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Fuchstal


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fuchstal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am LechVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Fuchstal
Höhe: 659 m ü. NHN
Fläche: 39,75 km²
Einwohner: 3743 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86925
Vorwahl: 08243
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 121
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 1
-Leeder
86925 Fuchstal
Webpräsenz: www.fuchstal.de
Bürgermeister: Erwin Karg (Fr. Wählergem. Asch/Leeder)
}

Fuchstal ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech, etwa 75 Kilometer südwestlich von München und bildet mit der Gemeinde Unterdießen die Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal.

Geografie

Das eigentliche Fuchstal zieht sich als Tal des Wiesbachs von Erpfting über Ellighofen, Unterdießen, Asch, Seestall, Leeder bis hin nach Denklingen.

Als Ursprung des Namens Fuchstal gilt die Talform, die an einen Fuchs erinnert. Eine andere Version besagt, der Name leite sich ab von der braunroten Farbe der Wiesen im Sommer, die an die Farbe eines Fuchses erinnere.

Der niedrigste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 601 m am Lech, der höchste mit 772 m im Kingholz.

Geografische Lage

Markt Leeder und Asch liegen etwa 2 km westlich des Lechs auf einer breiten Schotterterrasse, die im Osten von einem Altmoränenzug begrenzt wird. Seestall liegt direkt am Lech, der obere Dorfteil liegt etwas erhöht auf einer Schotterterrasse. Durch das Gemeindegebiet zwischen Seestall und Leeder verläuft die Bundesstraße 17, die hier zur Romantischen Straße gehört. In römischer Zeit lief die Via Claudia Augusta durch das Gemeindegebiet, die heute als Fahrradweg ausgebaut und beschildert ist.

Ortsteile

Zur Gemeinde Fuchstal gehören die Dörfer Asch, Markt Leeder und Seestall, außerdem die Weiler Engratshofen, Lechsberg, Lechmühlen, Welden sowie die Einöden Aschtal, Schäfmoos und Wildbad.

Geschichte

Die Besiedelung der Gegend ist bis in die La-Tène-Zeit nachweisbar – in Asch und Leeder finden sich Hügelgräber und mehrere keltische Viereckschanzen.

Geschichte des Ortsteils Markt Leeder

Ältester Ortsteil der Gemeinde ist Markt Leeder, das von Franken vermutlich im 8. Jahrhundert als Wehrdorf zum Schutz des schwäbischen Hinterlandes vor bayrischen Angriffen gegründet wurde. Man nimmt an, dass sich der Ortsname aus dem flämischen „Lethe“ – „Lede“, d. h. künstlicher Wasserlauf ableitet. Besiedelt war Markt Leeder zunächst von Flamen, die den Schmiedbach durch den Ort leiteten.

1401 kaufte Friedrich von Freyberg Leeder, dessen Nachkommen bis 1497 Ortsherren waren und das Dorf an den Augsburger Händler und Bürgermeister Sigmund Gossembrot veräußerten. Nach dessen Tod im Jahr 1508 ging Leeder in den Besitz seines Schwiegersohnes Ulrich Rehlinger über, der ebenfalls Bürgermeister in Augsburg war. Rehlinger führte 1527 in Leeder den evangelischen Glauben ein. 1595 kaufte Jakob Fugger den Ort für 62.000 Gulden, setzte wieder einen katholischen Pfarrer ein und ließ die Kirche von Neuem katholisch weihen.

1661 kaufte das Hochstift Augsburg den Ort von den Fuggern und richtet das Pflegamt Leeder ein, das die Orte Denklingen, Welden, Lengenfeld und die Weiler Krähmoos, Hohenwart und Lechmühlen umfasst. Oberhalb der heutigen Kirche bestand eine Burg, die zusammen mit dem am heutigen Dreiweiherweg gelegenen, schon 1552 erwähnten Lustschloss Martinsbrunn und dem Amtshaus nach der Säkularisation verfielen und auf Abbruch versteigert wurden. 1905 wurden zwischen dem neuen Friedhof und der „Almhütte“ am ehemaligen Sportplatz Mauerreste aus mörtelverbundenen Feldsteinen gefunden, die der damaligen Burgbefestigung zugeordnet werden. Das Marktrecht der Gemeinde ist 1568 erstmals erwähnt und 1807 urkundlich verbrieft. Es erlaubt der Gemeinde jährlich zwei Krämer- und Viehmärkte. Die Krämermärkte werden noch heute jeweils Sonntags im Mai und im Herbst entlang der Hauptstraße des Ortes abgehalten.

Geschichte des Ortsteils Asch

Die erste Erwähnung des Ortes datiert 1126, als die Grafen von Ronsberg aus Irsee Besitzungen in Asch beleihen. 1401 geht Asch an die Herren von Freyberg über, die den Besitz 1636 bzw. 1740 an das Augsburger Kloster St. Stephan vererben.

Geschichte des Ortsteils Seestall

Anders als die seit jeher schwäbischen Orte Leeder und Asch war der Flößerort Seestall als Teil des Lechrain seit jeher bayrisches Gebiet. Die erste Erwähnung des Ortes findet sich 1275 im bayerischen Steuerverzeichnis, dem Saalbuch von Herzog Ludwig dem Strengen.

Im Zweiten Weltkrieg bestand von Herbst 1944 bis März 1945 im Ort ein KZ-Außenlager des KZ Kaufering, in welchem mehrere hundert jüdische Häftlinge Zwangsarbeit verrichten mussten.[2] 1950 ließ die Bayerische Staatsregierung einen Gedenkstein am Lechufer, östlich von Seestall, errichten, welcher an die mindestens 22 der bis 1945 verstorbenen Häftlinge aus dem Konzentrationslager erinnert, die hier begraben wurden. Ein Wegweiser an der B 17 weist auf die KZ-Gedenkstätte hin.

Neuere Geschichte der Gemeinde

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört das gesamte Gebiet der jetzigen Gemeinde Fuchstal zu Bayern, bis zur Gebietsreform gehörten Asch und Leeder zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben.

Die heutige Gemeinde Fuchstal entstand 1972 im Rahmen der Gebietsreform aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Asch, Markt Leeder und Seestall. 1978 schlossen sich die Gemeinden Fuchstal und Unterdießen zur Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal zusammen.

Bis 1984 hatte die Gemeinde Fuchstal einige hundert Meter östlich der Dörfer Asch und Leeder einen eigenen Bahnhof an der 1886 eröffneten Fuchstalbahn von Landsberg nach Schongau. Heute findet dort nur noch Güterumschlag für die Holzwerke Pröbstl statt.

Die U.S. Army betrieb zusammen mit der Bundeswehr nahe dem Weiler Engratshofen das Sondermunitionslager Landsberg-Leeder. Es ist inzwischen entmilitarisiert.

Wappen

Das heutige Wappen von Fuchstal wurde von der Gemeinde im Jahr 2000 angenommen und löste die aus den 50er Jahren stammenden Wappen von Asch und Leeder ab. Es zeigt einen silbernen Schildfuß mit einem gespaltenen roten Ruder, vorne in Blau ein silberner Wellenschrägbalken, hinten in Gold ein grünes Eschenblatt.

Das Ruder verweist auf den ehemaligen Flößerort Seestall, der Schrägbalken symbolisiert den durch Leeder laufenden Schmiedbach, das Eschenblatt verweist auf den Gemeindeteil Asch.

Ein früherer Wappenentwurf des Landrats Bernhard Müller-Hahl aus dem Jahr 1977 („In Blau auf einem silbernen Wellenbalken eine goldene Esche mit drei Zweigen, im Schildfuß drei goldene Kugeln“) war zwar in der Literatur (vgl. Heimatbuch für den Landkreis Landsberg am Lech, S. 463) als Gemeindewappen zu finden, es erlangte jedoch keine Rechtsgültigkeit. [3]

Politik

Bürgermeister ist Erwin Karg (Freie Wählergemeinschaft Leeder und Freie Wählergemeinschaft Asch). Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern.

Die Sitzeverteilung im Gemeinderat.
Jahr FWGL FWGA FWGS ELfF gesamt Wahlbeteiligung in %
2014 7 3 3 3 16 61,3
2008 7 3 3 3 16 65,5

ELfF = Eine Liste für Fuchstal
FWGA = Freie Wählergemeinschaft Asch
FWGL = Freie Wählergemeinschaft Leeder
FWGS = Freie Wählergemeinschaft Seestall

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In Leeder sind nur wenige alte Bauwerke erhalten – das Schloss, das etwas außerhalb des Dorfes am heutigen Dreiweiherweg gelegene Lustschlösschen Martinsbrunn und weitere herrschaftliche Gebäude verfielen nach der Säkularisation und wurden später „auf Abbruch“ versteigert. Erhalten geblieben sind die bereits im 16. Jahrhundert erwähnte Taverne (Heute: Gasthaus Luitpold) und der herrschaftliche Stadel mit teilweise erhaltener Einfriedungsmauer gegenüber, in dem heute Geschäftsräume sind.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Fuchstal

Literatur

  • Philipp Ludwig Hermann Röder: Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Schwaben. Ulm 1791/92

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 139
  3. HdbG: Fuchstal - Wappengeschichte [1]

Weblinks

 Commons: Fuchstal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Fuchstal | Gemeinde in Bayern

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