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Frielendorf


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 229 m ü. NHN
Fläche: 85,83 km²
Einwohner: 7314 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34621
Vorwahl: 05684
Kfz-Kennzeichen: HR, FZ, MEG, ZIG
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ziegenhainer Straße 2
34621 Frielendorf
Webpräsenz: www.frielendorf.de
Bürgermeister: Thorsten Vaupel (SPD)
}

Frielendorf ist eine Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, Deutschland. Sie ist staatlich anerkannter Luftkurort[2]. Der Kernort wurde als Frilingendorf im Jahre 1197 in einem Einkommensverzeichnis des Klosters Spieskappel erstmals urkundlich erwähnt. Als weitere historische Namensformen sind Frilingestorf (um 1220), Vrilingedorph (1247), Frilendorf (1333) und Frielndorff (1585) belegt.[3]

Geographische Lage

Frielendorf liegt am Nordwestrand des Knüllgebirges etwa 8,5 km südwestlich von Homberg. Nordwestlich des Dorfs liegt der Sendberg (339 m ü. NN ), auf dem bis zu seiner Verlegung nach Frielendorf gegen Ende des 13. Jahrhunderts das Gericht auf dem Sendberg tagte, nordöstlich der Silbersee und südöstlich erhebt sich die Mark (382,7 m ü. NN ). Durchflossen wird es vom Efze-Zufluss Ohebach.

Nachbargemeinden

Frielendorf grenzt im Nordosten und Osten an die Stadt Homberg, im Südosten an die Stadt Schwarzenborn, im Süden an die Stadt Neukirchen und an die Gemeinde Willingshausen, im Südwesten und Westen an die Stadt Schwalmstadt, im Westen an die Gemeinde Neuental und im Nordwesten an die Stadt Borken; sie gehören alle auch zum Schwalm-Eder-Kreis.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Frielendorf gehören neben dem Kernort die fünfzehn Ortsteile:

Geschichte

Eingemeindungen

Um die Verwaltung zu professionalisieren, bessere Koordinierungs- und Abstimmungsmöglichkeiten für größere Planungsräume und die Verwirklichung des Gleichheitsgrundsatzes zu schaffen wurde die hessische Verwaltungs- und Gebietsreform durchgeführt. Die erste Phase war der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinden. Dies wurde auch durch finanzielle Vergünstigungen von Seiten des Landes gefördert.

Die Haupteingemeindungen fanden am 31. Dezember 1971 und am 1. Januar 1974 statt.[4]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Allendorf 1. Januar 1974
Gebersdorf 31. Dezember 1971
Grenzebach 1. Januar 1974
Großropperhausen 1. Januar 1974
Lanertshausen 15. September 1968 Eingemeindung nach Lenderscheid
Leimsfeld 31. Dezember 1971 Zusammenschluss mit Obergrenzebach und Schönborn zu Grenzebach
Lenderscheid 31. Dezember 1971
Leuderode 1. Januar 1974
Linsingen 31. Dezember 1971
Obergrenzebach 31. Dezember 1971 Zusammenschluss mit Leimsfeld und Schönborn zu Grenzebach
Schönborn 31. Dezember 1971 Zusammenschluss mit Leimsfeld und Obergrenzebach zu Grenzebach
Siebertshausen 1. Juli 1970 Eingemeindung nach Lenderscheid
Spieskappel 1. Januar 1974
Todenhausen 31. Dezember 1971
Verna 1. Januar 1974

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 51,7 16 53,9 17 51,3 16 56,7 18
FWGF Freie Wählergemeinschaft Frielendorf 28,7 9 22,1 7 22,2 7 14,1 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 19,7 6 24,0 7 26,6 8 25,5 8
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 58,0 55,4 58,7 68,0

Gemeindepartnerschaft

Die Gemeinde Frielendorf unterhält eine Partnerschaft mit dem thüringischen Kleinschmalkalden sowie seit dem 30. Mai 2009 mit der westflandrischen Stadt Poperinge.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Im Museumsladen mit der Ausstellung Die Zeche Frielendorf wird über Frielendorfer Geschichte und den einstigen Braunkohlenbergbau in und um das Dorf informiert.

Das Dorfmuseum Verna informiert über dörfliche Wohnkultur, Mobiliar und Handwerkzeug.

Bauwerke

Im Ortsteil Spieskappel steht die 1255 geweihte Kirche St. Johannes des ehemaligen Klosters Spieskappel, die ursprünglich zum 1143 gegründeten Prämonstratenser-Chorherrenstift Cappel gehörte. Die Kirche wird meist nur als Klosterkirche bezeichnet. Die Orgel wurde in der Werkstatt des Orgelbauers Johannes Schlottmann aus Hersfeld gebaut.

Der Spießturm (auch „Spieskappeler Warte“ genannt) ist ein mittelalterlicher Wartturm, an der Straße zwischen Spieskappel und Obergrenzebach. Er steht an einem Punkt, an dem sich wichtige mittelalterliche Handelsstraßen schnitten, sowie an der einstigen Grenze zwischen Oberhessen und Niederhessen. Im 15. und 16. Jahrhundert fanden am Spieß die Landtage der hessischen Landstände statt. Der Spießturm ist Teil des Frielendorfer Wappens.

Parks

Der Ferienwohnpark Silbersee liegt östlich von Frielendorf an dem gleichnamigen See.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Etwa 150 Jahre lang, bis in die 1960er Jahre, waren Braunkohlebergbau und Brikettherstellung die wirtschaftliche Basis des Kernorts und der umliegenden Dörfer. Frielendorf gehörte zu den bedeutendsten Braunkohlerevieren Hessens, und Tagebaugruben prägten das Landschaftsbild. Das Dorfbild selbst wurde von der Brikettfabrik der Gewerkschaft Frielendorf dominiert. In den 1920er Jahren arbeiteten zeitweise rund 1400 Menschen im Frielendorfer Bergbau. Insgesamt wurden ca. 26,5 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert und ca. 6,5 Millionen Tonnen Briketts hergestellt. Die Briketts der Marke “Hassia” waren weit über die Region hinaus bekannt.[9]

Mit dem Ende des Kohleabbaus in Frielendorf begann ein drastischer Strukturwandel, von Bergbau und Industrie zum Fremdenverkehr. Kernstück dieses Strukturwandels wurde die Umwandlung eines großen Tagebaurestlochs in einen Bade- und Angelsee, den Silbersee, dessen Umgebung inzwischen längst wieder renaturisiert ist und um den ein Feriendorf entstand.

Verkehr

Frielendorf liegt an der Bundesstraße 254 (Homberg–Fulda). Zur Bundesautobahn 49 (KasselFritzlar-Marburg) Anschlussstelle Neuental sind es etwa 11 km. Die Gemeinde gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an. Die nächsten Bahnstationen sind Wabern, Schwalmstadt-Treysa, Borken (Hessen) und Kassel-Wilhelmshöhe. Früher hatte Frielendorf einen Bahnhof an der Bahnstrecke Leinefelde–Treysa.

Persönlichkeiten

  • Margot Käßmann (* 1958), Theologin, ehemalige Pfarrerin in Spieskappel (1985–1990)
  • Kurt Lotz (1912–2005), ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG
  • Stefan Marx, Künstler
  • Regine Müller (* 1959), MdL, ehemalige Leiterin des Kindergartens in Obergrenzebach

Literatur

  • Fritz Gerich: Chronik von Frielendorf. Frielendorf 1956, DNB 451490592 .
  • Hans Mittendorf: Gebersdorf. Ein Dorfbuch. Frielendorf 1997, DNB 952784548 .
  • Karl Schmidt: Das Dorf Spieskappel. Frielendorf 1995, DNB 944729630 .
  • Gerd Kanke: Frielendorf und seine Ortsteile. Literatur und Dokumente zur Ortsgeschichte in Bibliotheken und Archiven. Eine Übersicht. Im Auftrage der Hessischen Akademie der Forschung und Planung im ländlichen Raum und der Gemeinde Frielendorf. (III. Arbeitsbericht der Hessischen Akademie der Forschung und Planung im ländlichen Raum.) Bad Karlshafen 1996, ISBN 3-928069-17-9.
  • Horst Schönhut: Die Gewerkschaft Frielendorf: Geschichte der Frielendorfer Braunkohlenzeche. Geschichtsverein Borken e.V., Borken 1998, ISBN 3-932739-03-5.

Weblinks

 Commons: Frielendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Frielendorf – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 77. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 17. November 2011. In: Staatszeiger für das Land Hessen. Nr. 7, 2012, ISSN 0724-7885 , S. 221.
  3. „Frielendorf, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 11. Juni 2014, abgerufen am 10. Juli 2014.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411–413.
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Artikel auf Nordhessennews nh24
  9. Das ehemalige Zechengelände, mit Fotos

Kategorien: Ort im Schwalm-Eder-Kreis | Frielendorf | Gemeinde in Hessen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Frielendorf (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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