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Gastroösophagealer Reflux


Klassifikation nach ICD-10
K21.9 Gastroösophageale Refluxkrankheit
K22.8 Kardiainsuffizienz
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

GÖR, Abkürzung für gastroösophagealen Reflux (englisch GER, gastroesophageal reflux), meint den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Tritt dies nicht nur gelegentlich auf, liegt eine Kardia-Insuffizienz zugrunde, d. h. der innere Schließmuskel (Ösophagussphinkter), der die Speiseröhre vom Magen trennt, funktioniert nicht richtig, wodurch Speisebrei aus dem Magen zurück in die Speiseröhre fließen kann und dort je nach Menge der Magensäure im Mageninhalt, Häufigkeit und Dauer des Refluxes zu einer Refluxösophagitis führen kann.[1]

Ursachen

  • Unreife des Sphinkters in den ersten Lebensmonaten[2][3]
  • Ausstülpung des Magens durch das Zwerchfell, axiale Hiatushernie, abnorm kurze Speiseröhre (Brachyösophagus)
  • Überlastung durch große Füllung des Magens oder hohen Druck im Bauchraum, bei Abflussbehinderung aus dem Magen.

Symptome

Größere Refluxmenge mit Füllung des gesamten Ösophagus bis in den Rachenraum kann zum Erbrechen führen:

so kommt es bei Säuglingen sehr häufig mit dem Aufstoßen nach dem Trinken, aber auch beim Liegen zum „physiologischen“ Reflux.[2]

Abzugrenzen ist das „schwallartige Erbrechen“ infolge massiven Refluxes bei Obstruktion mit Abflussbehinderung z. B. bei der Pylorusstenose.

Erfolgt der Rückfluss auf die Speiseröhre begrenzt, sind die klinischen Zeichen nicht so offensichtlich: Vor allem nachts kommt es (bedingt durch das Liegen), nach Mahlzeiten, häufig nach Kuchen oder süßen Speisen, beim Bücken oder Heben von Lasten oder Konsum von Tabakrauch oder Alkohol zum sauren Aufstoßen von Magensaft und/oder zu Sodbrennen. Es kann auch ohne Sodbrennen lediglich ein unspezifischer Brustschmerz auftreten, selten im Oberbauch. In diesen Fällen ist die Abgrenzung von Herzerkrankungen schwierig.

Diagnostik

In typischen Fällen ist der unkomplizierte GÖR klinisch hinreichend erkennbar.

Bildgebend kann das Vorliegen, das Ausmaß und eventuell die Ursachen eines Refluxes im Säuglingsalter durch Sonographie[4] erfolgen, ferner im Röntgen durch obere Magen-Darm-Passage. Zusätzlich oder alternativ kann eine 24-h-pH-Metrie (Säuremessung) durchgeführt werden.

Komplikationen

Die wichtigste Folgeerscheinung eines GÖR ist die Refluxösophagitis. Analog sind Veränderungen des Rachenraumes möglich, sogenannte Laryngitis gastrica. Dort ist jeweils sowohl die Diagnostik als auch die Therapie ausführlich beschrieben.

Langanhaltener Reflux kann auch zu nicht-entzündlichen Schleimhautveränderungen der Speiseröhre führen, sogenannter Barrett-Ösophagus.

Unbemerkter GÖR bei Kleinkindern und Säuglingen kann zu auch wiederholten Aspirationen eventuell mit Aspirationspneumonie führen.[5]

Davon abgesehen kann ein ausgeprägter Reflux den Nahrungsaufbau nachhaltig behindern sowie die Ernährung über eine Magensonde oder PEG erschweren bis unmöglich machen.

In diesen Fällen kommt auch ohne entzündliche Veränderungen eine Operation infrage, zumeist eine Laparoskopische Fundoplicatio.

Einzelnachweise

  1. W. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, Verlag Walter de Gruyter, 265. Auflage (2014) ISBN 3-11-018534-2
  2. 2,0 2,1 W. Schuster, D. Färber (Hrsg.): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Springer 1996, ISBN 3-540-60224-0.
  3. E. Richter, W. Lierse: Radiologische Anatomie des Neugeborenen für Röntgen, Sonographie, CT, MRI, 1990 Urban & Schwarzenberg, ISBN 3-541-13141-1
  4. V. Hofmann, K. H. Deeg, P. F. Hoyer: Ultraschalldiagnostik in Pädiatrie und Kinderchirurgie. Lehrbuch und Atlas. Thieme 2005, ISBN 3-13-100953-5.
  5. F. C. Sitzmann: Kinderheilkunde. Diagnostik – Therapie – Prophylaxe. 6. Auflage, Hippokrates 1988, ISBN 3-7773-0827-7
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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gastroösophagealer Reflux (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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