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Friedland (Mecklenburg)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische SeenplatteVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Friedland
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 132,62 km²
Einwohner: 6796 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17098
Vorwahlen: 039601, 039606
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 035
Adresse der
Stadtverwaltung:
Riemanstraße 42
17098 Friedland
Webpräsenz: www.friedland-mecklenburg.de
Bürgermeister: Wilfried Block (CDU)
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Friedland ist eine Kleinstadt im Osten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Sie gehört historisch zum Landesteil Mecklenburg. Die seit dem 1. Januar 2004 amtsangehörige Stadt ist Sitz des Amtes Friedland, dem weitere drei Gemeinden angehören. Der Ort bei Neubrandenburg ist ein Grundzentrum.[2]

Geografie

Friedland an der Datze liegt etwa in der Mitte zwischen den Städten Neubrandenburg und Anklam und nordwestlich der Brohmer Berge. Östlich der Stadt breitet sich die nach ihr benannte Friedländer Große Wiese aus. Südwestlich der Stadt befindet sich der Friedländer Mühlenteich.

Ortsteile

Zu Friedland gehören die Ortsteile

  • Heinrichswalde
  • Hohenstein
  • Jatzke
  • Liepen
  • Ramelow
  • Schwanbeck

Geschichte

Geschichte von Friedland

Noch vor 1200 entstand an einem Wegekreuz alter Handelsstraßen am Rande der großen Niedermoore auf einem Landrücken eine Siedlung der Handelnden, die schon eine Nikolaikirche besaßen. Als die Herrschaft Stargard nach dem Vertrag von Kremmen in die Hände der Brandenburger gelangt war, gründeten die brandenburgischen Markgrafen Otto III. und Johann I. neben den vorhandenen Siedlungen 1244 nach deutschem Recht die Stadt Vredeland, das heutige Friedland. Im Stadtwappen findet man die beiden Stifter noch heute. Der Ort, direkt am Landgraben nahe der pommerschen Grenze, diente dem Schutz gegen die Pommern. Es entwickelte sich um 1300 ein gitterförmiges Straßenraster in einem ellipsenförmigen Stadtgrundriss, der von einer teilweise noch erhaltenen, starken Befestigung mit einer bis zu sechs Meter hohen Stadtmauer umgeben war. Mit dem gotischen Anklamer Tor (Steintor) wurde 1304 begonnen, während das spätgotische, dreigeschossige (Neubrandenburger Tor) (früher Burgtor) im 15. Jahrhundert entstand. An die Stadtmauer wurden später 29 Wieckhäuser angefügt; erhalten blieb die Fischerburg aus dem 13. Jahrhundert. Der Fangelturm der Befestigung wurde 1911 Wasserturm und 1997 Aussichtsturm.
Nach dem Vertrag von Vietmannsdorf 1304 kam die Herrschaft Stargard und damit auch Friedland unter mecklenburgische Herrschaft.

Kriege wie der Siebenjährige Krieg (Gefecht bei Kavelpaß, 1760), Hungersnöte, Seuchen (1637/38 mit 872 Pesttoten), Stadtbrände (zwölf, insbesondere der große Stadtbrand von 1703) sowie die Lage in einer der strukturschwächsten deutschen Regionen hemmten die Stadtentwicklung. 1806 zogen die Truppen Napoleons unter Marschall Joachim Murat mit 70.000 Soldaten durch die Stadt, danach weitere französische (über 190.000 Mann) und preußische Truppen. Friederike Krüger aus Friedland kämpfte in Männerkleidung in den napoleonischen Befreiungskriegen (1813–1815), um ihr Land zu befreien. Für ihre Tapferkeit erhielt sie unter dem Namen August Lübeck sogar das Eiserne Kreuz.[3]

Wie viele andere Städte auch erlebte Friedland im 19. Jahrhundert eine Blütezeit. 1803 wurde ein neues Rathaus erbaut, 1862 ein Krankenhaus im Johannesstift, ab 1866 ein modernes Wasserleitungssystem mit Wasserkraftwerk (1886) an der Woldegker Straße. Das Friedländer Gymnasium (1371 bis 1840 Gelehrtenschule) war bis ins 19. Jahrhundert hinein die bedeutendste höhere Schule in Südostmecklenburg. 1814 wurde in Friedland der erste deutsche Turnverein gegründet (heute: TSV 1814 Friedland), es ist somit der älteste Sportverein Deutschlands. Carl Leuschner, Lehrer und zuletzt Konrektor der Gelehrtenschule, legte 1814 in Friedland den ersten Turnplatz in Mecklenburg an.[4] Ab 1854 hatte Friedland Straßenbeleuchtung und ab 1894 Bürgersteige. Bekannt wurde die Stadt durch die Rote Friedländerin, eine rote Fliese, die für Labortische und Küchenfliesen verwendet wurde.

In der Gründerzeit entstanden die Eisenbahnlinie nach Neubrandenburg (1884), die Molkerei (1890), die Zuckerfabrik (1891), das Mosaik-Plattenwerk (1894), die Gasfabrik (1896) und die Überlandzentrale (1911).

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am 28./29. April 1945 große Teile der Altstadt, darunter das Rathaus von 1803, zerstört bzw. von Rotarmisten niedergebrannt. Seit 1965 im Altstadtbereich errichtete Neubauten prägen heute das Stadtbild. Von 1965 bis 1985 wurden in der Innenstadt 1334 Wohnungen zumeist in Plattenbauweise errichtet. Nach der politischen Wende wurden ab 1991 die noch vorhandenen historischen Gebäude in der Altstadt im Rahmen der Städtebauförderung saniert.

Geschichte der Ortsteile

Eichhorst wurde erstmals 1298 als Eykchorst erwähnt. Das Angerdorf baute die gotische Feldsteinkirche um 1300 am Anger; 1836/37 wurde sie ausgebaut und der achteckige Fachwerkturmaufsatz nach Plänen von Buttel entstand. Das Gut hatte oft wechselnde Besitzer, wurde nach 1945 aufgesiedelt, 1952 als LPGs geführt und war nach 1990 eine Agrargenossenschaft. Das Gutshaus von 1821 war seit 1964 bis in die 1990er Jahre Gebäude einer zehnklassigen Schule.

Glienke wurde erstmals 1298 erwähnt. Ein slawischer Burgwall stammt vom 10. Jahrhundert. Bis 1772 wurde die Feldsteinkirche des Runddorfes am Anger gebaut.

Jatzke, ein Angerdorf mit ehemaligem Gut (Gutshaus 1945 abgebrannt), hat Reste einer slawischen Wehranlage.

Liepen war seit 1973 Ortsteil von Eichhorst. Das Gut führte der Nationalökonomen Johann Heinrich von Thünen um 1806 einige Jahre.

Ramelow: Das Gut war im Besitz der Familien von Hahn (ab 1769), Heinrich Hase (ab 1815), Johann Emanuel Hoth (ab 1821) und Ludwig Bicker (1895–1945). Das Gutshaus von nach 1769 verfällt.

Schwanbeck wurde erstmals 1317 als Swanebeke erwähnt.

Eingemeindungen

Bresewitz wurde am 1. Januar 1957 eingemeindet.[5] Brohm und Schwanbeck gehören seit dem 13. Juni 2004 zu Friedland.[6] Zum 25. Mai 2014 wurden die Gemeinden Glienke und Eichhorst in die Stadt Friedland eingemeindet.[7]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1925 7522
1989 8800
2000 7486
2006 7251
2008 6768
2011 6428

Politik

Wappen

Das Wappen wurde unter der Nr. 129 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein doppelter roter Mauerbogen, der im Schnittpunkt unten in eine Lilie ausläuft, mit drei roten Türmen, von denen der mittlere eine durch Streben gestützte Mauerplatte mit fünf Zinnen trägt, die niedrigen Seitentürme je ein Fenster und je eine Mauerplatte mit vier Zinnen haben; darunter die Brustbilder zweier blauer Geharnischter mit goldener Helmspange und goldenem Gurt, der zur Rechten in der rechten Hand ein silbernes Schwert mit goldenem Griff und in der linken Hand eine goldene Lanze mit silberner Spitze, der zur Linken in der rechten Hand ein silbernes Schwert mit goldenem Griff und in der linken Hand eine goldene Fahnenlanze mit silberner Spitze und einer quergestreiften rot-silbernen Fahne, zwischen den Geharnischten ein gotischer Schild, darin in Silber ein roter Adler.“

Das Wappen wurde 1997 neu gezeichnet.

Flagge

Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Rot und Silber (Weiß). In der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des roten und des silbernen (weißen) Streifens übergreifend das Stadtwappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Partnerschaften

Unter dem Motto „Friedland–Friedliches Land–Friedliches Europa“ finden seit 1996 Internationale Friedlandtreffen an. Teilnehmer sind acht Orte, die den Namen Friedland tragen oder in der Vergangenheit trugen. Neben Friedland in Mecklenburg-Vorpommern gehören Friedland (Brandenburg), Friedland (Niedersachsen), Frýdlant v Čechách (Tschechien), Frýdlant nad Ostravicí (Tschechien), Korfantów (Polen), Mieroszów (Polen) und Prawdinsk (Russland) dazu.[8]

Sehenswürdigkeiten

Großes Orgelwerk von Wilhelm Sauer von 1905 im Barockprospekt von 1744.
  • Pfarrkirche Sankt Nikolai, aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, gotischer Feldsteinquaderbau, 1945 bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt und seitdem Ruine.
  • Stadtbefestigung von nach 1304; sie besteht aus
    • der Stadtmauer aus Feldsteinmauerwerk, bis zu sechs Meter hoch,
    • dem Wiekhaus Fischerburg (15. Jh.) (ursprünglich gab es 29 Wiekhäuser),
    • dem äußeren Wallgrabensystem (früher dreifach gegliedert, heute teils Grünflächen),
    • dem Anklamer Tor (früher Steintor) aus Feldsteinen (Unterbau) und Backsteinen mit beiderseitigen Rundtürmen (14. Jh.),
    • dem Neubrandenburger Tor, einheitlicher dreigeschossiger Backsteinbau mit Stadt- und Feldseitengiebel (zweite Hälfte des 15. Jh.),
    • dem runden Fangelturm aus Backsteinen (14. Jh.), während einer Belagerung durch pommersche Truppen 1453 teilweise zerstört, 1909–1911 zum Wasserturm umgebaut,
    • der ehemaligen Wassermühle von 1703 am Flüsschen Datze
  • Reste eines alten Friedhofs auf den Stadtwällen, darauf (standortverändert) nur noch das Grabmal von Heinrich Arminius Riemann; an ihn erinnert auch in Gedenkstein nördlich der St. Marienkirche sowie eine Gedenktafel an der Stelle seines ehemaligen Wohnhauses (kriegsverlust).
  • Museum der Stadt in dem restaurierten Fachwerkgebäude Mühlenstraße 1 mit einer Abteilung der Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn (MPSB).
  • Ehemaliges Altes Gymnasium, Rudolf-Breitscheid-Straße, klassizistischer Schulbau von 1784 mit Mauerresten eines mittelalterlichen Vorgängerbaus
  • Neu gestalteter Markt mit dargestelltem Umriss des 1945 zerstörten Rathauses
  • Gedenkstein aus den 1950er Jahren links vom Anklamer Tor, zwischen Stadtmauer und der ersten Wallkrone, für die Opfer des Faschismus: sechs KZ-Opfer und zwei Deserteure
  • Gedenkstein von 1965 an der Pasewalker Straße vor der Einmündung zum Neuen Friedhof zur Erinnerung an zwei junge Wehrmachtssoldaten, die bei Kriegsende desertierten und von SS-Männern erschossen bzw. erhängt wurden
  • Gedenkstein von 1970 am Neubrandenburger Tor für zwei sowjetische Soldaten, die 1945 erschossen wurden; zu DDR-Zeiten für Parlamentäre gehalten, aber tatsächlich Aufklärer. Seit Bekanntwerden dieses Sachverhalts steht der Stein im Museumshof
Ortsteile
  • Gotische Feldsteinkirche in Eichhorst von um 1300, 1836/37 Umbauten und neuer Turmaufsatz
  • Gutshaus Eichhorst von 1821 (verfällt)
  • Feldsteinkirche in Glienke von 1772
  • Feldsteinkirche in Jatzke
  • Backsteinkirche in Liepen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die hier gewirkt haben

  • Ernst Boll, Naturforscher, war Hauslehrer in Friedland
  • Karl Bülch, Lehrer und Subrektor der Gelehrtenschule
  • Karl Horn, Lehrer und Prorektor der Gelehrtenschule, Mitgründer der deutschen Burschenschaft
  • Carl Leuschner, Theologe, Lehrer und Konrektor der Gelehrtenschule, Begründer des Turnens in Friedland
  • Marx Möller, Schriftsteller, verlebte seine Jugend in Friedland
  • Fritz Reuter, niederdeutscher Dichter, besuchte in Friedland die Schule
  • Heinrich (Arminius) Riemann, Lehrer an der Gelehrtenschule, dann Pastor an St. Marien
  • Daniel Runge, Theologe und Parlamentarier, besuchte hier die Gelehrtenschule
  • Wilhelm Sauer, Orgelbauer, verlebte seine Jugend in Friedland
  • Johann Heinrich von Thünen (1783–1850), Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler, leitete um 1806 einige Jahre das Gut Liepen und heiratete die Friedlander Bürgermeister- und Gutsbesitzertochter Helena Sophia Berlin.

Weblinks

 Commons: Friedland (Mecklenburg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Topographia Saxoniae Inferioris:Fridland – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011) , Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Landesportal M-V: Friedland
  4. Subrektor Karl Bülch, Leuschners Nachfolger als Turnwart, wurde später mit seinen in Friedland gesammelten Erfahrungen der Begründer des Turnens in Malchin.
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  7. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Gebietsänderungen
  8. Partnerschaften auf friedland-mecklenburg.de

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