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Gökçeada


Gökçeada
(Ímvros/Ímbros)
Berge der Insel Gökçeada mit den erloschenen Vulkan İlyas Dağ im Hintergrund
Gewässer Thrakisches Meer
Inselgruppe Saruhan Adaları (Östliche Sporaden)
 
Länge 29,5 km
Breite 13 km
Fläche 286,84 km²
Höchste Erhebung İlyas Dağ
673 m
Einwohner 8644 (2014)
30 Einw./km²
Hauptort Gökçeada
Gökçeada-Stausee von Tepeköy aus

Gökçeada, bis 29. Juli 1970 İmroz[1] (griechisch Ίμβρος Ímvros / Ímbros, deutsch auch: Imbros) ist eine Ägäisinsel in der türkischen Provinz Çanakkale. Hauptort der Insel ist die Stadt Gökçeada, die gleichzeitig Kreisstadt des gleichnamigen mit der Insel flächenmäßig identischen Landkreises ist.

Geographie

Die Insel liegt strategisch günstig am Eingang der Dardanellen im Thrakischen Meer, 16 km westlich der Halbinsel Gallipoli und rund 30 Kilometer nordwestlich von Troja. Sie ist 13 km breit und 30 km lang. Die Insel hatte 8.644 Einwohner im Jahr 2014.[2] Der höchste Berg ist der 673 Meter hohe erloschene Vulkan İlyas Dağ.

Geologie

Gökçeada liegt auf der Anatolischen Platte unmittelbar am nördlichen Rand der Plattengrenze zur Eurasischen Platte. Entlang der dadurch entstandenen Transformstörung ereigneten sich größere Erdbeben und stellen für die Insel ein großes Risiko dar. Kleine spürbare Erdbeben sind in Gökçeada nichts Außergewöhnliches.[3] Am 24. Mai 2014 wurde Gökçeada von einem heftigen Erdbeben mit einer Magnitude von 6,9 Mw erschüttert. 30 Menschen wurden dabei verletzt und einige alte Häuser wurden beschädigt.[4][5]

Klima

Die Insel hat mediterranes Klima mit warmen trockenen Sommern und feuchten kühlen Wintern. Regen fällt zwischen Mai und August in Ausnahmefällen. In der Regel sind kaltes Wetter und Regen in der ersten Septemberhälfte zu erwarten. Schnee und Bodenfrost sind im Winter keine Seltenheit.

Monatliche Durchschnittstemperaturen für Gökçeada
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 9,4 9,7 12,2 17,1 22,1 27,3 29,5 29,0 25,3 19,7 14,5 10,8 Ø 18,9
Min. Temperatur (°C) 4,4 4,3 6,1 9,8 13,9 18,2 20,3 20,3 17,3 13,4 9,3 6,0 Ø 12
Temperatur (°C) 6,7 6,7 8,8 13,1 17,7 22,5 24,6 24,2 20,7 16,1 11,6 8,3 Ø 15,1
Sonnenstunden (h/d) 3 4 5 7 9 11 12 11 9 6 3 2 Ø 6,8
Regentage (d) 10,6 9,6 9,1 8,6 6,6 3,2 2,3 1,8 3,6 5,9 10,0 12,3 Σ 83,6
Wassertemperatur (°C) 11,8 12,3 12,9 13,1 16,6 21,4 25,1 25,6 22,4 20,7 16,1 11,9 Ø 17,5
Luftfeuchtigkeit (%) 73 71 69 66 64 58 58 59 62 68 72 74 Ø 66,1
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9,7
4,3
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22,1
13,9
27,3
18,2
29,5
20,3
29,0
20,3
25,3
17,3
19,7
13,4
14,5
9,3
10,8
6,0
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Flora und Fauna

Gökçeada ist besonders reich an Nutzpflanzen. Es gibt weite Olivenhaine und kleinere Pinienbestände.

Bildung

Auf der Insel befinden sich drei Volksschulen, in denen insgesamt 823 Schüler unterrichtet werden. In den mittleren Schulen werden 605 Schüler unterrichtet. 106 Lehrer sind an Schulen auf der Insel angestellt. Des Weiteren gibt es drei Gymnasien und eine Berufshochschule. Auf Gökçeada wird eine Bibliothek mit 11.081 Büchern von drei Angestellten betrieben. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 95 Prozent.[6]

Nach fast 50 Jahren wurde eine private griechische Grundschule im September 2013 wieder eröffnet, in der nur drei Schüler unterrichtet werden. Die Schule wurde 1951 gegründet und 1964 vom türkischen Staat geschlossen. 2015 wurden erstmals seit 1964 auch ein griechisches Gymnasium und Lyzeum, die in einem Gebäude untergebracht sind, wiedereröffnet, in denen insgesamt nur 11 Schüler unterrichtet werden.[7]

Geschichte und Politik

Die Insel, auf der sich die älteste bekannte Kultstätte des Hermes befindet,[8] war seit der Antike besiedelt. Während der Zeit des Römischen Reiches gehörte sie zur Provinz Thracia - damals noch unter ihrer griechischen Bezeichnung Imbros. Im Mittelalter gehörte sie zum Byzantinischen Reich, in der Renaissance (schon vor dem Fall Konstantinopels 1453) zum Osmanischen Reich. Als Teil der Provinz Ostthrakien gehörte das damalige Imbros mit der Nachbarinsel Bozcaada zwischen 1919 und 1923 kurzzeitig zu Griechenland. Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg wurde sie im Vertrag von Lausanne 1923 von Griechenland wieder abgetrennt und ebenso wie Bozcaada demilitarisiert. Im Vertrag von Lausanne vereinbarten Griechenland und die Türkei einen gegenseitigen Bevölkerungsaustausch, eine der Ausnahmen von dieser Zwangsumsiedlung betraf die Griechen Gökçeadas.

In Artikel 14 des Vertrags wurde den Griechen der Inseln ein Autonomiestatus zugesprochen. So sollte Gökçeada zwar unter türkischer Souveränität stehen, allerdings von einer unabhängigen Verwaltung geleitet werden, die auch das Polizeiwesen der Insel selbständig leiten sollte. Allerdings kam es nie dazu. Wegen der Verschärfung des Zypernkonflikts kam es ab 1964 vielmehr zu Repressalien gegen die griechische Bevölkerung (z. B. Schließung sämtlicher griechischer Schulen), so dass der Anteil der griechischen Bevölkerung auf wenige hundert Einwohner zurückgegangen ist. In den letzten Jahren ist eine Erholung zu verzeichnen, da viele ausgewanderte Inselbewohner ihren Besitz renovieren und zumindest den Sommer dort verbringen.

Söhne und Töchter der Insel

Einzelnachweise

  1. Alexis Alexandris: The Identity Issue of The Minorities In Greece And Turkey. in Renée Hirschon (Hrsg.): Crossing the Aegean: An Appraisal of the 1923 Compulsory Population Exchange Between Greece and Turkey. Berghahn Books, 2003, S. 120
  2. Türkisches Institut für Statistik (Memento vom 10. Februar 2015 auf WebCite), abgerufen 10. Februar 2015
  3. İstanbul ve Civarının Deprem Etkinliğinin Sürekli İzlenmesi Projesi - Marmara Bölgesi . Deprem.ibb.gov.tr. Abgerufen am 14. Januar 2016. (türkisch)
  4. Schädliche Erdbeben in Griechenland / Türkei (Ägäis) - zumindest 324 verletzt + eine Menge Schaden . Erdbeben-Report.com. 24. Mai 2014. Abgerufen am 24. Mai 2014.
  5. M6.9 - 19km S of Kamariotissa, Greece . United States Geological Survey. 24. Mai 2014. Abgerufen am 24. Mai 2014.
  6. Bildungswesen auf Gökçeada (Memento vom 11. Oktober 2007 im Internet Archive) auf gokceada.gov.tr, abgerufen am 29. Juli 2008 (Offizielle Internetpräsenz der Landkreisverwaltung)
  7. Πρώτο κουδούνι στο γυμνάσιο Ιμβρου (griechisch)
  8. Gustav Leue: 1925. Noch Einmal Die Akrosticha in Der Periegese Des Dionysios. Hermes 60(3): 367–368, S. 367, JSTOR 4473967 .

Literatur

  • Nikolaos P. Andriotis: Περί του γλωσσικού ιδιώματος της Ίμβρου. Ελεύθερη Σκέψις, Athen 1996. – („Über die Mundart von Imbros“).

Weblinks

 Commons: Gökçeada  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Gökçeada (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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