Friedrich Franz I. (Mecklenburg) - LinkFang.de





Friedrich Franz I. (Mecklenburg)


Friedrich Franz I., Großherzog von Mecklenburg [-Schwerin] (* 10. Dezember 1756 in Schwerin; † 1. Februar 1837 in Ludwigslust) war ab 1785 regierender Herzog zu Mecklenburg, seit dem Abschluss des Wiener Kongresses 1815 Großherzog von Mecklenburg (im Landesteil Mecklenburg-Schwerin).

Leben

Friedrich Franz I. war der Sohn von Erbprinz Ludwig und der Prinzessin Charlotte Sophie von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1731–1810). Er heiratete am 31. Mai 1775 Luise Prinzessin von Sachsen-Gotha (1756–1808), eine Tochter des Prinzen Johann August von Sachsen-Gotha. Die Heirat fand auf Schloss Friedenstein in Gotha statt.[1]

Friedrich Franz wurde am 17. Juni 1785 regierender Herzog zu Mecklenburg-Schwerin. Er übernahm die Regentschaft von seinem Onkel Friedrich, dessen Ehe kinderlos geblieben war. Am Beginn seiner Amtszeit löste er die letzten an Preußen nach der Reichsexekution unter Karl Leopold seit 1731 verpfändeten Dörfer des Herzogtums aus.

Friedrich Franz I. beseitigte erneute Unstimmigkeiten mit Rostock durch den Zweiten Rostocker Erbvertrag von 1788. Er schrieb Sonderrechte der Stadt bis 1918 fest und vereinigte 1789 die Herzogliche Friedrichs-Universität, die seit 1760 als Abspaltung der Universität Rostock in Bützow bestand, wieder mit dieser. Er vergrößerte seine Herrschaft durch den Reichsdeputationshauptschluss, durch den die Stadtstiftsdörfer, Besitzungen des Lübecker Heiligen-Geist-Hospitals, unter seine Herrschaft kamen, und erwarb mit dem Vertrag von Malmö 1803 zunächst pfandweise die altmecklenburgischen Besitzungen Wismar, Poel und Neukloster von Schweden zurück.

In den napoleonischen Kriegen hielt er sein Land zuerst neutral, als aber nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 Truppen der vierten Koalition toleriert wurden, besetzten französische Truppen das Land im Dezember 1806. Friedrich Franz begab sich darauf mit seiner Familie unter dänischen Schutz nach Altona. Im Juli 1807 konnte der russische Zar Alexander I. anlässlich eines diplomatischen Zusammentreffens mit Napoleon die Wiedereinsetzung des Herzogs - unter der Bedingung dessen Beitritts zum Rheinbund - erreichen.[2]

Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug Napoleons sagte sich Friedrich Franz als erster deutscher Fürst am 14. März 1813 vom Rheinbund los und rüstete Truppen zum Kampf gegen Frankreich. Er musste jedoch noch einmal kurzzeitig vor den Franzosen aus seiner Residenz fliehen. Am 17. Juni 1815 erhielt er am Tag seines 30. Thronjubiläums die Großherzogwürde. 1837 starb er und wurde im Doberaner Münster beigesetzt. Nachfolger wurde sein Enkel Paul Friedrich.

Nachkommen

Friedrich Franz I. und Prinzessin Luise von Sachsen-Gotha hatten acht Kinder, zwei starben am Tag der Geburt.

Außerehelicher Nachkomme mit Margarete Elisabeth Bojanowsky:

  • Johann Friedrich Ernst, seit 1815 von Kleeburg, (1790–1864)
∞ (1819, Kleutsch, Schlesien) Aurora Emilie Charlotte Freiin von Strachwitz und Gebbersdorf (1796–1873)

Außerehelicher Nachkomme mit einer Frau Deters:

Außereheliche Nachkommen mit Luise Friederike Saal:

  • Luise Friederike Charlotte von Kleinow (1785–1839)
  • Friederike Kleinow (1794–1849)

Außerehelicher Nachkomme mit Louise Müller[3]:

  • Ludwig Christian Helmuth von Mecklenburg (* 2. November 1811 in Ludwigslust; † 31. Januar 1875 ebenda)
∞ Wilhelmine Gehrke (* 27. September 1816 in Dannenberg (Elbe); † 25. Mai 1881 in Hitzacker (Elbe))

Sonstiges

Friedrich Franz I. ließ 1793 auf Anraten seines Leibarztes Samuel Gottlieb Vogel am Steindamm bei Heiligendamm ein Kurhaus bauen. 1794 eröffnete der Herzog die erste Saison als erster Badegast. Heiligendamm war das erste Seebad Deutschlands nach dem Vorbild südenglischer Seebäder. Zur Finanzierung verkaufte er dem König von Oranien 1.000 Männer für dessen Heer.[4]

Das Seebad blieb achtzig Jahre unter fürstlicher Verwaltung. Heute erinnert ein Gedenkstein im Ort an den Gründer des Ostseebades. Auf dem Stein stehen die Jahreszahlen: 1793 und 1843.

Literatur

  • Ludwig Fromm: Friedrich Franz I. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 7, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 558–560.
  • Jürgen Borchert: Mecklenburgs Grossherzöge. 1815–1918. Demmler, Schwerin 1992, ISBN 3-910150-14-4, S. 8–29.

Weblinks

 Commons: Friedrich Franz I. (Mecklenburg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Friedrich Wigger: Stammtafeln des Großherzoglichen Hauses von Meklenburg
  2. Allgemeine Deutsche Biographie Bd. 7 (1878) Friedrich Franz I.
  3. Quelle: Nicht öffentlicher Stammbaum der Familie Zeuchner/Burmeister
  4. Till Briegleb Ganz schön ruinös in mare No. 98, S. 88f
VorgängerAmtNachfolger
FriedrichHerzog zu, dann Großherzog von Mecklenburg [-Schwerin]
1785–1837
Paul Friedrich


Kategorien: Haus Mecklenburg | Person (Schwerin) | Großherzog (Mecklenburg) | Geboren 1756 | Gestorben 1837 | Träger des Elefanten-Ordens | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich Franz I. (Mecklenburg) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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