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Freiberger Mulde


Freiberger Mulde

Freiberger Mulde in Conradsdorf mit Brücke von 1501

Daten
Gewässerkennzahl DE: 542
Lage Tschechien, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Mulde → Elbe → Nordsee
Quellgebiet bei Moldava (Tschechien)
Quellhöhe ca. 850 m ü. NHN
Mündung bei Sermuth (Vereinigung mit der Zwickauer Mulde)
Mündungshöhe 132,4 m ü. NHN
Höhenunterschied ca. 717,6 m
Länge 124 km
Einzugsgebiet 2981 km²[1]
Abfluss am Pegel Erlln[2]
AEo: 2980 km²
Lage: 1,5 km oberhalb der Mündung
NNQ (16.09.1982)
MNQ 1961/2009
MQ 1961/2009
Mq 1961/2009
MHQ 1961/2009
HHQ (13.08.2002)
2,7 m³/s
6,59 m³/s
35,5 m³/s
11,9 l/(s km²)
329 m³/s
1660 m³/s

Linke Nebenflüsse Münzbach, Kleinwaltersdorfer Bach, Striegis, Zschopau
Rechte Nebenflüsse Gimmlitz, Bobritzsch
Mittelstädte Freiberg, Döbeln
Kleinstädte Nossen, Roßwein, Leisnig, Colditz
Gemeinden Rechenberg-Bienenmühle

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Die Freiberger Mulde (oder auch Östliche Mulde) ist der rechte, 124 km lange Quellfluss der Mulde, dessen Einzugsgebiet von 2.981 km² in Tschechien und Deutschland (mittleres Sachsen) liegt. Sie ist mit einer Wasserführung von 35,3 m³/s größer als der andere Quellfluss, die Zwickauer Mulde (oder auch Westliche Mulde) mit einer Wasserführung von etwa 26,4 m³/s,[3] die jedoch der längere Quellfluss ist.

Verlauf

Die Freiberger Mulde entspringt in Tschechien auf dem Hauptkamm des Osterzgebirges zwei Kilometer südöstlich von Moldava (Moldau) als Moldavský potok (Moldauer Bach) in einer Höhenlage von 850 m ü. NN zwischen den Bergkuppen Sklařský vrch (Glaser-Berg) und Oldřišský vrch (Walter-Berg). Die Quelle ist nur 2,5 Kilometer von der Quelle der Wilden Weißeritz entfernt und nur einen Kilometer vom Quellgebiet der Flöha.

In westlicher Richtung fließend erreicht sie nach etwa fünf Kilometern deutsches Gebiet. Holzhau, der erste deutsche Ort am Fluss, liegt in einer Höhe von ca. 600 m ü. NN , Rechenberg-Bienenmühle in einer Höhe von ca. 545 m ü. NN . Das Tal ist um 150 bis 200 m gegenüber den umliegenden Höhen eingetieft und wendet sich zunächst allmählich nach Nordwesten und dann fast genau nordwärts. In Mulda münden von links der Chemnitzbach und der Helbigsdorfer Bach, in Lichtenberg von rechts die Gimmlitz. Das Tal ist im weiteren Verlauf steil und eng; zwischen Freiberg und Halsbrücke ist es immer noch fast 100 m in die Hochfläche des nach Norden allmählich abfallenden Erzgebirges eingetieft. In der alten erzgebirgischen Bergbaulandschaft um Freiberg beheimatet das Mulde-Tal zahlreiche Kulturdenkmale, insbesondere technischen Charakters. Die steilen Hänge sind fast vollständig von naturnahem Mischwald besetzt. Nachdem die Mulde Weißenborn, Muldenhütten und Hilbersdorf passiert hat, erreicht sie ihre Beinamensgeberin Freiberg.

Unterhalb von Freiberg und Halsbrücke erreichen von links zunächst der Münzbach und bei Großschirma der Kleinwaltersdorfer Bach das Gewässer. Von rechts mündet dann südöstlich von Siebenlehn die Bobritzsch. Nach der scharfen Biegung westwärts bei Nossen und dem Zufluss des Pitzschebachs aus dem Zellwald durchfließt die Mulde Roßwein und Döbeln und nimmt als ersten großen Nebenfluss die von links kommende Striegis auf.

Bei Schweta mündet ihr größter, sie an Wasserführung um mehr als das Doppelte übertreffender Nebenfluss ein, die Zschopau. Der nun stattliche Fluss passiert Leisnig und vereinigt sich im Colditzer Ortsteil Sermuth mit der Zwickauer Mulde zur Vereinigten Mulde.

Sonstiges

Es gibt geologische Hinweise, dass das untere Tal der Freiberger Mulde einen früheren Verlauf der heutigen Elbe nachzeichnet, den sie entlang des Eisrandes während älterer Eiszeiten einnahm.

Mit der Hammerbrücke, der Alten Conradsdorfer Brücke und der Altväterbrücke befinden sich an der Freiberger Mulde kulturhistorisch bemerkenswerte Überführungsbauwerke aus dem 16. Jahrhundert.

Einzelnachweise

  1. Bericht der unabhängigen Kommission der Sächsischen Staatsregierung Flutkatastrophe 2002 (PDF-Datei; 882 kB)
  2. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2009. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2012, S. 140, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,22 MB).
  3. Der mittlere Mündungsabfluss der Zwickauer Mulde ist ermittelt aus den Werten der Pegel Wechselburg 1 (Zwickauer Mulde) sowie mittelbar Golzern 1 (Mulde) und Erlln (Freiberger Mulde). Für das Zwischeneinzugsgebiet unterhalb von Wechselburg wurde aus den Pegeldaten der Gebietsabfluss ermittelt und mit der Einzugsgebietsfläche der Zwickauer Mulde unterhalb des Pegels Wechselburg 1 multipliziert.

Literatur

  • Hydrologisches Handbuch. Teil 2 – Gebietskennzahlen. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 18, abgerufen am 30. Dezember 2012 (PDF; 115 kB).
  • Hansjörg Küster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte. Kapitel 12: Die Mulde, 1. Aufl., München 2007, ISBN 978-3-406-56209-9.
  • Thomas Böttger: Die Mulde – Eine Bilderreise entlang des schnellsten Flusses Europas, Bildverlag Böttger GbR, Witzschdorf, 2009, ISBN 978-3-937496-26-9
  • Internationale Kommission zum Schutz der Elbe: Die Elbe und ihr Einzugsgebiet – ein geographisch-hydrologischer und wasserwirtschaftlicher Überblick, Kapitel 4.6 – Die Mulde, o. J., erschienen nach 2002 Digitalisat

Weblinks

 Commons: Freiberger Mulde  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Gewässer im Landkreis Mittelsachsen | Fluss in Sachsen | Fluss in Tschechien | Fluss in Europa

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