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GEDOK


Die GEDOK ist als Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V. das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Kunstgattungen.

Organisation und Ziel

Die Vereinigung zählt zurzeit mehr als 2800 Mitglieder[1] in 23 deutschen Städten. Der Verband bringt das Werk und die Leistung von Künstlerinnen an die Öffentlichkeit und verfolgt dabei das Ziel, deren künstlerischen Talente zu fördern und deren besondere Lebens- und Arbeitssituation zu verbessern. Der Verein setzt sich ein für die gendergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens und die paritätische Besetzung von Spitzenpositionen in Kunst und Kultur. In der Öffentlichkeit ist die Künstlervereinigung präsent durch interdisziplinäre Kunstprojekte, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Symposien, Publikationen und Kataloge. Der Verein bietet ihren Mitgliedern ideelle und finanzielle Unterstützung durch das Engagement ihrer Kunstförderer.

Für Förderer veranstaltet der Verein interdisziplinäre Ausstellungen, Atelierbesuche, Werkstattgespräche, Kunstfahrten, Lesungen, Konzerte und internationale Symposien. Mitglieder werden gefördert mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Auszeichnungen und Stipendien. Ausschreibungen für herausragende Leistungen sind: Dr.-Theobald-Simon-Preis für Bildende Kunst, GEDOK FormArt Klaus Oschmann Preis für Angewandte Kunst, Ida-Dehmel-Literaturpreis und GEDOK Literaturförderpreis. In der Sparte Musik veranstaltet der Verein Bundeskonzerte, Musik- und Gesangswettbewerbe. Der Verein ist Jurymitglied bei der Vergabe des Gabriele Münter Preises für Bildende Künstlerinnen. Der Verein ist Herausgeberin von Katalogen, Dokumentationen, von Anthologien und Editionen. Der Verein engagiert sich außerdem in nationalen und internationalen Kultureinrichtungen, politischen Gremien und Verbänden. Der Verein ist vertreten in folgenden nationalen und internationalen Gremien: Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste, Deutscher Kulturrat, Deutscher Kunstrat, Deutsche Literaturkonferenz, Deutscher Musikrat, Europäischer Musikrat, Stiftung Kunstfonds, Deutscher Frauenrat. Sie hat Jurymitglieder im Auswahlgremium Kunst am Bau der Bundesregierung, der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst und der Künstlersozialkasse.

In den oben genannten Gremien arbeitet der Verein kulturpolitisch zugunsten der öffentlichen Chancen von Künstlerinnen. Doch auch nach innen versteht sich der Verein als Netzwerk: Ihren Künstlerinnen ermöglicht sie eine intensive Zusammenarbeit – regional und überregional, innerhalb der eigenen Sparte wie auch interdisziplinär.

Gründungsgeschichte

Der Verein wurde 1926 in Hamburg von der deutschen Jüdin Ida Dehmel (1870–1942) als „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ gegründet. 1929 erfolgte die Gründung des Kölner Ortsvereins unter dem Vorsitz von Alice Neven DuMont. Kurz nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde Ida Dehmel 1933 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zum Rücktritt aus dem Vorstand gezwungen und letztendlich aus dem Verein ausgeschlossen. Von den damals 7000 Mitgliedern[2] sollen 5000 aus Solidarität mit Ida Dehmel ausgetreten sein. Als neue Vorsitzende wurde Elsa Bruckmann (Mitglied der NSDAP) eingesetzt, die Künstlervereinigung wurde in ReichsGEDOK umbenannt.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich die ersten GEDOK-Gruppen wieder zusammen: 1945 in Stuttgart, 1946 in Hannover, Mannheim, Hamburg, in Köln 1947 und 1948 in Heidelberg. 1948 formierte sich die BundesGEDOK neu. Die konstituierende erste Sitzung fand im Haus von Anna Maria Darboven auf Initiative von Marianne Gärtner, der Nichte von Ida Dehmel, in Hamburg statt. 2010 löste sich die Sektion Österreich bis auf Weiteres auf. 1990 gründeten sich nach der Wiedervereinigung weitere Regionalgruppen in den neuen Bundesländern, so dass der Verein mit seinen 23 Regionalgruppen heute ein funktionierendes Netzwerk bildet.

Vorstand

Sitz des Vereins ist Bonn (Haus der Kultur), wo sich auch die Bundesgeschäftsstelle befindet. Der aktuelle Vorstand (Stand März 2015) setzt sich neben anderen zusammen aus der Präsidentin Ulrike Rosenbach, der ersten stellvertretenden Vorsitzenden Gerlinde Förster, der zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Gudrun Mettig, der Schatzmeisterin Christel Achilles und der Schriftführerin Cecilia Szabó.

Gemeinnützigkeit und Aufnahmebedingungen

Der Verein ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Ihre Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich. Der Verein bezieht ihre finanziellen Mittel aus Beiträgen und Spenden sowie projektgebundenen Zuschüssen. Eine Besonderheit ist, dass nicht nur Künstlerinnen, sondern auch Förderer Mitglied werden können. Die Aufnahme erfolgt über die Regionalgruppen. Bei Künstlerinnen ist ein Hochschulabschluss erwünscht, aber auch qualifizierte Autodidaktinnen können sich bewerben. Eine Fachjury in den Regionalgruppen entscheidet über deren Aufnahme.

Literatur

  • GEDOK Hannover (Hrsg.): 80 Jahre GEDOK Hannover. 2007.
  • Ines Katenhusen: „... das bedürfnis nach geistiger anregung ...“, GEDOK-Künstlerinnen und Kunstfreundinnen im Hannover der zwanziger Jahre. In: C. Schroeder, K. Ehrich (Hrsg.): Adlige, Arbeiterinnen ... Frauenleben in Stadt und Region Hannover. 1999.
  • Ines Katenhusen: GEDOK. In: Stadtlexikon Hannover. S. 206.
  • Irene Franken: GEDOK. In Frauen in Köln – Der historische Stadtführer. Köln 2008, ISBN 978-3-7616-2029-8, S. 186–190.

Weblinks

 Commons: GEDOK  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://gedok.de/08/?p=8&PHPSESSID=6dcd045a496e69601d1803c3eaa1a16f
  2. Ruth Schneeberger: Frauenkunstverein „Gedok“ – Fenster zur Finsternis. In: sueddeutsche.de. 18. November 2015, abgerufen am 1. März 2016.

Kategorien: Künstlervereinigung | Gegründet 1926 | Verein (Bonn)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/GEDOK (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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