Friesenheim (Rheinhessen) - LinkFang.de





Friesenheim (Rheinhessen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-BingenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Rhein-Selz
Höhe: 167 m ü. NHN
Fläche: 3,47 km²
Einwohner: 708 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55278
Vorwahl: 06737
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 018
Adresse der Verbandsverwaltung: Sant’ Ambrogio-Ring 33
55276 Oppenheim
Webpräsenz: www.friesenheim-rheinhessen.de
Ortsbürgermeister: Gerhard Held
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Friesenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Selz an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Oppenheim hat.

Geographie

Geographische Lage

Der Weinort liegt zwischen Mainz und Worms und ist ein von der Landwirtschaft geprägter Ort.

Nachbargemeinden

Geschichte

Friesenheim ist dem Kreis jener rheinhessischen Orte zuzuzählen, die im Gefolge der fränkischen Landnahme entstanden sind. Es finden sich aber schon Siedlungsspuren aus vorgeschichtlicher Zeit. In der Gewann „Spitzäcker“ wurde 1975 eine jungsteinzeitliche Siedlung der Rössener Kultur mit typischer Keramik entdeckt. Im Bereich dieser Siedlung traten auch einige Keramikreste der Bronze- oder Eisenzeit auf. Etliche Funde aus der Hallstattzeit und der Latènezeit sind schon länger bekannt.

Erstmals wird der Name Friesenheim im Jahre 803 im Codex Fuldensis erwähnt, als der Franke Theotbald Liegenschaften in Dubilesheim und Friesenheim an das Kloster Fulda schenkte. Einige Forscher bringen den Eintrag im Codex jedoch mit Friesenheim im Elsass in Verbindung. Der Name ist als Heim des Friso zu deuten; an eine Friesensiedlung ist nicht zu denken.

Das mittelalterliche Dorf umfasste ein Gebiet, das begrenzt wird von der Neugasse im Süden, der Mühlstraße im Westen, der Selz und dem Dalheimer Bach im Norden und der katholischen Kirche im Osten.

Die Herrschaftsverhältnisse

Um 1190 trug Werner II. von Bolanden von den Wildgrafen die Vogtei und andere Hoheitsrechte über Friesenheim zu Lehen. Die Bolander gaben die ihnen verliehenen Rechte weiter an ihre Vasallen. Bevor Otto von Dienheim im Jahre 1322 den Wigand von Dienheim mit Dorf und Gericht belehnte, waren der Ritter Heinrich von Selzen und dessen Neffe Peter die Lehensträger. Außer Angehörigen des Geschlechts von Dienheim waren im 14. Jahrhundert noch andere niederadlige Geschlechter mit hoheitlichen Rechten belehnt. Zwischen 1370 und 1380 war Graf Heinrich II. von Sponheim, einer der Erben des Hauses Bolanden, Lehnsherr. Von ihm gingen die Rechte auf dem Erbweg an die Grafen von Nassau über.

1398 belehnte Graf Philipp von Nassau den Wigand von Dienheim mit dem Dorf Friesenheim. 400 Jahre – bis zum Ende des alten Reiches – bestand das Lehnsverhältnis zwischen den Nassauer Grafen und den Herren und Freiherrn von Dienheim. Als Ortsherren hatten die von Dienheim auch die hohe und niedere Gerichtsbarkeit inne. Verschiedene andere Rechte standen jedoch Kurpfalz zu, wie z. B. das Wildfangrecht, das kaiserliches Lehen war. Das bedeutete, wenn einer auf den kein Herr einen Anspruch erhob, nach Friesenheim zuzog, nach Jahr und Tag Leibeigener der Kurpfalz wurde und nicht etwa den Herrn von Dienheim gehörte. So kam es, dass im späten 17. Jahrhundert alle Friesenheimer Einwohner kurpfälzische Leibeigene waren.

Die Besitzverhältnisse

Bis zum Frieden von Lunéville im Jahre 1801, dessen Vertragsbestimmungen die völlige Enteignung des adeligen und geistlichen Besitzes auf der linken Rheinseite vorsah, gehörte der weitaus größte Teil des Ortes und der Gemarkung adeligen und geistlichen Besitzern. Ihre Güter wurden von Erb- und Zeitpächtern bebaut. Größte Grundherren waren die Freiherrn von Dienheim, die drei Hofgüter mit 128, 108 und 40 Morgen Ackerland besaßen. Ihnen gehörte auch die Mühle und das Backhaus. Die Freiherrn von Frankenstein besaßen zwei Güter mit 109 und 105 Morgen, die auf dem Erbweg von dem Geschlecht von Dienheim an sie gekommen waren. Die Freiherrn von Geispitzheim besaßen über 500 Jahre lang als Lehen des Ritterstiftes St. Alban vor Mainz ein Gut von 60 Morgen. Ein weiteres Gut, das 150 Morgen umfasste, ließ das Ritterstift durch Pächter bauen. Das Hospital Odernheim besaß 112 Morgen Feld. Die Pfarrkirche baute 22 Morgen. Dazu erhielt er ein Drittel des großen und kleinen Zehnten. 1721 besaß der größte Bauer etwa 100 Morgen Feld, zwei Bauern hatten je 40 und 30 Morgen. Alles übrige war bäuerlicher Kleinstbesitz, abgesehen von einigem Streubesitz des Adels und der Kirche. In napoleonischer Zeit wurde die als Nationalgüter erklärten adeligen und geistlichen Besitztümer versteigert.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Friesenheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bei den vorhergehenden Wahlen fanden personalisierte Verhältniswahlen statt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[2]

Wahl SPD FWG Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 1 11 12 Sitze
2004 2 10 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Friesenheim

Ortsbürgermeister

  • Gerhard Held

Verkehrsanbindung

Friesenheim ist über die L425 an die Bundesstraße B420 angebunden, über die man nach wenigen Kilometern, in östlicher Richtung Nierstein am Rhein und in südlicher Richtung die A63 erreicht. Die Entfernung bis Mainz beträgt circa 30 Kilometer.

Es liegt an den beiden Rheinhessischen Radwegen Valtinche und Selztal-Radweg.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Friesenheim (Rheinhessen)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Friesenheim (Rheinhessen) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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