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Friedhof Pankow III


Der Friedhof Pankow III ist ein landeseigener Friedhof im Berliner Ortsteil Niederschönhausen, Ortslage Schönholz.

Lage

Der Waldfriedhof liegt auf der Fläche zwischen der Leonhard-Frank-Straße (vormals Wahnschaffestraße), Am Bürgerpark und der Hermann-Hesse-Straße (Bus). Der Haupteingang befindet sich Am Bürgerpark 24 unweit des S-Bahnhofes Schönholz, gegenüber dem Güterbahnhof Schönholz. Die Nebeneingänge von den umgebenden Straßen führen auf den gleichen Friedhof. Die Kriegsopfer-Anlagen sind von der Leonhard-Frank-Straße rechter Hand und von der Hermann-Hesse-Straße linker Hand zu erreichen. Mit einer Fläche von rund 150.054 m² ist Pankow III der größte Friedhof im Ortsteil.

Geschichte

1903 erwarb die Gemeinde Pankow die „Schönhauser Fichten“ als forstfiskalisches Gelände. Schützenhaus und ein parkartiger Wald in der Schönholzer Heide bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits. Der erste Gemeindefriedhof Pankow und die Fläche an der Gaillardstraße (zweiter Gemeindefriedhof) genügten der wachsenden Gemeinde Pankow nicht mehr als Bestattungsflächen.

1905 wurde von der forstfiskalischen Fläche ein Teil westlich der Panke als Begräbnisfläche gewidmet und in geometrischem Muster mit Lindenalleen und Doppelwegen angelegt. Die ersten Beerdigungen fanden 1905 statt. Zu dieser Zeit waren ausschließlich Erdbestattungen zugelassen. In den Jahren des Ersten Weltkrieges und den Nachkriegsjahren bis 1925 unterblieb eine weitere Gestaltung. Die gegenüberliegende Schönholzer Heide erhielt ab 1925 ihre Gestalt nach Plänen von Alexander Weiss. 1935 wurde das Urnenfeld mit Mauer und Treppen eingerichtet, das noch erhalten ist und über den nahen Nebeneingang von der Hermann-Hesse-Straße erreicht werden kann. 1960 wurde der östliche Teil des Friedhofs in einer unregelmäßigen Anlage mit Laub- und Nadelbäumen neu gestaltet.

1905 entstand nahe dem Haupteingang die neugotische Friedhofskapelle mit roten Klinkern nach einem Entwurf von Carl Lubig. Dem kreuzförmigen Grundriss ist die offene Vorhalle mit einem Pultdach angeschlossen. Im Inneren steigt die fünfseitig geschlossene Apsis zu einem Spitztonnengewölbe mit Stichkappen. Außen ist die Klinkerfassade mit Putzflächen untergliedert, und die Knickbogenfenster unterstützen den gotischen Eindruck. Diese Fensterform wurde beim Verwaltergebäude in Backstein aufgenommen. Der rechteckige Klinkerbau mit Walmdach und abgesetztem Treppenhaus ist mit Kopfbändern in Zick-Zack-Linie verziert. 1925 folgte dann die Wartehalle für Trauergäste, die in der Bauform an Lubigs Entwurf angepasst ist. Diese drei Gebäude stehen als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Noch 1943 besaß der „3. Städtische Friedhof“ in Pankow nur etwa die Hälfte der heutigen Fläche[2] und erstreckte sich entlang der Bahnhofstraße (jetzt Am Bürgerpark)[3] an der Bezirksgrenze zu Reinickendorf. Die zwei für das „Forstviertel“ in den Schönhauser Fichten geplanten Straßen auf diesem Gelände (Hartig- und Reußstraße) wurden dagegen zu Beginn der 1930er Jahre bereits entwidmet. 1932 lag hier laut Adressbuch (Danckelmannstraße) nördlich von der Bahnhofstraße (heute: Am Bürgerpark) ein Städtisches Grundstück der „Natur“ Gemeinnützige Betriebsges. der Stadt Berlin, aber der Friedhof grenzt noch nicht an. Gegenüber befindet sich Forst an der Cottastraße. 1935 liegt an dieser Stelle die Friedhofsgärtnerei und die Cottastraße geht noch über die Danckelmannstraße. 1940 befindet sich dann von der mittlerweile als Wahnschaffestraße benannten Danckelmannstraße der Zugang zum Friedhof von hier zwischen den Grundstücken 5 und 7.

1943/1944 erfolgte die Erweiterung auf seine bestehende Größe. Die steigende Zahl ziviler Bombenopfer, an gefallenen Luftwaffenhelfern und Soldaten aus den Bucher Lazaretten und Krankenhäusern erforderte die Schaffung zusätzlicher Begräbnisflächen. Daher wurde sowohl der gegenüber gelegene Lunapark einschließlich eines großen Bereich des Parkes in der Schönholzer Heide in eine pietätsbefangene Fläche umgewidmet und als 6. Städtischer Friedhof Pankow[2] eingerichtet. Der Friedhof Schönholz wurde etwas erweitert und als 5. Friedhof[2] (später Friedhof Pankow V) dem Komplex angeschlossen. So entstand eine für Bestattungen freigegebene Gesamtfläche von nahezu 300.000 m² beiderseits der heutigen Hermann-Hesse-Straße.

Als der notwendige Flächenbedarf nach dem Kriegsende und dem kalten Nachkriegswinter 1945/1946 zurückging, wurde der Volkspark Schönholzer Heide wieder teilweise (1946) und im Jahre 1981 nach der Schließung von Pankow VI für die Nutzung als Park zurückgegeben. Zuletzt hatte der Friedhof VI noch eine Fläche von 38 ha. Bis 2006 bestanden noch Grabstellen; für die zehnjährige Nachruhezeit der bestattungsrelevanten Flächen ist dieser Parkteil noch eingezäunt und nicht öffentlich zugänglich. Nach Ablauf der pietätbefangenen Nutzung der Flächen kann die Umwidmung zur Parkfläche endgültig erfolgen. Im Flächennutzungsplan 2004 ist der Friedhof VI noch als Friedhofsfläche mit der Absicht, eine Parkfläche anzulegen, verzeichnet.[4]

Der Friedhof III liegt entlang der Grenze zum Bezirk Reinickendorf. Alle Pankower Friedhöfe gehörten zu Ost-Berlin, während der Bezirk Reinickendorf als Teil des französischen Sektors zu West-Berlin gehörte. 1961 wurde ein 50 Meter breiter Streifen Friedhofsfläche in die Zone der Berliner Mauer einbezogen. Entlang der Bahnhofstraße (heute Am Bürgerpark) wurde er vormals durch eine repräsentative Einfriedung begrenzt. Der Eingang war im Stile der noch erhaltenen Gebäude ansehnlich gestaltet. Beim Mauerbau wurde diese Friedhofsmauer entfernt, und es wurden ein Vorzaun und eine Sandstreifen einschließlich Beleuchtung errichtet.

Da die Liegezeit für Erdstellen 25 Jahre und für Urnenstellen 20 Jahre betrug, waren aktive Grabstellen mit Nachbeisetzungsrecht in den Bereich der Postenzone gelangt. Grenznahe Grabstätten wurden tatsächlich als Ausgangspunkt für Fluchttunnel genutzt.[5] In der Mitte der 1960er Jahre wurden die Grabstätten im grenznahen Randbereich ins Innere der Anlage verlegt. Dadurch sollten den Angehörigen die Grabstellen wieder zugänglich gemacht werden. Selbstverständlich war der an den Todesstreifen grenzende Hauptzugang des Friedhofs mit einem schmückenden Eingangstor, der nach der Wende und Wiedereröffnung schmucklos aus einem Metallzaun besteht, zu dieser Zeit geschlossen.[6][7] Infolge der Lage des Friedhofes war er in der Zeit der Mauer mehrfach Ausgangspunkt für Versuche, den Ostteil zu verlassen.[8]

Nach dem Abriss der Grenzbefestigungen 1990 wurde wieder das Friedhofsgelände eingerichtet.[9] Seither verläuft die aktive Bestattungsfläche entlang dem jetzigen Weg, obwohl der Randstreifen zur Straße hin eine Freifläche darstellt. Die Rasenfläche mit der Baumreihe japanischer Kirschen beiderseits des Zaunes markiert das vormalige Grenzgelände. Die Rasenflächen an der Straße vor dem Zaun blieb über 40 Jahre unbestattet. Die in die Grenzanlagen einbezogenen Bestattungsflächen waren beim Mauerbau mit der Grenzziehung entwidmet worden. Dieser Bereich ist „nicht pietätsbefangen“. Die vormalige Bestattungsfläche liegt innerhalb des Zaunes und gehört daher zur gewidmeten „pietätsbefangenen“ Friedhofsfläche.

Der landeseigene Friedhof Pankow III ist Ersatzfläche für die „geschlossenen Friedhöfe“ Pankow I, Pankow II und Pankow V. Das heißt, dass bei vorliegendem Wunsch von Angehörigen die Nachfolge von dortigen Grabflächen in Pankow III ausgeführt wird, die gegebenenfalls mit einer Umbettung verbunden ist.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs der Bedarf an notwendiger Bestattungsfläche durch die zunehmende Bevölkerungszahl. Die Gemeinden Pankow und Niederschönhausen bekamen Zuwachs durch die Nähe zur preußischen Hauptstadt und insbesondere nach der Reichsgründung durch die neue Rolle Berlins. Seit Ende des 20. Jahrhunderts kehrt sich der Bedarf an Begräbnisflächen um. Die geänderten Gewohnheiten für Bestattungen bedingen kleinere Grabstätten.[10] Eine Feuerbestattung bedarf nur eines Viertels der Fläche einer Erdbestattung. Durch die wachsende Anzahl an anonymen Bestattungen und durch eine höhere Lebenserwartung geht der Flächenbedarf für Friedhöfe in Berlin[11] und auch im Bezirk Pankow zurück. Für Pankow folgten nach der „nachkriegsbedingten“ Schließung des Friedhofes VI und der „mauerbedingten“ Schließung von Friedhof VIII auch Friedhof I (1974), Friedhof II (2004) und Friedhof V (2007). Infolge seiner Lage und Größe ist der Friedhof III als Bestattungsfläche sowohl für Umsetzungen als auch für Nachfolgeflächen vorgesehen und besitzt eine ausreichende Größe.

Andererseits werden pietätsunbefangene Flächen vor dem Zaun, die vormals zum Grenzstreifen gehörten, als Friedhofsfläche geschlossen. Im Mai 2008 sind entlang der Leonhard-Frank-Straße pietätsbefangene Flächen als Friedhofsfläche für Neubeisetzungen geschlossen worden. Für diese gilt dann die Ruhefrist bis zum Ruheende aller Grabstellen und nachfolgend eine Sperrzeit von 10 Jahren. Insgesamt sind so seit Mai 2008 2,68 ha aktiver Friedhofsfläche geschlossen worden. Der Status der weiteren Nutzung soll laut Flächennutzungsplan eine Nutzung als Rasenfläche sein.

Bemerkenswert sind die Grabanlagen für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft des Zweiten Weltkrieges, die sich im nördlichen Teil des Friedhofs befinden.

Umliegende Landeseigene Pankower Friedhöfe

Die Bestattungsgewohnheiten bedingten die Schließung der älteren Friedhöfe und Friedhof III ist die vorgesehene Ersatzfläche, für den keine Flächenvergrößerung nötig ist, dieser Waldfriedhof bietet die Möglichkeit die pietätsrelevanten Fläche zu verdichten und die Fläche intensiver zu nutzen. Durch geänderte Vergaberichtlinien (Wahlgrab statt Festlegung durch die Verwaltung, geänderte Richtgrößen für Grabstellen) ist die Umgestaltung einzelner Friedhofsteile nach modernen Gestaltungsgrundsätzen notwendig, so dass rollend bestimmte Bereiche bis zum Ruheende des letzten Grabes nicht neu vergeben werden.

Friedhof Pankow I

Der Pankower Gemeindefriedhof wurde 1841 als Gemeindefriedhof Pankow eingerichtet und ist der älteste der Gemeinde Pankow. Er liegt am Ende der verlängerten Breiten Straße, im Winkel der Kreuz- und der Wilhelm-Kuhr-Straße, rechter Hand vor dem Eingangstor zum Bürgerpark.[2] Als Gemeindefriedhof war er von Beginn an kein Kirchhof. Auf dem Friedhofspark, nahe dem regionalen Bezirkszentrum, sind einige historisch erhaltenswerte und sehenswert schöne Grabsteine aufgestellt, an der Wand zum Bürgerpark Wandplatten von bedeutenden Pankower Bürgern. Diese Anlage vermittelt eine Vorstellung zur Friedhofskultur um 1900. Nicht alle Grabsteine stehen am Ort ihrer Aufstellung für hier Bestattete. Einige wurden von anderen Pankower Friedhöfen hierher umgesetzt, um sie vor dem Abtransport aus Pankow und den Verkauf gegen Devisen zu sichern. Von der Größe her ist er der kleinste der Pankower Friedhöfe und wurde als erster geschlossen. Nach Ablauf der 20-jährigen gesetzlichen Ruhefrist und der zehnjährigen Nachnutzungszeit unterliegt er nicht mehr der Berliner Bestattungsgesetzgebung und ist nicht pietätsbefangen.

Auf dem Gemeindefriedhof wurde 1904 das Mausoleum für Hermann Killisch von Horn errichtet, dessen östlich anliegender Privatbesitz von den Pankower Bürgern zum Bürgerpark umgestaltet wurde.

In der Pankower Denkmalsliste ist die Friedhofsumfriedung des ersten Gemeindefriedhofes Pankow von 1908 aufgenommen.[12]

Friedhof Pankow II

Der 2. Städtische Friedhof Pankow an der Gaillardstraße[2] wurde 1872 eingerichtet und 2004 geschlossen. Die Grabstätten haben noch ein Nachbeisetzungsrecht. Damit könnte es theoretisch bis 2060 dauern bis er entwidmet werden kann. Obwohl eine Umsetzung auf Pankow III angestrebt wird.

Friedhof Pankow V

Der Friedhof Schönholz besteht in seinem ältesten Teil entlang der Straße der Zeit aus dem Kolonistenfriedhof Schönholz. Er liegt rechter Hand am Beginn der Germanenstraße in Richtung Wilhelmsruh. Eine wesentliche Erweiterung als 5. Städtischer Friedhof in Pankow erfolgte wegen der Zunahme der Anzahl an Toten im Zweiten Weltkrieg.[2]

Die weiteren Landeseigenen Friedhöfe in Pankow

Ehrenhain für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Im hinteren Teil des Geländes parallel zur Leonhard-Frank-Straße befindet sich die Grabanlage der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft des Zweiten Weltkrieges. Es sind insgesamt 1374 Einzelgräber in diesem Ehrenhain angelegt. Auf der Fläche dieser Kriegsgräberstätte sind auf mehreren Bronzeplatten alle Namen (sowie Geburts- und Sterbedatum) der Bestatteten erhaben eingegossen.

Nordöstlich, nahe der Friedhofsgrenze am Heinrich-Mann-Platz, schließt sich an die Ehrenhaine für Kriegsopfer eine Anlage mit Einzelgräbern für „Opfer des Faschismus“ (Verfolgte des Naziregimes, VdN). Der Status wurde 1990 durch das gemeinsame Berliner Friedhofsrecht geändert. Angelegt wurde diese einheitliche Grabanlage in den 1960er Jahren und ist durch die Pflicht zu einheitlichen Denksteinen charakterisiert. Es wurde ursprünglich die Möglichkeit geschaffen, dass in einem gemeinsamen Friedhofsteil anerkannte Verfolgte des Nationalsozialismus in ihren familienbezogenen Grabstätten,[13] dennoch ihres gemeinsamen Kampfzieles verbunden sind. Der Sonderstatus ist aus DDR-Zeit nicht passend definiert gewesen, so entstand kein Ehrenhain für Kämpfer gegen den Faschismus wie in anderen Friedhöfen Berlins. Über die aktuelle Situation bestehen widersprüchliche Ansichten. Die nach der Wende geänderte Berliner Gesetzgebung fußte auf dem Friedhofsgesetz[14] des Landes Berlin. Der Nutzungsstatus der Gräberfelder in den Ostbezirken blieb ungeklärt. Somit wurde diese Anlage als Fläche mit vorgeschriebenen Denkmalen genutzt, der Sonderstatus ist geändert und die zugehörige Bestattungsordnung ist strittig geworden.

Friedhof Pankow VI

Jenseits der Hermann-Hesse-Straße, östlich der Schießanlage Schönholz befindet sich das Gelände[2] des geschlossenen und in Kürze entwidmeten Friedhofs Pankow VI (Park- und Waldfriedhof Schönholz). Im nördlichen Bereich des vormaligen Friedhofs rund 400 m von der Hermann-Hesse-Straße besteht ebenfalls ein Kriegsgräberhain. Die umzäunte Stätte mit 348 Einzelgräbern in elf Reihen für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist nach 1991 unter landschaftsarchitektonischen Aspekten neu gestaltet worden, da trotz der Schließung des Friedhofs 1981 diese Grabstätten bundeseinheitlich ein Dauerruherecht besitzen und dem Schutz des Landes Berlin unterstehen. Im schattigen Park gelegen sind die Reihen von nunmehr symbolischen Grabstätten durch Efeu begrünt. Auf den schräg gestellten Majolikaplatten, jede in einen individuellen Betonsteinring eingelassen, sind (soweit zum Kriegsende bekannt) Namen und Lebensdaten der Bestatteten von 1945 eingelassen. Unter diesen geehrten Kriegsopfern befinden sich Grabstätten von etwa 100 Frauen und Männern, die bei Bombenangriffen während der Zwangsarbeit in Berlin den Tod fanden.[15]

Friedhof Pankow VIII

Bestandteil des Hains für Kriegsopfer auf Friedhof III wurden ebenfalls die 46 Kriegsgräber vom landeseigenen Friedhof Pankow VIII (13159, Bahnhofstraße 16). Dieser Friedhof (vormals Friedhof Blankenfelde) lag nahe der Bezirksgrenze zum Reinickendorfer Ortsteil Lübars und war nördlich der Rieselfelderflächen ab 1961 im Bereich des Baues der Berliner Mauer, auch deshalb und wegen der fehlenden Nutzung wurde er 1974 stillgelegt. Mit der Wende war die Fläche zwar wieder als Begräbnisfläche verfügbar und die Ruhezeit noch nicht erreicht, aber die Schließung ist nach Berliner Landesgesetz verbindlich geblieben. Allerdings haben die Kriegsgräber auf dem Friedhofsgelände ein Dauerruherecht nach Bundesgesetz. Bei der Neuorganisation zu Anfang der 1990er Jahre wurde die Ehrung der 46 Kriegsopfer durch eine Bronzeplatte auf Friedhof VIII markiert. Wegen Vandalismus auf dem vom Ortskern Blankenfeldes abgelegenen Gelände wurde die Kriegsgräberstätte in den Ehrenhain auf Friedhof Pankow III eingegliedert. Dabei wurden die Überreste aus den Grabstellen in Gebeinkisten in diesem Ehrenhain beigesetzt. Auf der bronzenen Namensplatte sind Namen und Lebensdaten erhaben der Kriegsopfer eingegossen.

Sowjetischer Soldatenfriedhof Ehrenhain Schönholzer Heide

Das sowjetische Ehrenmal in der Schönholzer Heide, das sich 1 km nordwestlich der Schönholzer Heide befindet ist an dieser Stelle zu nennen. Diese Gedenkstätte mit 13.000 Einzelgrabstätten für gefallene und verstorbene Soldaten der Roten Armee aus den Jahren 1945 und 1946 besitzt nach Bundesgesetz Dauernutzungsrecht und wird als Kriegsgräberstätte vom Land Berlin unterhalten.

Grabstätten bekannter Persönlichkeiten

Auf dem Friedhof Pankow III gibt es gegenwärtig sechs Ehrengräber des Landes Berlin.[16] Der Schauspieler Ernst Busch, der von 1966 bis zu seinem Tod in der Leonhard-Frank-Straße 11 nur wenige Meter vom Friedhofseingang sein Haus hatte, sei besonders angemerkt. Das Grab von Hans Fallada wurde nach Carwitz umgebettet.

Anzumerken ist eine schlichte Grabanlage für die verstorbenen Brüder des Franziskaner-Klosters. Dieses befindet sich an der Wollankstraße.[17] Diese gepflegte Gemeinschaftsanlage liegt in der Abteilung 8, unweit der Feierhalle. Die kulturhistorischen Grabstätten des Vorsitzenden der Deutschen Gartenbaugesellschaft Paul Braun (1865–1923), von Pastor Friedrich Zillessen, Gründer des Verlages Zillessen Berlin (1832–1915), die Juhl'sche Erbbegräbnisstätte von Paul Juhl (1848–1919) oder Grabstätte des Königlichen Musikdirektors Erst Zander (1873–1939) existieren nicht mehr. Die älteste noch erhaltene Grabstätte ist das Familienwahlgrab Holtkötter an der Hauptallee[18] Holtkötters Mutter fand im Mai 1906 auf dem neuen Friedhof eine Doppel-Grabstätte für 787,50 Mark, der Stein nennt die „liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter“. Der Sattlermeister und Gemeindevertreter Richard Holtkötter (1855–1916) und sein Sohn Bruno Holtkötter (1882–1915) fanden ebenfalls hier ihre Grabstätte. Die Hauptallee kommt von der Bushaltestelle Hermann-Hesse-Straße und verläuft im alten Friedhofsteil zur Feierhalle.[19]

Die Grabstätten von Max Butting, Hans Litten, Paul Nipkow, Reinhold Burger, sowie Max Lingner und Anton Saefkow wurden 2000 als Baudenkmal in die Denkmalliste von Pankow eingetragen, nachdem sie bereits seit 1978 laut Pankower Ratsbeschluss einen Denkmalstatus hatten.

In der folgenden Liste sind die Grablage und der Senatsbeschluss zu Ehrengräbern in Klammern aufgeführt:

Die Grabstätte von Klaus Wittkugel (1910–1985), Gebrauchsgraphiker (Abteilung 36U-222) wurde naxh Schöneiche umgebettet.

Gedenksteine der Ehrengräber

Grabsteine bekannter Personen

Literatur

Weblinks

 Commons: Friedhof Pankow III  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Zur Lage der Friedhöfe auf Stadtplan Berlin 1955
  3. Berlin-Stadtplan von 1943
  4. Flächennutzungsplanung Berlin
  5. Fluchtbericht vom Friedhof aus (Memento vom 3. Januar 2010 im Internet Archive)
  6. Bild der Grenzsicherung in Höhe des Friedhofhaupteinganges (Memento vom 3. Januar 2010 im Internet Archive)
  7. fotos-der-grenztruppen-der-ddr-von-der-berliner-sektoren-unfd-zonengrenze: Bilder 20 bis 30 , abgerufen 30. Dezember 2012
  8. Mauertod von Einsiedel (pdf)
  9. Vergleiche zur Entwicklung des Friedhofs vom Haupteingang Am Bürgerpark/ Bahnhofstraße 24 auf dem Plan von Berlin. Blatt 3437 und 3437 aus den Jahren 1920 bis 1988. Unter den Soldner-Koordinaten X=23760, Y=27140, einschließlich Overlay Mauerverlauf.
  10. Flächenbedarf (1991–2004) PDF (Memento vom 31. Dezember 2006 im Internet Archive)
  11. Friedhofsentwicklungsplan Bezirk Pankow (PDF; 854 kB)
  12. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  13. Sonderstatus nach §12 Friedhofsgesetz (PDF; 61 kB)
  14. Friedhofsordnung (PDF; 84 kB)
  15. Zwangsarbeiter in Berlin
  16. Berliner Ehrengrabstätten und Vorordnung
  17. Franziskaner
  18. Ruhestätte
  19. Gisela Langfeldt: Die Ruhestätte der Familie Holtkötter. In: Freundeskreis Chronik Pankow: Mitteilungsblatt 1/08. Berlin-Pankow 2008
  20. Neben Rastelli der größte Jongleur seiner Zeit
  21. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  22. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  23. Wie es bei Dörrier heißt …
  24. ABF-Gründer (Memento vom 20. August 2006 im Internet Archive)
  25. Ein Pankower Apotheker als Komponist
  26. Dietmar Winkler: Hier ruht in Frieden ... Artistengrabstätten in und um Berlin.BoD, Berlin 2004. ISBN 3-8334-0904-5.
  27. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  28. Carl Lubig: Schöpfer der Kapelle auf diesem Friedhof
  29. ansichtskarten-pankow
  30. Biete Dresdner Frauenkirche, suche Pankower Rathaus
  31. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  32. Ein mäßig großer Garten – Ausstellung zur Geschichte des Bürgerparks Pankow , auf: berlin.de, abgerufen am 25. Mai 2016
  33. Zeittafel Bürgerpark Pankow , auf: buergerpark-pankow.de, abgerufen am 25. Mai 2016
  34. Gutspark Reuthen , auf: engelmann-im-netz.de, abgerufen am 25. Mai 2016
  35. Ortsteil Reuthen , auf amt-doebern-land.de, abgerufen am 25. Mai 2016
  36. Grabstein von Pitra
  37. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste

Kategorien: Friedhof im Bezirk Pankow

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