Fritzdorf - LinkFang.de





Fritzdorf


Fritzdorf
Gemeinde Wachtberg
Höhe: 225 m ü. NHN
Fläche: 5,87 km²
Einwohner: 1002 (25. Sep. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53343
Vorwahl: 02225

Fritzdorf ist einer von 13 Ortsteilen der Gemeinde Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, unmittelbar an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. Bis zur kommunalen Neugliederung 1969 war Fritzdorf eine zum Amt Meckenheim gehörende Gemeinde im damaligen Landkreis Bonn.

Zusammen mit den Ortschaften Adendorf mit Klein Villip und Arzdorf hat die Ortschaft in der Gemeinde eine Sonderstellung. Bis auf diese drei Ortschaften hat die Gemeinde Wachtberg die Bonner Vorwahl (0228). Adendorf, Klein Villip, Arzdorf und Fritzdorf haben Meckenheimer Vorwahl (02225). Sie gehörten bis 1969 zum Amt Meckenheim (ursprünglich „Amt Adendorf in Meckenheim“), während der Rest der Gemeinde das „Amt Villip in Berkum“ bildete.

Geographie

Geographische Lage

Fritzdorf liegt im äußersten Südwesten der Gemeinde Wachtberg, unmittelbar an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Geographisch gehört das Gebiet um Fritzdorf zur Voreifel, die ersten Anhöhen der Eifel und des Ahrgebirges liegen allerdings nur unweit entfernt. In Fritzdorf entspringt der Arzdorfer Bach, ab der Burg Gudenau dann Godesberger Bach. Südöstlich des Ortes befindet sich die Swist-Niederung.

In südöstlicher Richtung befindet sich in 6 km Entfernung die Ahr sowie 10 Km östlich der Rhein, unteres Mittelrheintal.

Fritzdorf liegt am Südrand der Kölner Bucht im Naturpark Rheinland (Kottenforst), etwa 20 km von Bonn entfernt. 9 km südöstlich liegt der Kurort Bad Neuenahr-Ahrweiler und 13 km östlich die Stadt Remagen. Bekannt durch die im Zweiten Weltkrieg gesprengte Ludendorff-Brücke.

Nachbarorte und -gemeinden

Folgende Orte grenzen an Fritzdorf. Sie werden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend genannt und gehören alle mit Ausnahme von Adendorf, Arzdorf, Berkum und Werthhoven, das im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen liegt, zum rheinland- pfälzischen Landkreis Ahrweiler:

Arzdorf, Berkum, Werthhoven, Niederich, Oeverich, Beller, Ringen, Böllingen, Vettelhoven, Eckendorf, Adendorf

Geschichte

Erste urkundliche Erwähnung

Am 11. Dezember 770 wurde Fritzdorf nachweislich zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Fritzdorf hieß zum Zeitpunkt der ersten Erwähnung Frigbodesdorph, wurde aber in der Überschrift der entsprechenden Urkunde Frigbodesdorphe geschrieben. Das Original der Urkunde war in lateinischer Sprache verfasst und ist verloren gegangen. Eine Abschrift ist im 1175 niedergeschriebenen und 1190 angelegten Urkunden- und Güterverzeichnis des Klosters Lorsch, dem Lorscher Codex, enthalten. Das Ursprungsland der Dorfgründer lag in Aquitanien in der Nähe von Poitiers.

Herzog Wilhelm V. von Jülich in Fritzdorf

Nachdem im Jahr 1545 der letzte Graf von Neuenahr gestorben war, machte sich der zum Herzog aufgestiegene Wilhelm V. von Jülich, genannt Wilhelm der Reiche, sofort daran, die Grafschaft Neuenahr in sein Herzogtum einzuverleiben. Infolgedessen stattete er auch Fritzdorf am 10. April 1546 einen kurzen Besuch ab.

Pestepidemie

Seit Wochen wütete die Pestepidemie im Ahrgebiet. Am 26. Juli 1597 wurde auch der Fritzdorfer Pfarrer Anno Bessenich ein Opfer der Seuche. Seit 1574 hatte er die Fritzdorfer Pfarrstelle geleitet. Anno Bessenich wurde 1530 geboren und 1553 zum Priester geweiht. Von 1564 bis 1572 bekleidete er die Pfarrstelle in Krefeld, bevor er von 1572 bis 1574 Prior des Klosters Steinfeld wurde. Der Abt des Klosters stellte Bessenich dann im Jahre 1574 zum Pfarrer in Fritzdorf ab.

Luftangriff im Zweiten Weltkrieg

Am 4. Februar 1945 prasselte ein Hagel von Brandbomben auf Fritzdorf nieder. 25 Scheunen, Ställe und Schuppen brannten lichterloh. Wohnhäuser wurden verschiedentlich getroffen, ohne dass ein Brand ausbrach. Gegen 22.00 Uhr merkte man, dass die Spitze des Kirchturms brannte und sich das Feuer langsam nach unten fraß. Auch die herbeigeeilte Meckenheimer Freiwillige Feuerwehr konnte nichts mehr retten.

Fritzdorfer Goldbecher

Der Fritzdorfer Landwirt Heinrich Sonntag fand am 11. November 1954 auf seinem etwa 1000 Meter südwestlich der Fritzdorfer Kirche unweit der Windmühle gelegenen Rübenfeld einen kleinen Becher aus purem Gold, einen der bedeutsamsten Funde im Rheinland.

Der Fundort war vor 3500 Jahren mit Laubwald bedeckt und mit Sicherheit nicht bewohnt. Im gesamten Gemeindegebiet Wachtberg wohnten damals höchstens 50 bis 100 Menschen. Der Becher lag ca. 50 cm unter dem Boden. Dies ist insoweit bemerkenswert, weil vor ca. 3500 Jahren der Fundort ein bis zwei Meter unter der Erde lag. Fraglich bleibt auch, warum gerade dieser Platz ausgewählt wurde, um den Goldbecher zu vergraben. Ausgerechnet in einer abseits gelegenen Gegend, in einer Gemarkung, aus der bisher überhaupt noch keine Funde bekannt waren. Wenn es sich um ein Weiheopfer handelte, so liegt die Vermutung nahe, dass sich in der Umgebung ein Kultplatz befand. Der Becher war in einem Tongefäß geborgen und wurde wahrscheinlich absichtlich vergraben. Er wiegt 221 Gramm und es passt fast genau ein Liter hinein. Becher dieser Machart stammen aus dem mykenischen Griechenland und gelangten bis nach Mittel- und Westeuropa.[2]

Der sogenannte Fritzdorfer Goldbecher befindet sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. Eine Kopie des Goldbechers kann im Heimatmuseum Villip besichtigt werden.

Neugliederung der Gemeinde Wachtberg

Am 1. Juli 1969 wurden die Gemeinden Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf von Meckenheim gelöst und der Flächengemeinde Wachtberg zugeschlagen.[3] Dies geschah gegen den Willen der Fritzdorfer Bevölkerung. In einer vom Ortsverband der CDU durchgeführten inoffiziellen Bürgerbefragung sprachen sich 94 % der Befragten für einen Verbleib im Verband des Amtes Meckenheim aus. Trotzdem änderten weder die Landesregierung noch die zuständigen Gemeindegremien den eingeschlagenen Weg einer Zuordnung zur Gemeinde Wachtberg. So ließen sich die Fritzdorfer Gemeindevertreter per Gesetz der Gemeinde Wachtberg zuschlagen, um so gegenüber der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, der Anschluss zur Gemeinde Wachtberg wäre nicht freiwillig geschehen.

Abriss der Fritzdorfer Schule

Im Frühjahr 1980 wurde die alte Fritzdorfer Schule abgerissen. Die Schule stand schon geraume Zeit leer. Neben der Schule standen dort noch weitere Gebäude wie z.B. das Feuerwehrhaus. Heute ist dort der Fritzdorfer Dorfplatz.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1950 685
1960 681
1969 831
1979 895
1989 844
Jahr Einwohner
1999 886
2000 944
2005 976
2010 987
2015


Quelle: Landesamt für Statistik und ADV-Statistik

Politik

Bürgermeister

  • 1851–1858: Johann Sonntag
  • 1858–1867: Anton Schmitt
  • 1867–1893: Peter Josef Cremerius
  • 1893–1918: Karl Josef Kläser Se. (Zentrumspartei)
  • 1918–1920: Johann Wilbert Sonntag (Zentrumspartei)
  • 1920–1929: Johann Josef Kläser (Zentrumspartei)
  • 1929–1938: Josef Kündgen (Zentrumspartei)
  • 1938–1945: Josef Drodten (Zentrumspartei)
  • 1945–1959: Peter Hardt (CDU)
  • 1959–1961: Karl Josef Kläser Jr. (CDU)
  • 1961–1969: Heinrich Netterscheidt (CDU)

Seit der Neugliederung der Gemeinde Wachtberg im Jahr 1969, hat die Gemeinde nur noch einen Bürgermeister, der für die gesamte Gemeinde zuständig ist.

Ortsvertretung

Vorsitzende der Ortsvertretung Fritzdorf seit 1969.

  • 1969–1975: Heinrich Netterscheidt (CDU)
  • 1975–1976: Dieter Karrenbauer (CDU)
  • 1976–1997: Peter Schmitz (CDU)
  • 1997–2009: Karl-Heinz Häger (CDU)
  • seit 2009: Joachim Heinrich (CDU)

Religion

Evangelische Kirchengemeinde Wachtberg

Die evangelische Bevölkerung in Fritzdorf gehört traditionell zur Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim.

Katholische Kirchengemeinde St. Marien, Wachtberg

Die katholiken zählen zu St. Georg in Fritzdorf.

Sport

Fritzdorf hat zwei Sportvereine. Der erfolgreichste Sportverein ist der TTC Fritzdorf. Die Damenabteilung spielt in der Tischtennis-Regionalliga. Der SV Rheinwacht Fritzdorf spielt in der Fußball-Kreisliga D.

Bauwerke

→ Siehe Liste der Baudenkmäler in Wachtberg

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Buslinien 848, 853 und 857 verbinden Fritzdorf mit Bad Godesberg, Mehlem, Meckenheim, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Remagen. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind im Osten Bad Godesberg, Mehlem, Rolandseck, Remagen, im Westen Meckenheim sowie im Süden Bad Neuenahr und Ahrweiler.

Die nächstgelegene Autobahn ist in 3 km Entfernung die A 61 in Richtung Venlo/Ludwigshafen am Rhein sowie die A 573 nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. In 6 km Entfernung liegt zudem die Auffahrt zur A 565 in Richtung Bonn/Nürburgring.

Bildung

Folgende Schulen und Kindergärten befinden sich in Fritzdorf:

  • die 1980 abgerissene Volksschule Fritzdorf
  • kath. Kindergarten Fritzdorf

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Fritzdorf

  • Johann Fasbender (1796–1831) wurde bekannt als Würger von Alfter
  • Peter Schmitz (* 1929), Ehrenbürgermeister der Gemeinde Wachtberg

Persönlichkeiten mit Bezug zu Fritzdorf

  • Wilhelm der Reiche (1516–1592), Herzog von Jülich-Kleve-Berg
  • Wilhelm von der Leyen (1650–1722), Besitzer der Burg Adendorf
  • Johannes Adenauer (1873–1937), deutscher Pfarrer, Bruder von Konrad Adenauer, lebte in Fritzdorf
  • Konrad Wünsche (1928–2012), Lehrer und Buchautor, lebte in Fritzdorf

Weblinks

 Commons: Fritzdorf  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen Gemeinde Wachtberg (Stand: 25. September 2014)
  2. Ergänzungen auf Grund des Infoschildes am Becher im Rheinínischen Landesmuseum in Bonn
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.

Kategorien: Ortsteil von Wachtberg | Ehemalige Gemeinde (Rhein-Sieg-Kreis)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Fritzdorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.