Fremdarbeiter - LinkFang.de





Fremdarbeiter


Fremdarbeiter ist eine Bezeichnung für Arbeitskräfte, die insbesondere seit Beginn der Industrialisierung aus dem Ausland zur Arbeit in ein Land gekommen sind. Grundsätzlich werden mit diesem Begriff zwei Gruppen bezeichnet:

Einwanderer, die für immer aus einem anderen Land immigrieren, werden nicht als Fremdarbeiter bezeichnet, ebenso wenig Sklaven, die zur Arbeit aus einem anderen Land verschleppt wurden. In der Regel umfasst der Begriff auch keine Arbeitskräfte, die kurzfristig für einen bestimmten Auftrag im Ausland arbeiten, zum Beispiel zur Montage einer Industrieanlage.

Während der Begriff Fremdarbeiter durch seinen Gebrauch während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland negativ konnotiert ist, wird er in der Schweiz weiter neutral verwendet. In Deutschland wird er zumeist durch die Begriffe Arbeitsmigranten oder Wanderarbeiter ersetzt.

Geschichte und Verwendung des Begriffs

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war der Begriff „Fremdarbeiter“ eine übliche Bezeichnung für ausländische Arbeitskräfte in Deutschland. Während der Herrschaft des Nationalsozialismus wurden Ausländer im Zweiten Weltkrieg mit Gewalt zur Arbeit in und für Deutschland gezwungen. Es waren Millionen ausländische Arbeitskräfte, welche als „Zivilarbeiter“ aus ihren Heimatstaaten nach Deutschland deportiert wurden. Zwangsarbeiter aus Osteuropa, insbesondere aus der Sowjetunion, wurden im Sprachgebrauch des Nationalsozialismus meist als „Ostarbeiter“ bezeichnet. Nach dem Sturz Mussolinis und dem Übertritt Italiens zu den Alliierten kamen noch die sogenannten italienischen Militärinternierten hinzu.

Durch die Verwendung des Begriffs im Zusammenhang mit erzwungener Arbeit erhielt der Begriff negative Konnotationen. In Deutschland wurde der Begriff in bundesrepublikanischen Behörden und Medien bis in die 1970er Jahre verwendet[1], insbesondere mit Beginn der verstärkten Einwanderung ausländischer Arbeitnehmer in den 1960er Jahren, in der Umgangssprache aber nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend durch den Begriff „Gastarbeiter“ ersetzt. Inzwischen wird auch der Begriff Gastarbeiter nur noch selten bzw. nur für den historischen Kontext der Nachkriegszeit verwendet. Dies liegt v.a. daran, dass die Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften von der Bundesrepublik Deutschland mit dem Anwerbestopp 1973 eingestellt wurde, sich jedoch seither viele ehemalige Gastarbeiter dauerhaft in Deutschland niederließen.

In der Schweiz war offiziell der Begriff der Saisonniers üblich, also Arbeitskräfte, die saisonal in der Schweiz beschäftigt wurden. Im Sommer vorwiegend im Bauwesen, im Winter an den Ski- und Sesselliften der Wintersportorte. Ihre erleichterte Einstellung wurde im Saisonnierstatut von 1934 geregelt.

Literatur

  • Lothar Elsner: Fremdarbeiterpolitik in Westdeutschland. Zur Lage und zum Kampf der ausländischen Arbeiter unter den Bedingungen des westdeutschen staatsmonopolistischen Herrschaftssystems 1955-1968. Verlag Tribüne des FDGB der DDR, Berlin 1970, DNB (Habil.-Schrift, Univ. Rostock)
  • Thomas Schiller: NS-Propaganda für den „Arbeitseinsatz“. Lagerzeitungen für Fremdarbeiter im zweiten Weltkrieg: Entstehung, Funktion, Rezeption und Bibliographie. LIT Verlag, Hamburg 1997, ISBN 3-8258-3411-5.
  • Ulrich Herbert: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des „Ausländer-Einsatzes“ in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches. Verlag Dietz 1986, ISBN 978-3801201081. Dissertation (Universität Essen) 1985. Neuausgabe (Taschenbuch) 1999, ISBN 978-3801250287.

Weblinks

 Wiktionary: Fremdarbeiter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Andreas Heusler: Ausbeutung und Disziplinierung. Zur Rolle des Münchner Sondergerichts und der Stapoleitstelle München im Kontext der nationalsozialistischen Fremdarbeiterpolitik, in: forum historiae iuris , 15. Januar 1998. (Der Aufsatz kann auf dieser Website nicht direkt verlinkt werden, ist aber über die Chronologie der dort nachgewiesenen Publikationen anhand des Datums der Veröffentlichung auffindbar.)

Einzelnachweise

  1. Telepolis: Kein Blatt vorm Mund , 24. März 2006
he:עובד זר

ru:Трудящийся-мигрант


Kategorien: Personenbezeichnung (Wirtschaft) | Arbeitsmigration | NS-Zwangsarbeit

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Fremdarbeiter (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.