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Fusch an der Großglocknerstraße


Fusch ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Maschinenbau-Industriellen siehe Gustav Fusch.
Fusch an der Großglocknerstraße
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Zell am See
Kfz-Kennzeichen: ZE
Hauptort: Zeller-Fusch
Fläche: 158,05 km²
 :
Höhe: 815 m ü. A.
Einwohner: 701 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 4,4 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5672
Vorwahl: 06546
Gemeindekennziffer: 5 06 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zeller Fusch 125
5672 Fusch an der Großglocknerstraße
Website: www.fusch.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Schernthaner (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(9 Mitglieder)
5
2
2
Lage der Gemeinde Fusch an der Großglocknerstraße im Bezirk Zell am See
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fusch an der Großglocknerstraße ist eine Gemeinde mit 701 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Bezirk Zell am See (Pinzgau) im Land Salzburg in Österreich. Das nach Norden verlaufende Fuscher Tal, das Gemeindegebiet, liegt nördlich des Alpenhauptkamms zwischen dem Kapruner Tal (im Westen) und dem Raurisertal (im Osten) und mündet in das Salzachtal.

Geografie

Lage und Landschaft

Vom Alpenhauptkamm bahnt sich die Fuscher Ache ihren Weg ausgehend vom obersten Abschnitt des Fuscher Tals – dem Käfertal – durch Ferleiten und den Ortsteil Fusch, bis sie schließlich im Norden in Bruck 2 km nördlich des Fuscher Gemeindegebiets in die Salzach einmündet. Durch das Fuscher Tal und das im Talschluss gelegene – und ebenfalls zu Fusch gehörende – Ferleiten führt die Großglockner-Hochalpenstraße, eine bekannte Panoramastraße und beliebtes Ausflugsziel.

In einem Seitental des Fuscher Tales findet man auf 1188 m ü. A. die Siedlung Bad Fusch, ein im 18. und 19. Jahrhundert unter dem Namen St. Wolfgang bekannter Höhenkurort, der allerdings heute stark verfallen ist und nur mehr als Ausflugsziel genutzt wird. Hier finden sich zahlreiche Quellen, denen teilweise heilende Wirkung nachgesagt wird. Nachdem hier Erzbischof Friedrich Kardinal Schwarzenberg 1829 erstmals kurte, förderte dieser den Kurort. Bad Fusch gehörte im 19. Jahrhundert zu den bekanntesten Höhenkurorten Österreichs und konnte sich mit Bad Gastein messen. Allerdings verfiel der Ort infolge der Insolvenz des einzigen verbliebenen Großhotels nach 1945 und besteht heute nur noch aus Ruinen und einer in den 1990er Jahren restaurierten Kirche.

Weite Teile des Tales gehören zum Nationalpark Hohe Tauern und unterliegen damit besonders strengen Naturschutzbestimmungen.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Taxenbacher-Fusch (232)
  • Zeller-Fusch (432)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Fusch.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Geschichte

Das Fuscher Tal bildet das nördliche Ende eines alten Passweges über die Alpen, der bereits in keltischer Zeit als Saumpfad benutzt wurde. In der Nähe des Hochtors wurden keltische und römische Münzen gefunden, sowie das höchstgelegene europäische Heiligtum mit einer kleinen Herkules-Statue. Ob es in dieser Zeit bereits eine Ortschaft im Tal gab, ist nicht dokumentiert, allerdings sind zumindest Unterkünfte für Händler, die am Hochtor den Alpenhauptkamm überquerten, wahrscheinlich. In Fusch selbst gibt es Gewölbereste aus dem Mittelalter. Mit dem mittelalterlichen Bergbau dürfte eine größere Zahl an Bergknappen in das Tal gekommen sein. Als wichtigste Siedlung im Tal galt jedoch spätestens seit der frühen Neuzeit St. Wolfgang, das spätere Bad Fusch, das vor Beginn des Kurtourismus v.a. vom Silberbergbau auf dem Kühkarkopf lebte. Der heutige Ortskern war zu diesem Zeitpunkt kaum besiedelt und dürfte noch teilweise unbewohnbares Sumpfgebiet gewesen sein. Der Ort selbst war administrativ lange Zeit zwischen Taxenbach und Zell am See geteilt, was sich bis heute in Hausnummern mit den Buchstaben Z (für Zeller Fusch) und T (für Taxenbacher Fusch) widerspiegelt. Als selbstständige Gemeinde wurde der Ort fast durchgehend (mit Ausnahme der NS-Zeit) von christlichsozialen bzw. konservativen Bürgermeistern regiert. Der wirtschaftlich abseits gelegene Ort profitierte stark durch den Bau der Großglockner-Hochalpenstraße, liegt aber außerhalb der Sommermonate immer noch abseits der großen Tourismusrouten.

In der lange bäuerlich geprägten Gesellschaft wurden – wie in anderen ländlichen Regionen Österreichs – während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter aus Osteuropa bei Bauern eingesetzt. Zu Kriegsende suchten mehrere NS-Kriegsverbrecher Zuflucht im Ort, der zur von NS-Seite proklamierten – aber nie realisierten – Alpenfestung gehörte. Von 1945 bis 1955 gehörte der Ort zur US-Besatzungszone. Der wachsende Fremdenverkehr seit den 1960er Jahren brachte dem Ort einen gewissen Wohlstand, der jedoch nicht mit den großen Tourismuszentren in der Region mithalten kann und dem Ort damit auch Verbauungen mit großen Schigebieten ersparte. Wie in vielen ländlichen Regionen Österreichs ist seit den 1990er Jahren mit der Schließung von Geschäften, dem Postamt oder dem Gendarmerieposten ein gewisser Verfall der ländlichen Infrastruktur zu beobachten. Zugleich brachte der Nationalpark Hohe Tauern und eine kleine damit verbundene Ausstellung oder der Umbau der Mühlauersäge in ein Schausägewerk erste Impulse für einen ökologisch und kulturell interessierten Tourismus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Von der alten Bausubstanz des Dorfes ist nur wenig erhalten. Die traditionelle bäuerliche Architektur lässt sich nur noch außerhalb des Ortskerns bei einigen wenigen verstreuten Höfen sehen. Der älteste Hof stellt wahrscheinlich das alte Bauernhaus in der Nähe der Embachkapelle zwischen dem Ortskern und Ferleiten dar. In Fusch gibt es neben der katholischen Pfarrkirche hll. Ägidius und Martin, bei der allerdings nur noch der Kirchturm als Teil der alten Kirche erhalten ist, drei weitere historische kleine katholische Kirchen bzw. Kapellen: Die 1630 errichtete Wegkapelle hl. Katharina bei Ferleiten, die Hubertus-, bzw. Wolfgangs-Kapelle und die Embachkapelle zwischen dem Ortszentrum und Ferleiten. Sehenswert sind außerdem die alten Hotel- und Kuranlagen im ehemaligen Kurort Bad Fusch, eine der wenigen 'Geisterstädte' der österreichischen Alpen. Mittlerweile wurde dort durch die Gemeinde eine kleine Kneippanlage errichtet. Die Umgebung eignet sich für Spaziergänge und Wanderungen. Interessant ist auch die zum Schausägewerk umgebaute Mühlauersäge.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fusch an der Großglocknerstraße

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Fusch an der Großglocknerstraße hat 9 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2014 wie folgt zusammen:[2]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Hannes Schernthaner (ÖVP).

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: In einem grünen Schild ein rechter silberner Seitenpfahl, daneben links ein rotbewehrter goldener Bär.

Persönlichkeiten

Bilder

Weblinks

 Commons: Fusch an der Großglocknerstraße  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Offizielle Website des Landes Salzburg mit den Wahlergebnissen der Gemeindevertretungswahlen 2009

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Fusch an der Großglocknerstraße (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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