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Frauenprießnitz


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Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Dornburg-Camburg
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 18,47 km²
Einwohner: 854 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07774
Vorwahl: 036421
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 019
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karl-Marx-Straße 22
07774 Frauenprießnitz
Webpräsenz: www.gemeinde-frauenpriessnitz.de
Bürgermeister: Jürgen Hofmann (seit 1. Juli 2010)
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Frauenprießnitz ist eine Gemeinde im Nordosten des Saale-Holzland-Kreises in Thüringen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg.

Geografie

Frauenprießnitz liegt nordöstlich von Jena. Ortsteile sind Kleinprießnitz, Rodameuschel und Schleuskau.

Geschichte

Im April 1144 wurde Frauenprießnitz erstmals urkundlich erwähnt.[2] Der Ortsname Frauenprießnitz deutet auf eine slawische Gründung hin. Er hat die Bedeutung „Birkendorf“, die Endung „nitz“ wird mit Aue übersetzt. Seinen Namen bekam der Ort vom hiesigen Zisterzienserinnen-Nonnenkloster, welches wahrscheinlich aus einer Trennung vom Naumburger Moritzkloster hervorging.[3]

Herren über den Ort waren ab 1427 die Schenken von Tautenburg, eine Seitenlinie der Schenken von Vargula. Schenk Rudolf der Ältere erhielt um 1440 den Ort Frauenprießnitz als Lehngut. 1470 entstand im Zisterzienser-Nonnenkloster die Familiengruft der Schenken. Der Ort entwickelte sich in der Folgezeit zu einer kleinen Residenz. Seit der Leipziger Teilung 1485 gehören die Herrschaften Frauenprießnitz und Tautenburg zur albertinischen (herzoglichen) Linie von Sachsen, wodurch die Schenken Lehensmannen des Herzogs waren. Ab 1522 wird der Name „Frauenprießnitz“ auf den Ort angewandt. Im Bauernkrieg nahm das Kloster 1525 schweren Schaden.

Seit der Wittenberger Kapitulation 1547 gehörte Frauenprießnitz mit der Herrschaft Tautenburg zum albertinischen Kurfürstentum Sachsen. Unter Schenk Burkhard erlangte Frauenprießnitz die größte Bedeutung während der Herrschaftsperiode der Schenken von Tautenburg. Für den Bau des Schlosses Frauenprießnitz veranlasste er zwischen 1602 und 1605 den Abriss des zerstörten Klosters, dessen Gebäude als Steinbruch verwendet wurden. Nach seinem Tod 1605 vollendete seine Witwe bis 1608 den Schlossneubau. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Schloss, Kirche und Dorf im Jahr 1638 eingeäschert. Der amtierende Schenk Christian siedelte daher nach Tautenburg über und starb 1640 als letzter Spross der thüringischen Linie der Schenken von Tautenburg.

Der Kurfürst von Sachsen nahm das heimgefallene Lehen der Herrschaft Tautenburg mit Frauenprießnitz in Besitz. Er ließ die ererbte Ruine als Renaissanceschloss wiederaufbauen und richtete eine Domäne ein. Die Geschäfte des fürstlichen Kammerguts leitete bis 1703 ein Verwalter. 1720 übernahm der ehemalige fürstliche Geheimrat Erasmus von Maltitz das Kammergut als Pächter.

Frauenprießnitz gehörte seit 1652 zum Amt Tautenburg,[4] welches 1657 dem albertinischen Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz zugeschlagen wurde[5] und 1718 an das Kurfürstentum Sachsen zurück fiel. 1776 verlegte man das Justizamt von der Burg Tautenburg nach Frauenprießnitz. Das Rentamt wurde im Schloss Frauenprießnitz untergebracht. 1780 wurde für den Bau des neuen Justiz- und Rentamtes in Frauenprießnitz die Burg Tautenburg abgerissen und das Baumaterial dort verwendet. Mit der Ernennung des Kurfürstentums Sachsen zum Königreich gehörte Frauenprießnitz ab 1806 zum Königreich Sachsen.

Mit der beim Wiener Kongress 1815 erfolgten Abtretung des königlich-sächsischen Amts Tautenburg an Preußen wurde das Amt aufgelöst. Im Juni 1815 kam Frauenprießnitz mit dem Hauptteil des ehemaligen Amts an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach[6] und wurde 1822[7] dem Amt Bürgel angegliedert.[8] 1850 kam der Ort zum Verwaltungsbezirk Weimar II (ab 1868: Verwaltungsbezirk Apolda) des Großherzogtums.[9] Seit 1920 gehört Frauenprießnitz zum Freistaat Thüringen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund des Befehls 209 der SMAD der Abriss des Schlosses angeordnet. Den Abrißmaßnahmen entging 1948 nur das Hauptgebäude des Schlosses, in dem eine Maschinen-Traktoren-Station (MTS) untergebracht wurde. Alles andere – darunter das schöne Domänengebäude im Renaissance-Stil – wurde beseitigt, womit der Komplex seinen besonderen Charakter verlor.

Persönlichkeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl

(jeweils 31. Dezember)

  • 1994 – 1192
  • 1995 – 1243
  • 1996 – 1244
  • 1997 – 1245
  • 1998 – 1194
  • 1999 – 1185
  • 2000 – 1234
  • 2001 – 1231
  • 2002 – 1214
  • 2003 – 1190
  • 2004 – 1166
  • 2005 – 1106
  • 2006 – 1022
  • 2007 – 1013
  • 2008 – 0997
  • 2009 – 0992
  • 2010 – 0966
  • 2011 – 0888
  • 2012 – 890
  • 2013 – 899
  • 2014 – 879
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten

  • Die ehemalige Klosterkirche St. Mauritius ist rekonstruiert, enthält seit 2009 eine neue Orgel, erbaut von dem ortsansässigen Tischlermeister Schenke, und wird zu musikalischen Veranstaltungen wie Orgelkonzerten und Chorauftritten genutzt. Sie dient heute der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde des Ortes als Gotteshaus.
  • Erhaltenes Hauptgebäude von Schloss Frauenprießnitz aus dem 18. Jahrhundert
  • Im Ort, gegenüber dem Dorfteich, steht eine Steinkreuzgruppe aus fünf Steinen. Dorthin wurde sie im Jahre 1972 umgesetzt. Vorher stand sie in der Weggabelung der Straße nach Thierschneck und Wetzdorf, wohin sie schon während der Separation aus dem Flurstück Hessenburg verlagert wurde. Ursprünglich sollen die Steine auf verschiedenen Standorten gestanden haben.[10]

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Siädte und Dörfer bis 1300. Verlag Rockstuhl, 2001 ISBN 3-934748-58-9, S. 24.
  3. Ortsgeschichte auf der Webseite von Frauenprießnitz
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34f.
  5. D. Anton Friedrich, Büschings neuer Erdberiebung, Band 3, S. 707 und 817
  6. Staatsarchiv des Teutschen Bundes, Band 1; S. 373
  7. Bürgel auf www.geo.viaregia.org
  8. Orte des Amts Bürgel mit Tautenburg nach 1816 auf S. 53
  9. Die Orte des Verwaltungsbezirks Apolda im Gemeindeverzeichnis 1900
  10. O.V.: Archäologischer Wanderführer Thüringen Saale-Holzland-Kreis, Ost. Kommissionsverlag Beier & Beran, Weimar 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 25/26.

Weblinks

 Commons: Frauenprießnitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Frawenprießnitz in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenprießnitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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