtung Gültlingen. Der größte Betrieb ist der Medizingerätehersteller Dürr Optronik (früher Gechinger Motoren Dürr+Co), ein Unternehmen der Dürr Dental-Gruppe. Weiterhin gibt es noch viele kleinere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Derzeit (Stand August 2006) laufen die Planungen für eine Ausweitung des Gewerbegebiets in Richtung Gültlingen. Ein erheblicher Anteil der Berufstätigen sind Pendler nach Böblingen, Sindelfingen oder Stuttgart (zum Beispiel zu Daimler, Hewlett-Packard oder IBM).

Verkehr

Verkehrsmäßig ist Gechingen über Kreisstraßen in Richtung Calw und Böblingen angeschlossen. Die nächste Autobahn-Anschlussstelle (Gärtringen) liegt etwa zehn Kilometer östlich (A 81). Von Böblingen über Aidlingen-Dachtel und Gechingen nach Calw verkehrt eine Buslinie.

Bildungseinrichtungen

In Gechingen gibt es eine Grund- und Hauptschule (Schlehengäuschule) mit Turnhalle und Hallenbad.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Martinskirche

Die 1481 errichtete Martinskirche ist die evangelische Gemeindekirche Gechingens. Aus verschiedenen Quellen kann man sicher schließen, dass es in Gechingen bereits vor der Martinskirche eine andere Kirche gab. Der Kirchenname erinnert wohl an Martin von Tours (um 316–397), daher ist es wahrscheinlich, dass die erste Kirche in fränkischer Zeit, also um 700 entstand, da Martin der Schutzheilige Frankens war.

Zunächst handelte es sich um eine katholische Kirche. Doch auch nachdem Gechingen 1534 reformiert wurde, blieb die protestantische Kirche in katholischem Besitz, da sie dem Chorherrenstift Baden-Baden unterstellt war. Das blieb sie bis 1806. 1865 bis 1867 wurde die Kirche um 120 Plätze vergrößert. Der zu klein gewordene Kirchturm wurde 1876 von 24 auf 42 Meter erhöht.

Die Orgel, 1842 vom bekannten Orgelbauer Johann Viktor Gruol aus Bissingen an der Teck gebaut, befindet sich heute in der Musikhistorischen Sammlung Jehle im Stauffenberg-Schloss in Albstadt-Lautlingen.

Bei einem Luftangriff gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche erheblich beschädigt, zu einer Instandsetzung kam es erst Anfang der 1950er Jahre.

In der evangelischen Gemeinde unvergessen ist Adolf Burkhardt (1929–2004), der hier von 1960 bis 1972 als Pfarrer wirkte. Er gründete auch eine Esperanto-Gruppe, deren Mitglieder bis heute für die internationale Sprache eintreten.

Etwa einmal monatlich findet in der Kirche ein katholischer Gottesdienst statt.

Museen

Das Museum Appeleshof hat von April bis November an jedem 1.Sonntag im Monat von 14-18 geöffnet und bietet Einblicke in die Geschichte und Lebensweise der Bewohner von Gechingen. Sonderführungen für Gruppen nach Anmeldung.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Hochwasser am Freitag, den 15. Mai 2009

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Am Freitag, den 15. Mai 2009 wurde das Gebiet um Gechingen, Althengstett und Ostelsheim von einem gewaltigen Unwetter befallen, dessen Resultat eine Überflutung von Straßen und Feldern war. Der starke Regen führte zu einer kompletten Überflutung ab der Dorfäckerstraße, die Wassermassen flossen weiter in den Ortskern, vorbei an dem Rathaus und weiter zur Irm. Eine Art Fluss hatte sich durch Gechingen gebildet. Die Irm weitete sich auf 30 Meter aus und floss weiter in Richtung Aidlingen.

Durch das Hochwasser sind etliche Keller und Garagen geflutet worden, selbst die Pflastersteine im Ortskern wurden weggespült. Ein Lebensmittelladen in Gechingen wird nie wieder in Betrieb genommen werden können, da der entstandene Schaden um die 40.000 Euro beträgt.

Die Polizei musste sämtliche Zufahrtsstraßen nach Gechingen sperren. Mehrere Freiwillige Feuerwehren aus dem Landkreis waren mit rund 300 Mann im Einsatz. Sie mussten vor allen Dingen voll gelaufene Keller leer pumpen, dabei entstanden durch aufgeschwemmte Heizöltanks zunächst die größten Probleme. Mehrere Tiefgaragen, in denen einige Fahrzeuge geparkt waren, standen bis zur Decke unter Wasser.

Drei Feuerwehrleute zogen sich bei den Hilfsmaßnahmen leichte Verletzungen zu. Das Deutsche Rote Kreuz war mit mehr als 40 Personen im Einsatz, dazu kam noch eine 17 Personen starke Reserve in Calw. Das Technische Hilfswerk (THW) Calw sorgte mit 18 Mann für die Ausleuchtung, während die Calwer Polizei mit 33 Beamten für die erforderlichen Umleitungs- und Absperrmaßnahmen zuständig waren. Die Einsätze wurden durch die Bereitschaftspolizei aus Bruchsal unterstützt.

Laut Schätzungen der Polizei beträgt der Schaden um die 4 Millionen Euro.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 475–476
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg , abgerufen 26. Dezember 2014
  4. Öffentliche Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl des Gemeinderats am 25. Mai 2014 , abgerufen 26. Dezember 2014 über die Homepage der Bürger-Union Gechingen

Quellen/Literatur

  • Roller, Fritz: Gechinger Chronik, 1996 (Arbeitskreis Heimatgeschichte im Schwarzwaldverein Gechingen)
  • Karl Friedrich Eßig, Heimatbuch

Weblinks

 Commons: Gechingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Gechingen – in der Beschreibung des Oberamts Calw von 1860

Kategorien: Ort im Landkreis Calw | Gechingen | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gechingen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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