Franziska Augstein - LinkFang.de





Franziska Augstein


Hannah Franziska Augstein (* 18. September 1964 in Hamburg) ist eine deutsche Journalistin.

Leben

Franziska Augstein ist die Tochter des Spiegel-Herausgebers Rudolf Augstein (1923–2002) und der Übersetzerin Maria Carlsson.

Sie studierte ab 1983 Geschichte (u. a. bei Ernst Nolte)[1], Politik und Philosophie an der FU Berlin, der Universität Bielefeld und an der University of Sussex nahe Brighton und wurde 1996 am University College London (UCL) mit einer Arbeit über die Entstehung der Rassentheorie anhand der Schriften des Anthropologen und Arztes James Cowles Prichard promoviert.

Franziska Augsteins Lebensgefährte ist der Journalist Heribert Prantl.[2]

Journalistische Tätigkeit

Von 1987 bis 1989 war sie Redakteurin beim Magazin der Wochenzeitung Die Zeit, Hamburg, ab 1997 Redakteurin im Feuilleton-Ressort und bis 2001 Kulturkorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Berlin. Seit Anfang 2001 schreibt sie für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und betreut seit Jahresbeginn 2010 redaktionell die Rubrik „Das politische Buch“.

Auf der „Berliner Zeitungskonferenz“ am 10. November 2005 sorgte eine kritische Stellungnahme Franziska Augsteins über die aktuelle journalistische Qualität des Spiegel für Aufmerksamkeit in der Medienszene. Als Miteigentümerin des Hamburger Nachrichtenmagazins bewertete sie die journalistischen Standards des Blatts als verflacht und warf dem damaligen Chefredakteur Stefan Aust vor, zu sehr auf weiche Themen zu setzen. Ihr Halbbruder und Mitgesellschafter Jakob Augstein widersprach seiner Schwester in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 16. Mai 2006 deutlich: Er habe diese Debatte für falsch gehalten, der Spiegel habe keine Qualitätsmängel und sei nach wie vor „das deutsche Nachrichtenmagazin“. Er lobte ausdrücklich Chefredakteur Aust.

Im Juli 2013 verwendete Franziska Augstein im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung eine ursprünglich in der Zeitschrift Der Feinschmecker veröffentlichte Zeichnung Ernst Kahls von einem gehörnten Wesen mit der Bildunterschrift „Israels Feinde halten das Land für einen gefräßigen Moloch“, um zwei Rezensionen israelkritischer Sachbücher zu illustrieren. Kahl äußerte sich „entsetzt“, als er von dem Kontext erfuhr, in dem sein Werk verwendet wurde. Laut Jüdischer Allgemeinen wäre an Illustration wie Text für sich genommen nichts auszusetzen gewesen, zusammen allerdings und in Kombination mit der Bildunterschrift „entstehe der bewusst bösartige Effekt, der an schlimmste, in Konsequenz mörderische antijüdische Hetze erinnert.“ Augstein trage deshalb hierfür die alleinige Verantwortung. Der Chefredakteur der Süddeutschen, Kurt Kister, publizierte im Namen der Zeitung eine Entschuldigung: Die Publikation der Zeichnung „war der missglückte Versuch, mit den Mitteln der Karikatur darzustellen, wie der Staat Israel von seinen Feinden gezeichnet wird. ... Wir bedauern sehr, dass wir diesen Fehler gemacht haben“.[3] Während sich die Redaktion der Süddeutschen Zeitung distanzierte und einen Fehler eingestand, verteidigte sich Augstein, räumte aber ein, dass das Bild „zu Missverständnissen geführt hat“ und es im Nachhinein „besser gewesen [wäre], ein anderes zu wählen.“[4]

Auszeichnungen

  • 1998 wurde sie mit dem Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis ausgezeichnet.
  • 2000 erhielt sie den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen, den Theodor-Wolff-Preis, in der Kategorie »Essayistischer Journalismus« für ihren Beitrag »Kauere dich, dass du nicht treffbar bist«, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Juli 1999: [1]

Veröffentlichungen

  • Race. The Origins of an Idea, 1760-1850. Thoemmes, Bristol 1996, ISBN 1-85506-454-5
  • Über deutsche Ironiker und englische Ironie. In: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte. 44, 1997, 6, S. 506–510
  • James Cowles Prichard’s Anthropology. Remaking the Science of Man in Early Nineteenth Century Britain. Rodopi, Amsterdam/Atlanta 1999, ISBN 90-420-0404-5
  • Wie man aus einem Elefanten eine Mücke macht. Der Untersuchungsausschuß und die CDU-Spendenaffäre. In: Merkur. 55, 2001, S. 375-386
  • Von Treue und Verrat. Jorge Semprún und sein Jahrhundert. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57768-0

Weblinks

 Commons: Franziska Augstein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Franziska Augstein: Der Exzentriker in seiner Epoche - Zum 90. Geburtstag von Ernst Nolte; in: Süddeutsche Zeitung vom 11. Januar 2013, S. 12
  2. FOCUS Online: KONZERNE: Wünsch dir einen Chef! . In: FOCUS Online. 16. Dezember 2007.
  3. Süddeutsche Zeitung vom 5. Juli 2013, Seite 13.
  4. Michael Wuliger: Gefräßiges Monster Israel: Wie die Süddeutsche Zeitung antisemitischen Spin produziert , Jüdische Allgemeine, 2. Juli 2013


Kategorien: Person (Medien, Hamburg) | Träger des Theodor-Wolff-Preises | Geboren 1964 | Journalist (Deutschland) | Deutscher | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Franziska Augstein (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.