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Fridolfing


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: TraunsteinVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 44,24 km²
Einwohner: 4147 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83413
Vorwahl: 08684
Kfz-Kennzeichen: TS
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 118
Gemeindegliederung: 66 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hadrianstr. 28
83413 Fridolfing
Webpräsenz: www.fridolfing.de
Bürgermeister: Johann Schild (SPD)
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Fridolfing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein mit den Ortsteilen Fridolfing, Pietling und Götzing. Sie liegt im Salzachtal. Die Gemeinde ist Mitglied in der Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein.

Fridolfing gehört – neben Tittmoning, Kirchanschöring und Taching am See – zur Interkommunalen Kooperation Salzachtal.[2] Dabei handelt es sich um eine von 21 bundesweiten Modellregionen, die im Rahmen des Wettbewerbs zum Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge – ein Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) innerhalb der ländlichen Infrastruktur – vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMBVS) ausgewählt wurden.

Geographie

Geographische Lage

Fridolfing liegt im Nordosten des Rupertiwinkels und gehört somit zum Alpenvorland. Geprägt wird die wasserreiche Gemeinde Fridolfing neben zahlreichen kleineren Bächen und Stillgewässern von der Salzach, Götzinger Ache und dem Fridolfinger See.

Gemeindegliederung

Die 66 Ortsteile sind:[3]

Geschichte

In den Breves Notitiae aus der Zeit von 792 bis 798 n. Chr. ist der Ortsteil Pietling zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Fridolfing selbst ist in einer Urkunde von König Heinrich IV. aus dem Jahr 1077 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. König Heinrich IV. löst in dieser Urkunde das Kloster Frauenchiemsee nach 15 Jahren aus dem Besitz des Erzbischofs von Salzburg und stellt dieses wieder als Reichskloster her. Frauenchiemsee besaß in Fridolfing einige Güter, weshalb der Ort in der Urkunde erscheint. Nach der Einrichtung des Erzstiftes Salzburg als territoriales Herrschaftsgebiet im 13. und 14. Jahrhundert wurde Fridolfing Sitz eines Schergenamts und blieb als solches bis zur Auflösung der fürsterzbischöflichen Landesherrschaft 1803 bestehen. Fridolfing kam nach der Säkularisation wie der gesamte Rupertiwinkel 1810 zu Bayern und wurde 1818 eine politische Gemeinde.

Als Pfarrei kann Fridolfing seit dem 11. Jahrhundert nachgewiesen werden. 1891 bis 1893 erfolgte der Bau der jetzigen Pfarrkirche.

Das Konzentrationslager Dachau führte offiziell in Fridolfing eine Außenstelle.[4] Dabei handelte es sich um die Landwirtschaft und den Mühlenbetrieb des NSDAP- und SS-Angehörigen Alois Rehrl. Fünf Häftlinge wurden als Ersatz für einen verstorbenen Säger und die gefallenen Söhne Rehrls von seinem ehemaligen Arbeitnehmer Heinrich Himmler in den Jahren 1944/45 zur Verfügung gestellt.[5]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Pietling eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung

  • 1970: 3.147 Einwohner
  • 1987: 3.326 Einwohner
  • 2000: 4.007 Einwohner

Den jedoch größten Bevölkerungsanstieg verzeichnete Fridolfing infolge des Zweiten Weltkrieges, als man auf dem Gemeindegebiet knapp 1000 Heimatvertriebene dauerhaft aufnahm.

Religion

Die Gemeinde Fridolfing ist überwiegend römisch-katholisch geprägt. Zahlreiche katholische Bauwerke prägen das Bild der Gemeinde, darunter:

Politik

Bürgermeister ist Johann Schild (SPD). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Eugen Stadler (Freie Wählergemeinschaft).

Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Kommunalwahl 2008 brachte folgendes Ergebnis:

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.870 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 2.530 T€.

Wappen

Blasonierung: In Gold aus einem gesenkten Wellenbalken wachsend ein rot gezungter schwarzer Löwe aus einem blauen Wellenbalken.
Fridolfing geriet nach dem Aussterben der Grafen von Lebenau im Jahre 1229 in den Einflussbereich des Erzbischofs von Salzburg, der sein weltliches Territorium bis 1328 ganz vom Herzogtum Baiern lösen konnte. Bis zum Jahre 1803 gehörte Fridolfing zum weltlichen Herrschaftsgebiet des Erzbischofs bzw. des Fürsterzbischofs von Salzburg. Dies wird im Gemeindewappen durch den Salzburger Löwen symbolisiert. Der Wellenbalken weist darauf hin, dass die Salzach seit dem Jahr 1816 die Grenze zwischen Bayern und Österreich bildet.

Baudenkmäler

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Fridolfing

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zehn, im produzierenden Gewerbe 1.111 und im Bereich Handel und Verkehr 70 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 237 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1265. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zu ihnen zählen neben kleineren Handwerksbetrieben auch eine ganze Anzahl an Industriebetrieben (z. B. Hermann Otto GmbH (OTTO-CHEMIE) und die Rosenberger Hochfrequenztechnik). Derzeit befinden sich in der Gemeinde 410 gemeldete Gewerbetreibende (Stand 30. Juni 2007).

Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fremdenverkehr spielen nur eine kleinere Rolle. Es bestanden im Jahr 1999 153 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2941 ha, davon waren 1611 ha Ackerfläche und 1324 ha Dauergrünfläche. Hinzu kommen 881 ha Waldfläche, welche mit kleineren Ausnahmen, vor allem den Auen der Salzach und Götzinger Ache, forstwirtschaftlich genutzt werden.

Verkehr

Fridolfing liegt an der Bundesstraße 20.
In der Ortschaft Götzing befindet sich der Fridolfinger Bahnhof an der Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing.

Öffentliche Einrichtungen

Kranken- und Pflegeeinrichtungen

  • Die Salzachklinik wurde schon 1885 erbaut und umfasst in ihrem Leistungsspektrum eine Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, eine Fachabteilung für innere Medizin und die Physiotherapie.
  • Alten- und Pflegeheim Haus Sonnenschein

Bildungseinrichtungen

  • Volksschule Salzachtal (mit M-Zug) mit Sitz in Fridolfing (dazu gehören auch die Volksschule Salzachtal in Tittmoning und die Volksschule Salzachtal in Kirchanschöring)
  • Kindergärten: katholischer Kindergarten Achenstraße, gemeindlicher Kindergarten Graspoint
  • Katholische öffentliche Bücherei
  • Volkshochschule Fridolfing (Zweigstelle der VHS Traunstein)
  • Musikschule Fridolfing (Zweigstelle der Stadt Trostberg)

Freizeit- und Sportanlagen (Auszug)

  • Fridolfinger See als beliebter Badesee mit moderner Infrastruktur
  • Neun-Loch Golfplatz Anthal
  • Sportgelände Laufener Straße
    • zwei Fußballplätze
    • vier Tennisplätze
    • Reitsportanlage
    • Stockbahnen und eine Weitschußstockbahn
    • Skaterplatz
  • vier Anlagen für Sportschützen

Freiwillige Hilfsorganisationen

  • Freiwillige Feuerwehr Fridolfing
  • Freiwillige Feuerwehr Pietling
  • BRK Ortsgruppe Fridolfing
  • BRK Wasserwacht Ortsgruppe Fridolfing

Medien

Die Südostbayerische Rundschau ist Amtsblatt der Gemeinde Fridolfing.

Von der Gemeinde wird die Fridolfinger Gemeindezeitung, welche sich um die lokalen Themen der Gemeinde berichtet, herausgegeben.

Fridolfing liegt im Gebiet der Zeitschrift Salzachbrücke, welche sich im ehemaligen Salzburg-Gau um Wirtschafts- und Gewerbebetriebe, sowie soziale Kommunikation widmet.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde Fridolfing
Name Ernennungsdatum
Hochwürden Stefan Glonner
1893
Karl Theodor Kruis
1949
Hochwürden August Wittig
1957
Hans Mayer
1958
Klement Kiermaier
1961
Eugen Rosner
1965
Sebastian Röckenwagner
1970
Hochwürden Walter Votknecht
1980
Richard Kiermaier
1982
Erw. Sr. Mericiana Meyer
1985
Hans Rosenberger sen. (* 9. Oktober 1922 in Burgrain, Bayern; † 25. September 2007 in Traunstein, Bayern)
1998
Hochwürden Bernhard Lammerding[7]
2009
Schwester Maria Canisia Jahn[8]
2011

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Der bayrische Edelmann Izo, Stammvater der Eyczinger gründete um 600 nach Christus die Ortschaft Eizing im südwestlichen Gebiet der heutigen Gemeinde.
  • Simon Spannbrucker, aus Klebham bei Fridolfing, war Präfekt des Knabenseminars in Freising und zusammen mit dem späteren Ehrenbürger und damaligen Pfarrer von Fridolfing Stephan Glonner maßgeblich für den Bau der jetzigen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt verantwortlich. Zusammen mit seinen Schwestern stiftete er das Grundstück, sowie beachtliche Geldsummen.
  • Georg Bachmayer, SS-Hauptsturmführer und der I. Schutzhaftlagerführer des KZ Mauthausen, wurde hier 1913 geboren.
  • Der Präsident des Landesamts für Vermessung und Geoinformation (LVG) in München Dr. Klement Aringer ist in Fridolfing geboren und aufgewachsen.
  • Die Brüder Guido und Martin Fuchs, Mitglieder der Rockband Die Springer stammen aus Fridolfing.

Sonstige

  • Der Maler Johann Georg Weibhauser lebte von 1844 bis zu seinem Tode 1879 in Fridolfing, wo er auch auf dem heute aufgelösten Friedhof der St. Johann Kirche die letzte Ruhe fand.
  • Fridolfing war Kernland, die Lebenau Stammsitz der Grafen von Lebenau, welche heute im südlichen Gemeindegebiet liegt.
  • Der Reichsführer SS Heinrich Himmler war während seines Landwirtschaftsstudiums in der Zeit 1920/21 Praktikant in Fridolfing. Himmler pflegte auch in den folgenden Jahren Kontakt zu seinen ehemaligen Arbeitgebern und besuchte sie nach 1933 öfters.
  • Der polnische Schauspieler, Bundesverdienstkreuzträger und langjährige Vorsitzende des Verbandes politischer Häftlinge und Gefangener in Gefängnissen und Lagern Tadeusz Sobolewicz wurde nach vierjähriger Gefangenschaft in deutschen Konzentrationslagern nach seiner Flucht auf einem Todesmarsch in der Fridolfinger Gemeinde Muttering von Bauern vor den Nationalsozialisten bis zum Eintreffen von US Truppen im Mai 1945 versteckt.[9]

Literatur

  • Matthias Blankenauer: Fridolfinger Heimatbuch
  • Matthias Blankenauer: Heimatbuch Pietling

(beide erhältlich über den Gemeindeshop im Rathaus Fridolfing oder über die Internetpräsenz der Gemeinde Fridolfing)

  • Richard Kiermaier: Fridolfinger G'schichten

(Gedichtband über mehrere Jahrzehnte Fridolfinger Orts- und Heimatgeschichte).

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.regionale-daseinsvorsorge.de/48/ .
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/180413&attr=OBJ&val=553
  4. Die Außenlager des KZ Dachau – Liste der Außenlager des KZ Dachau auf gedenkstaettenpaedagogik-bayern.de (Memento vom 27. Dezember 2003 im Internet Archive), abgerufen am 23. Februar 2009
  5. DER ORT DES TERRORS – Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager ISBN 3-406-52962-3.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. S. 511.
  7. Fridolfing: Pfarrer Lammerding ist nun Ehrenbürger, Artikel in der Südostbayerischen Rundschau vom 5. Februar 2009 , abgerufen am 23. Februar 2009
  8. Schwester Maria Canisia Jahn ist Ehrenbürgerin der Gemeinde Fridolfing, Artikel aus der Gemeinde Zeitung Fridolfing Ausgabe 3-2011, Seite 10–20 , abgerufen am 20. November 2011.
  9. Tadeusz Sobolewicz: Aus der Hölle zurück: Von der Willkür des Überlebens im Konzentrationslager, Fischer (Frankfurt 1999) ISBN 3596141796

Weblinks

 Commons: Fridolfing  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Traunstein | Fridolfing | Gemeinde in Bayern

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