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Friedrich Wilhelm Gubitz


Friedrich Wilhelm Gubitz (* 27. Februar 1786 in Leipzig; † 5. Juni 1870 in Berlin) war ein deutscher Grafiker (Holzstecher), Schriftsteller, Theaterkritiker, Herausgeber und Kunstprofessor.

Leben

Friedrich Wilhelm Gubitz, Sohn des Schriftsetzers Johann Christoph Gubitz (1754–1826), besuchte ab 1795 das Gymnasium in Wittenberg, im Alter von elf Jahren war er nach Berlin gezogen. 1801 ging er nach Jena, um sich einem Studium der Theologie zu widmen. Während dieser Zeit entstanden erste Holzschnittarbeiten, die er in Berlin ausstellte und eine längst vergessene Technik wieder bekannt machte. 1805 wurde er an die Berliner Kunstakademie berufen.

Als Professor an dieser Einrichtung lehrte er die Technik des Holzschnittes. Um den Farbholzschnitt machte er sich verdient und wirkte mit dieser Kunstmethode in Deutschland in einer Zeit wachsenden Nationalbewusstseins. Er beförderte so grafische Technik für Bildauflagen (Druck von Porträts), Illustrationen von Büchern und Zeitschriften.

In seiner Position hatte er bedeutende Schüler, darunter Franz Theodor Kugler, Heinrich Rudolf Genée, Friedrich Unzelmann und Luise Beck. In Berlin war er auch Verleger und Publizist, zusätzlich war sein Haus der Zeit entsprechend eine gesellschaftliche Institution und Treffpunkt für Schüler und Künstler.

Im Eigenverlag war er Herausgeber der Anthologie Gaben der Milde (4 Bde., 1817–1818), in denen unter anderem Beiträge von Goethe sowie die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl von Clemens Brentano veröffentlicht wurden. Der Vertrieb erfolgte durch Verlosung, der Erlös wurde zu Gunsten der Kriegsverletzten aus dem Freiheitskrieg verwendet.

In seiner Zeitschrift Der Gesellschafter veröffentlichte er Gedichte von Heinrich Heine (1821) und anderen Autoren seiner Zeit. Gubitz schrieb auch für die Vossische Zeitung, für die er von 1823 bis zu seinem Tod 1870 als Theaterkritiker tätig war. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde im Sommer 1870 Theodor Fontane.[1]

Gubitz war mit Henriette Friederike Fleck verheiratet und somit Schwiegersohn des Schauspielers Johann Friedrich Ferdinand Fleck.[2]

Werke

  • Holzstiche, Farbholzschnitte
  • „Hänsel und Gretel“ – eigene Fassung des Märchens

Eine Bibliographie seines schriftstellerischen Werkes findet sich bei Karl Goedeke.[3]

Autobiographisches

  • Erlebnisse. Nach Erinnerungen und Aufzeichnungen. 3 Bde. Berlin, 1868–1869.

Bühnenwerke

  • Die Talentprobe. Lustspiel in einem Akt. Berlin, 1813
  • Lieb’ und Versöhnen oder Die Schlacht bei Leipzig. Schauspiel in einem Akt. Berlin 1816. (Carl Maria von Weber komponierte dazu eine musikalische Einleitung und vertonte zwei Lieder)

Herausgeber

  • Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Berlin, 1817–1848.
  • Gaben der Milde. 4 Bändchen. Berlin, 1817–1818.
  • Jahrbuch deutscher Bühnenspiele. (11.–45. Jahrgang.) Berlin, 1832–1866.
  • Deutscher Volks-Kalender. Jahrbuch des Nützlichen und Unterhaltenden. Berlin, 1835–1870.
  • Monatsschrift für Dramatik, Theater, Musik. Berlin, 1846–1848.

Lyrik

  • Gedichte. In zwei Bänden. Berlin, 1860.

Wie vom Sturm verweht,
So das Leben vergeht;
Wie der Tag nicht weilt,
So das Glück enteilt;
Wie der Abend sinkt,
So der Tod uns winkt. [4]

Ehrung

Seit dem 1. Juni 1910 trägt eine in Berlin neu geschaffene Straße im Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg, den Namen dieses Künstlers: Gubitzstraße. Sie beginnt als Sackgasse an der Ringbahntrasse und verläuft über die Grell- und Ostseestraße zur Paul-Grasse-Straße.[5]

Literatur

Weblinks

 Wikisource: Friedrich Wilhelm Gubitz – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Vgl. Karl Goedeke: Grundrisz zur Geschichte der Deutschen Dichtung. Zweite ganz neu bearbeitete Auflage, Bd. 9, Ehlermann, Dresden 1910, S. 442.
  2. Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 266, (Digitalisat )
  3. Karl Goedeke: Grundrisz zur Geschichte der Deutschen Dichtung. Nach dem Tode des Verfassers in Verbindung mit Fachgelehrten fortgeführt von Edmund Goetze. Zweite ganz neu bearbeitete Auflage, Bd. 9., Ehlermann, Dresden 1910, S. 435–447.
  4. Aphorismen, Zitate, Gedichte, Geschichten und Bauernweisheiten
  5. Gubitzstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)


Kategorien: Holzschneider | Deutscher Grafiker | Geboren 1786 | Gestorben 1870 | Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) | Mann | Theaterkritiker | Autor | Literatur (19. Jahrhundert) | Literatur (Deutsch)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich Wilhelm Gubitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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