Gastmusiker - LinkFang.de





Sideman

(Weitergeleitet von: Sideman)

Sidemen (auch: Gastmusiker) sind in der Öffentlichkeit bekannte Instrumentalisten oder Vokalisten, die von anderen Interpreten oder Musikproduzenten gegen Honorar verpflichtet werden, bei Studio- oder Live-Produktionen als namentlich benannter Musiker in Formationen mitzuwirken, bei denen sie weder offizielles Band- oder Projektmitglied sind, noch bei solchen Engagements in besonderer Weise im Vordergrund stehen (Featuring). Seit dem Jahr 2000 können diese Musiker in der Kategorie ‚Sidemen‘ in die Rock'n Roll Hall of Fame aufgenommen werden.

Entstehungsgeschichte

Sideman sind nicht anonym wie oft ein Sessionmusiker, sondern der Musiköffentlichkeit durchaus als eigenständige Interpreten mit einer individuellen Karriere bekannt. Der Ausdruck entstand etwa Mitte der 1930er Jahre durch den Einsatz von Gastmusikern im Jazz, wo eine mehr oder weniger formelle Jazzband sich durch Sidemen ergänzen ließ. Dort ist der Sideman weder der Leader der Jazzband noch ein Solist,[1][2] sondern beispielsweise Satzbläser.[3] Die Sidemen ergänzten die Jazzband musikalisch und verbesserten ihre Darbietung. Später kamen Sidemen auch in der Bluesmusik zum Einsatz, als sich Blueslegenden wie Muddy Waters oder Howlin’ Wolf durch Sidemen wie Otis Spann, Willie Dixon oder Hubert Sumlin begleiten ließen.

Verlieren Sessionmusiker ihre Anonymität und treten selbst auf, werden sie zu Sidemen, sofern sie weiterhin auch andere Künstler begleiten. Nicht wenigen Sidemen gelang es, aus dem Schatten ihrer Funktion herauszutreten und eigenständige Karrieren zu organisieren. Umgekehrt nehmen selbst Stars und Berühmtheiten der Branche die Rolle des Sideman ein, um als Gastmusiker für Kollegen tätig zu werden. Beispiel hierfür ist der britische Gitarrist Jimmy Page, der als Mitglied der Yardbirds bekannt war und zudem zahlreiche britische Popmusiker bei Tonaufnahmen begleitete.

Musician's Musician

Während für die Rolle des ‚Sideman‘ in der Regel seine Popularität beim Publikum von Belang ist, steht beim Musician's Musician („Musiker der Musiker“) die ihm entgegengebrachte hohe kollegiale Anerkennung und besondere Wertschätzung des produzierenden und ausübenden Musikers im Vordergrund, unabhängig von Bekanntheitsgrad oder Tonträgerverkäufen. Man kann ihn auch als „Lieblingsmusiker“ oder „bevorzugten Musiker“ eines anderen Musikers bezeichnen.[4] Er verfügt prinzipiell über besondere musikalische Fähigkeiten, wobei der Begriff allgemein seine außerordentliche musikalische und künstlerische Kompetenz und Expertise zum Ausdruck bringen soll.[5] Bekannte Beispiele, die als Musician's Musician gelten, sind unter anderem Art Tatum, Harry Nilsson, Klaus Voormann, Sonny Landreth, Albert Lee, Ry Cooder, Nicky Hopkins oder Claudio Abbado.[6][7]

Sonstiges

Nach dem Sideman wurde die erste kommerziell genutzte elektronische Rhythmusmaschine von Wurlitzer benannt, die 1957 als Beistellgerät zur Wurlitzer-Orgel bis 1965 hergestellt wurde.

In einem Interview von 1968 antwortete John Lennon auf die Frage nach seiner Lieblings-Band: “Nilsson.” – Und meinte damit den Musiker Harry Nilsson.[6]

Namhafte Gastmusiker

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jürgen Wölfer: Lexikon des Jazz. 1993, S. 464.
  2. The American Heritage Dictionary of the English Language. 4. Auflage. 2009, über Sideman
  3. Wieland Ziegenrücker, Peter Wicke: Sachlexikon Popmusik. 1985, S. 357.
  4. Musician's Musician – Definition auf enzyklo.de
  5. Don Stiernberg: Jazz Mandolin Appetizers. Mel Bay Publications, 2013, ISBN 978-1-61911-441-8, S. 39.
  6. 6,0 6,1 Sebastian von Haugwitz: Der unbekannte Herr Nilsson. WDR5 vom 27. September 2013
  7. Nancy Phelan: Charles Mackerras: A Musician's Musician. Verlag Victor Gollancz, London 1987, ISBN 0-575-03620-6.

Kategorien: Musikberuf | Fachbegriff (Orchester)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sideman (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.