Frankenthal (Sachsen) - LinkFang.de





Frankenthal (Sachsen)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: BautzenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Großharthau
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 9,43 km²
Einwohner: 950 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01909
Vorwahl: 035954
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 140
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenstraße 4
01909 Frankenthal
Webpräsenz: www.gemeinde-frankenthal.de
Bürgermeisterin: Kerstin Otto (CDU)
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Frankenthal (oberlausitzisch Frankln[2]) ist eine Gemeinde im Landkreis Bautzen in Sachsen (Deutschland). Sie bildet mit der südlich von ihr gelegenen Gemeinde Großharthau die Verwaltungsgemeinschaft Großharthau.

Mit weniger als 1000 Einwohnern ist Frankenthal nach Einwohnerzahl eine der kleinsten Gemeinden Sachsens.[3] Nachdem der sächsische Innenminister Markus Ulbig im April 2010 für sächsische Gemeinden eine Zielgröße von mehr als 5000 Einwohnern im ländlichen Raum bekannt gab,[4] ist die dauerhafte Selbständigkeit der Gemeinde mittelfristig ungewiss.

Lage

Frankenthal liegt in der Oberlausitz, nahe der historischen meißnischen Grenze. Der Ort erstreckt sich über 2,5 Kilometer Länge in einer Talmulde entlang eines kleinen Baches von Nordwest nach Südost. Er grenzt im Westen an die Massenei, im Nordwesten an Bretnig, im Norden an Hauswalde, im Nordosten an Rammenau, im Südosten an Goldbach und im Süden an Großharthau. Die nächstgelegenen Städte sind Bischofswerda, Großröhrsdorf, Pulsnitz und Stolpen.

Geographie

Der Untergrund der Dorfflur besteht aus mächtigen pleistozänen Ablagerungen, deren lehmiges, sandiges und kiesiges Material in mehreren Gruben aufgeschlossen wurde.

Die mit 335 Metern prägnanteste Erhebung auf der Gemeindeflur ist der Pfarrberg unweit des Ortskerns, von dem sich ein weiter Blick über das Land, nach Rammenau und Bischofswerda und das Lausitzer Bergland bietet. Hier wurde 1783 die Pfarrlinde gepflanzt, die sich auch im Siegel der Gemeinde wiederfindet. In den 1980er Jahren wurde ihr gegenüber eine „Schwester“ gepflanzt, um das Wahrzeichen auch für die Zukunft zu erhalten.

Am nordwestlichen Ortsende entspringt der Dorfbach, der nahe dem Mühlteich in die aus Rammenau kommende Gruna mündet. Nordwestlich des Dorfes befindet sich auch die Quelle der Schwarzen Röder.

Die Landschaftsschutzgebiete Westlausitz und Massenei erstrecken sich bis in die Gemarkung Frankenthal. Das LSG Westlausitz befindet sich östlich der Hauptstraße. Westlich verläuft das Gebiet des LSG Massenei in der Gemarkung Frankenthal bogenförmig um den Dorfkern von der Querstraße bis zur Ortsverbindungsstraße Frankenthal–Hauswalde.

Siedlungsstruktur

Wie viele Siedlungen der Ostkolonisation ist Frankenthal ein typisches Waldhufendorf. Das Gässel ist eine in den Jahren 1784 bis 1789 angelegte Häuserzeile, die sich nördlich der Aue des Dorfbaches nahe dessen Mündung hinzieht. Südlich der Grunabachaue liegt der Viebig, eine weitere in den Jahren 1846 bis 1850 auf ehemaligem Gemeindehutungsland erbaute Häuserzeile, die sich an der Ortsverbindungsstraße nach Goldbach erstreckt. Ein weiterer Dorfausbau befindet sich ebenfalls am Rande der Grunabachaue. Sein Name Beigut nimmt auf den früheren Besitz des Frankenthaler Rittergutes Bezug.

Hauptartikel: Frankenthaler Beigut

Am Weg zwischen Rittergut und Dorf, der Allee, ließen sich Dominial- oder Hofehäusler nieder. Weitere kleine, oft dicht gedrängt stehende Häuser der Dresch- und Kleinhäusler füllen die Bachaue unterhalb der Zwei- und Dreiseithöfe.

Geschichte

Um 1200 siedelten fränkische Kolonisten in der Gegend. Der Ort Frankenthal findet, wie andere Orte der Umgebung, erstmals in der Oberlausitzer Grenzurkunde Erwähnung, die durch König Wenzel von Böhmen am 7. Mai 1241 unterzeichnet wurde und die Grenze zwischen der der böhmischen Krone unterstehenden Oberlausitz und dem Bistum Meißen definierte. Die Schreibweisen Vrankental, Frankintal und Vrankendale sind als „Frankensiedlung im Talgrund“[5] zu deuten. Später finden sich die Schreibweisen Franckental (1443), Franckentahl (1592) und endlich Frankenthal.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1834 1871 1890 1910 1925 1939 1946 1964 1971 2007 2009 2012 2013
Einwohnerzahl 1056 1275 1416 1435 1438 1394 1544 1441 1368 1051 1013 965 957

Politik

Bei der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 gingen die 10 Sitze des Gemeinderates an die Kandidaten der CDU. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,2 Prozent.

Gebäude, Einrichtungen und Vereine

Kirche

An erhöhter Position in der Dorfmitte an der Rammenauer Straße steht die Kirche. Sie wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts anfangs nur als Kapelle errichtet. Ihre erste Erwähnung findet sie 1495 in der Meißner Bistumsmatrikel. Im Jahr 1607 erhält sie ihre heutige Gestalt, als der Vorgängerbau um ein Drittel nach Osten erweitert wird. Die Kirche erhält eine hölzerne Decke, eine Empore und wird bemalt. 1702 wird der Fußboden der Kirche mit Tafelsteinen gelegt. Weitere Veränderungen des Inneren und Äußeren folgen in den Jahren 1729 bis 1732 durch Heinrich von Bünau. Der Rittergutsbesitzer schenkt der Kirche einen Altar, eine Kanzel und lässt den Turm an der Westseite durch einen neuen ersetzen, der dem der nahen Goldbacher Kirche ähnelt. An der Südwand sind Grabdenkmäler von Familienmitgliedern der Rittergutsherrschaft aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten.

Weiteres

In unmittelbarer Nähe der Kirche, direkt an der Dorfstraße, befindet sich die Evangelische Grundschule Frankenthal. Sie wurde zu Beginn des Schuljahres 2002/2003 auf Initiative engagierter junger Bürger in Trägerschaft des Evangelischen Schulvereins im Landkreis Bautzen e. V. wiedereröffnet. Das Gebäude wurde bereits 1893 errichtet, nachdem die alten Schulgebäude an der Rammenauer Straße nicht mehr genügend Platz boten. Mit Beginn der Sommerferien 2008 wurde die Schule saniert und für den Ganztagsunterricht ausgebaut. Ihre feierliche Einweihung folgte am 23. Februar 2009.[6]

Im Niederdorf an der Alten Straße befindet sich die 1958 als Erntekindergarten eröffnete Kindertagesstätte Pusteblume, deren Träger die Arbeiterwohlfahrt ist.[7] Ihr Domizil ist der ehemalige Gasthof Zur Börse, in dem die Gemeinde im Jahr 1957 einen Kindergarten und Schulhort einrichten ließ.

Seit 1972 wurden durch Bürger der Gemeinde in freiwilliger Arbeit im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative der Ziegelteich am Oberlauf der Schwarzen Röder zu einem Bad ausgebaut und das Stadion der Landjugend mit einer Leichtathletikanlage errichtet. Die Anlage wurde am 7. Oktober 1977 eingeweiht.

Stadion und Turnhalle werden nach wie vor sowohl durch die Schule als auch die 1948 gegründete SG Frankenthal genutzt. Auch der bereits 1912 gegründete Rassegeflügelverein lädt jährlich am Wochenende vor dem ersten Advent zur Ortsschau in die Turnhalle.

Der Turnhalle gegenüber, an der Querstraße in einer ausgebauten Scheune, befindet sich die Kleine Galerie. Sie ist das Domizil des Frankenthaler Heimat- und Chronikvereins. Hier werden seit 2002 in loser Folge aktuelle Ausstellungen zur Geschichte von Frankenthal gezeigt.[8]

Ebenfalls an der Querstraße befindet sich das neue Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Frankenthal. Nebenan im alten Gasthaus zur Linde sind heute die Gemeindeverwaltung, die Gemeindebibliothek sowie der Jugendclub „Blaue Engel“ untergebracht. Ein weiterer Jugendclub trifft sich in einer alten Sandgrube, die ihm auch den Namen gab.

Weitere ortsansässige Vereine, die durch ihre Aktivitäten einen wesentlichen Beitrag zum Dorfleben leisten, sind der Chor, der Kaninchenzüchterverein Frankenthal (seit 1924), das Stockcar-Team AFK und die Volkssolidarität Frankenthal.

Persönlichkeiten

Quellen und weiterführende Literatur

Literatur

  • Frankenthal. In: Lausitzer Bergland um Pulsnitz und Bischofswerda (= Werte unserer Heimat. Band 40). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1983, S. 141–144.
  • Gottfried Nitzsche: Sagen und Geschichten der Massenei. Oberlausitzer Verlag: Spitzkunnersdorf 2004, ISBN 3-933827-25-6
  • Frankenthal . In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 2. Band, Zwickau 1815, S. 692 f.
  • Frankenthal . In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 15. Band, Zwickau 1828, S. 824 f.
  • Frankenthal. In: Markgrafenthum Oberlausitz, Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser, Leipzig 1859. S. 207–208 (Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 3.; Volltext auf Wikisource, Digitalisat der SLUB Dresden)
  • Rat der Gemeinde Frankenthal (Hrsg.): 750 Jahrfeier der Gemeinde Frankenthal: 22. Juni – 1. Juli 1973. (Festschrift)
  • Cornelius Gurlitt: Frankenthal. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 31. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (I. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 54.

Weblinks

 Commons: Frankenthal (Sachsen)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Frankenthal (Sachsen) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hans Klecker: Oberlausitzer Wörterbuch. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2003, S. 134.
  3. Gemäß einer Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen (PDF; 63 kB) war die Gemeinde Frankenthal mit genau 1000 Einwohnern am 31. Oktober 2010 die zehntkleinste Gemeinde Sachsens.
  4. Landesregierung drängt auf Gemeindefusionen. Mitteldeutscher Rundfunk, 14. April 2010, abgerufen am 6. Februar 2011.
  5. Lausitzer Bergland um Pulsnitz und Bischofswerda (= Werte unserer Heimat. Band 40). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1983, S. 141.
  6. Evangelische Grundschule Frankenthal (Sachsen)
  7. Selbstdarstellung der Kita Pusteblume Frankenthal
  8. Frankenthaler Heimat- und Chronikverein e. V.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Frankenthal (Sachsen) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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