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Franz Renz


Dieser Artikel behandelt den Theologen; zu dem Friseur und Landtagsabgeordneten gleichen Namens siehe Franz Renz (NSDAP).

Franz Seraph Renz (* 3. Oktober 1860 in Altenstadt; † 21. April 1916 in Breslau) war ein katholischer Theologe, der wesentlich zu der Entwicklung des Messopferbegriffs beitrug und zu den Vertretern des Modernismus gezählt wurde.

Leben

Renz stammte aus einfachen Verhältnissen. Eines seiner zehn Geschwister war die Religionswissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Ethnologin Barbara Renz, mit der er lebenslang in enger Verbindung und intellektuellem Austausch stand. Renz war 1884 zum Priester des Bistums Augsburg geweiht worden und war in den folgenden zwanzig Jahren am Priesterseminar in Dillingen an der Donau tätig.

1902 erregte er respektvolles Aufsehen mit seiner umfangreichen Abhandlung über die Geschichte des Messopferbegriffs in der Eucharistie. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeit wurde er zum Ordinarius für Dogmatik und Apologetik an die Universität Münster berufen, wo er allerdings wegen seiner modernistischen Ansichten auch auf Widerstand stieß.

Zusammen mit seiner Schwester Barbara Renz, die mit ihm nach Münster gezogen war und an der Universität religionsphilosophische Vorlesungen gab (etwas Außergewöhnliches, da Frauen zu der Zeit in Deutschland noch nicht zum Studium, geschweige denn als Dozentinnen zugelassen waren), war er zu der Auffassung gekommen, dass die biblische Sündenfallgeschichte (Genesis 2 und 3) nicht wörtlich, sondern symbolisch aufzufassen sei.

Der katholische Modernismus, der die Lehre der Katholischen Kirche mit den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu vereinbaren suchte, war schon 1864 von Papst Pius IX. als häretisch erklärt worden. Das restriktive Klima der Zeit des Antimodernisteneides nach 1910 führte in Münster zum „Fall Renz“.

Um einer Konfrontation mit der kirchlichen Autorität, die womöglich zu seiner Exkommunikation führen konnte, zu entgehen, übersiedelte Renz nach Breslau, wo er in dem wesentlich liberaleren Klima der Katholischen Fakultät willkommen war. Allerdings musste er sich selbst einen Maulkorb anlegen, und sah fortan von öffentlichen Äußerungen über seine Ansichten ab.

Renz starb 1916 in Breslau. Die Erinnerung an den „Fall Renz“ veranlasste seine Schwester jedoch, die Richtigkeit des Symbolcharakters der Sündenfallgeschichte zu beweisen, was in ihrem wissenschaftlichen Werk Baum und Schlange resultierte.

Schriften

  • Opfercharakter der Eucharistie nach der Lehre der Väter und Kirchenschriftsteller der ersten drei Jahrhunderte. Eine dogmengeschichtliche Abhandlung. Paderborn, Schöningh 1892.
  • Die Geschichte des Meßopferbegriffes oder der alte Glaube und die neuen Theorien über das Wesen des unblutigen Opfers. 2 Bde. Freising, Datterer 1901/02.
  • Die katholischen Moralsätze bezüglich der Rationalisierung der Geburten. Breslau, Aderholz 1913.

Literatur

Weblinks


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