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Friedrich Metz


Dieser Artikel beschreibt den deutschen Geographen Friedrich Metz. Für weitere Namensträger siehe Friedrich Metz (Begriffsklärung).

Friedrich Metz (* 8. März 1890 in Karlsruhe; † 24. Dezember 1969 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Geograph und Landeskundler.

Leben

Friedrich Metz wuchs in Bruchsal auf. Er studierte Geographie, Geschichte und Volkswirtschaft sowie deutsche Sprache und Literatur an den Universitäten Heidelberg und Leipzig. Die Geographen Alfred Hettner und Josef Partsch sowie der Nationalökonom Eberhard Gothein hatten als akademische Lehrer besonderen Einfluss auf Metz. Zudem hat Metz die Werke von Wilhelm Heinrich Riehl und Friedrich Ratzel studiert, die seine Entwicklung stark beeinflussten.

Metz wurde 1913 in Heidelberg mit einer Arbeit zur Siedlungsgeographie des Kraichgaus bei Alfred Hettner promoviert. Im Ersten Weltkrieg diente er an der West- und Ostfront, teilweise in Verbänden Österreich-Ungarns. Anschließend war er im Siedlungsreferat des Arbeitsministeriums und als Regierungsrat im Statistischen Landesamt in Karlsruhe tätig.

Er habilitierte sich an der Technischen Hochschule Karlsruhe und war anschließend Hochschullehrer an den Universitäten Leipzig und Innsbruck. 1933 trat er der österreichischen NSDAP bei.[1] Nach dem Verbot der NSDAP wurde er 1934 wegen seiner NS-Aktivitäten als Professor der Universität Innsbruck entlassen und kehrte ins Deutsche Reich zurück, wo er an der Universität Erlangen einen Lehrstuhl erhielt.[1] Seit 1935 war er Professor in Freiburg und von 1936 bis 1938 Rektor der Universität. Das Rektorat musste er nach Konflikten mit dem NSDStB und der Kreisleitung der NSDAP im März 1938 niederlegen. Daneben wurde er Leiter der Abteilung „Grenz- und Auslandsdeutschtum“ in der Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Volksforschung der DFG.[1] Seit 1938 war Metz auch Leiter des Alemannischen Instituts.[2]

Metz diente als Mittelsmann des regimenahen Hamburger Mäzens Alfred Toepfer für das südwestdeutsche Grenzgebiet. Als Leiter des Alemannischen Instituts, welches in den Nachrichtenverbund des Reichssicherheitshauptamts der SS gegen die Schweiz integriert war, propagierte er „völkische“ Forschungen bezogen auf den „alemannischen Raum“ vom Oberrhein bis zum Vorarlberg und dem Monte-Rosa-Massiv. Metz war zugleich Präsident der Johann-Wolfgang-Goethe-Stiftung Toepfers, damals in Freiburg[3], welche die volksdeutschen Preise der Goethe-Stiftung während der Zeit von 1935 bis 1945 vergab. Ihm oblag es, im Auftrag des „Herrn Hoffmann aus Hamburg“[4] die Kontakte zu nationalsozialistischen Schweizern herzustellen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Metz wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus auf Initiative der französischen Verwaltung als Professor an der Universität Freiburg entlassen. 1954 erhielt er einen Lehrstuhl für Geographie an der Universität Heidelberg und wurde dort Leiter des neu gegründeten Geographischen Instituts. Außerdem übernahm er 1951 wieder die Leitung des Alemannischen Instituts und war ebenfalls seit 1951 wieder Vorsitzender der neu gegründeten Freiburger Geographischen Gesellschaft.[1] [5], deren Vorsitz er bereits von 1936 bis 1945 innehatte. 1958 wurde Metz emeritiert.

Metz hatte zwei Söhne. Rudolf Metz (1923–1991) war Privatdozent für Mineralogie und Geologie an der Universität Karlsruhe und hat mehrere Bücher unter anderem zur Geologie und Landeskunde des Nordschwarzwaldes und des Hotzenwaldes verfasst. Gerhard Metz (* 1927) war Privatdozent an der Universität Freiburg und Chefarzt am Kreiskrankenhaus Emmendingen.

Werke

  • Der Kraichgau ... / 2. vollständig umgearbeitete Aufl. / Karlsruhe: G. Braun, 1922
  • Probleme des deutschen Westens, eine Aufsatzfolge im Auftrage des Verbandes deutscher Geschichtslehrer / Berlin: 1929
  • Baden als Oberrheinland / [Berlin-Neutempelhof]: E. Runge, 1935
  • Der Oberrhein und das Elsass / 2. verb. Aufl. / Berlin: Verlag Grenze und Ausland, 1941
  • Rheinschwaben / Heidelberg: F. H. Kerle, 1948
  • Ländergrenzen im Südwesten : mit 117 Karten. Forschungen zur Deutschen Landeskunde. Band 60. Remagen: Verlag des Amtes für Landeskunde, 1951. 131 S.
  • Vorderösterreich. Eine geschichtliche Landeskunde. / Hrsg. vom Alemannischen Institut unter Leitung von Friedrich Metz / Freiburg i. Br.: Rombach, 1958; 2., erweiterte und verbesserte Aufl. 1967; 3. Aufl. 1977
  • Vorarlberg. Landschaft, Kultur, Industrie / Hrsg. von Friedrich Metz / [2. erweiterte Aufl.] / Konstanz: J. Thorbecke, 1961

Literatur

  • Ursula von den Driesch: Metz, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 248 f. (Digitalisat ).
  • Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. Heidelberg 2004, S. 119.
  • Mario Seiler: Uneindeutige Grenzen und die Idee der Ordnung. Der Grenzlanddiskurs an der Universität Freiburg im Zeitalter der beiden Weltkriege (= Rombach Wissenschaft). Rombach, Freiburg i. Br. 2015, ISBN 978-3-7930-9815-7.
  • Jörg Stadelbauer: Kämpfer für Struktur, Standort und Profil des Alemannischen Instituts - Friedrich Metz (1938-1945; 1952-1962), in: Das Alemannische Institut. 75 Jahre grenzüberschreitende Kommunikation und Forschung (1931-2006), hrsg. vom Alemannischen Institut Freiburg im Breisgau e. V. Freiburg und München 2007, S. 143-154 (Volltext ; PDF; 1,6 MB)
  • Friedrich Metz, Internationales Biographisches Archiv 34/1954 vom 16. August 1954, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 405.
  2. Geschichte des Alemannischen Instituts
  3. nach 1945 verlegte Toepfer den Sitz nach Salzburg, wo er genügend NS-orientierte Anhänger zu finden hoffte; bekannter Preisträger Willy Fries, 1970
  4. Hoffmann ist das hier stets verwendete Pseudonym des Toepfer; als abgekürzter Vorname diente "H. H." für Hansestadt Hamburg
  5. Zur Geographischen Gesellschaft Freiburg (PDF; 749 kB)
VorgängerAmtNachfolger
Eduard KernRektor der Universität Freiburg
19361938
Otto Mangold


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich Metz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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