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Éditions Gallimard

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Gallimard ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu anderen Bedeutungen siehe Gallimard (Begriffsklärung).

Éditions Gallimard ist ein bedeutendes französisches Verlagshaus. Es hat seinen Stammsitz in Paris, rue Sébastien-Bottin 5 im 7. Arrondissement.

Geschichte

Gegründet wurde das Verlagshaus 1911 von Gaston Gallimard, der gemeinsam mit André Gide und Jean Schlumberger die Idee hatte, der damals drei Jahre alten Zeitschrift Nouvelle Revue Française einen Bücherverlag anzugliedern. Die ersten drei Bücher – L’Otage (Die Geisel) von Paul Claudel, Isabelle von André Gide und La Mère et l’enfant von Charles-Louis Philippe – erschienen im Juni 1911 unter der Verlagsbezeichnung Les Éditions de la Nouvelle Revue Française (NRF).[1] Daraus leitet sich das stilisierte Logo nrf ab, das auch heute noch auf vielen Titeln des Verlags zu finden ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von Marcel Duhamel im Gallimard-Verlag die Série noire („Schwarze Reihe“) gegründet, eine französische Reihe von Kriminalromanen amerikanischer Herkunft, den sogenannten „Thrillern“. Diese eigenständig, französisch geprägte Gattung war entscheidend verantwortlich für die rasante Entwicklung des Roman noir in Frankreich.[2]

Seit 1992 sind die Éditions Gallimard im Besitz der übergeordneten Holding Groupe Madrigall. Zu dieser gehören heute, 2015, neben Gallimard auch Flammarion und andere Verlagshäuser.

Die werden heute vom Enkel des Gründers, Antoine Gallimard, geführt. Laut The Guardian profitierte Éditions Gallimard selbst 2000 noch von André Gide, der quasi als Talentscout die beste „Backlist“ im internationalen Verlagsgeschäft geschaffen habe.[3] Allein 2003 veröffentlichte der Verlag 1418 Einzeltitel. Insgesamt umfasst das laufende Verlagsprogramm rund 17.000 Titel von ca. 7000 Autoren, hierunter:

Marcel Proust, André Gide, Milan Kundera, Georges Simenon, Saint-John Perse, Antonin Artaud, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Albert Camus, Louis-Ferdinand Céline, Jean Genet, René Char, Louis Aragon, Pierre Klossowski, Élisabeth Gille, André Malraux, Léo Malet, Philippe Djian, Jean-Claude Izzo, Antoine de Saint-Exupéry, Raymond Queneau, Marguerite Yourcenar, Eugène Ionesco, Georges Schehadé, Nathalie Sarraute, Marguerite Duras, Jean-Patrick Manchette, Pascal Quignard, Michel Tournier, Patrick Modiano, Jean-Marie Gustave Le Clézio, Lydie Salvayre und Édouard Glissant.

Das Unternehmen machte im Jahr 2003 mit 1000 Mitarbeitern einen Umsatz von 226 Millionen Euro. Im Jahr 2011 wurde in der Bibliothèque nationale de France anlässlich des 100-jährigen Jubiläums eine Ausstellung zur Verlagsgeschichte ausgerichtet.[4]

Untergliederung

Verlagshäuser

Vertrieb und Distribution

Programmreihen

  • L’Arbalète/Gallimard
  • L’Arpenteur
  • L’Aube des peuples
  • La Bibliothèque de la Pléiade
  • Bibliothèque des histoires
  • La Bibliothèque Gallimard
  • Bibliothèque des idées
  • Bibliothèque des sciences humaines
  • La Blanche
  • Le Cabinet des Lettrés
  • Les Cahiers de la Nrf
  • Le Chemin
  • Connaissance de l’inconscient
  • Continents noirs
  • Le Débat
  • Découvertes Gallimard (Ausgliederung von François Masperos Verlagshaus)
  • Du Monde entier
  • Folio
  • Folio essais
  • Folio histoire
  • Folio actuel
  • Folio bilingue
  • Folio théâtre
  • Folio plus
  • Foliothèque
  • Folio classique
  • Folio policier
  • Folio SF
  • Folio documents
  • Folio 2 €
  • Folioplus classiques
  • Haute enfance
  • L’Imaginaire
  • L'Infini
  • Joëlle Losfeld
  • Livres d’art
  • NRF Biographies
  • NRF Essais
  • La Noire
  • Poésie/Gallimard
  • Le Promeneur
  • Quarto
  • Série noire
  • Le Temps des images
  • L’Univers des formes
  • L’Un et l’autre

Literatur

  • Pierre Assouline: Gaston Gallimard – Un demi-siècle d’édition française. Balland, 1984.
  • Pierre Assouline: Gaston Gallimard: medio siglo de edición en Francia. Península, Barcelona 2003, ISBN 84-8307-544-X.

Film

  • Im Reich der Bücher. Gallimard. (OT: Gallimard, Le Roi Lire.) Dokumentarfilm, Frankreich, 2011, 93:20 Min., Buch und Regie: William Karel, Produktion: Films du Bouloi, arte France, INA, France Télévisions, deutsche Erstsendung: 10. Februar 2014 bei arte, Inhaltsangabe von arte.

Weblinks

 Commons: Editions Gallimard  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eléonore Sulser: Paul Gallimard, le génie oublié de la dynastie. Artikel erschienen in Le Temps am 25. Juni 2011 [1]
  2. Siehe zur Geschichte der série noire, Emmanuelle Papazian, Brève histoire de la Série Noire, in: La République des Lettres, 30. Juli 2010, online (Memento vom 3. Februar 2011 im Internet Archive) zuletzt abgerufen am 10. Mai 2013.
  3. Paul Webster: The French connection. Paul Webster explores current crises and literary rebirths in the land of Flaubert and Voltaire. In: The Guardian, 29. Juli 2000.
  4. Ausstellung 100 Jahre Gallimard , Helmut Mayer in der FAZ am 29. März 2011, abgerufen am 12. Oktober 2014.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Éditions Gallimard (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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