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Frankenau


Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Frankenau in Hessen. Weitere gleichnamige Orte werden unter Frankenau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-FrankenbergVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 57,29 km²
Einwohner: 2914 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 35109–35110
Vorwahl: 06455
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 010
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ehlingshäuser Str. 1
35110 Frankenau
Webpräsenz: www.frankenau.de
Bürgermeister: Björn Brede (SPD)
}

Frankenau ist eine Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen (Deutschland).

Geographie

Lage

Frankenau liegt im Kellerwald südwestlich des Bergs Talgang. Es befindet sich am Südrand des Nationalparks Kellerwald-Edersee am Ursprung und Oberlauf des Eder-Zuflusses Lorfe (Lorfebach).

Klima

Der Jahresniederschlag liegt bei 733 mm und ist damit vergleichsweise normal, da er in das mittlere Drittel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 48 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 2 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Nachbargemeinden

Frankenau grenzt im Norden an die Gemeinde Vöhl, im Osten an die Gemeinde Edertal und die Stadt Bad Wildungen, im Süden an die Gemeinde Haina, sowie im Westen an die Stadt Frankenberg (alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtteile

Kernstadt Frankenau, Allendorf, Altenlotheim, Dainrode, Ellershausen und Louisendorf.

Geschichte

Die Entstehung von Frankenau und der Nachbarstadt Frankenberg geht vermutlich bis in die Frankenzeit zurück. Die Besiedlung des Gebiets erfolgte durch die Chatten. Der eigentliche Ort Frankenau soll als Grenzfeste gegen die Sachsen errichtet worden sein. Vermutungen gehen von einer Gründung um 500 nach Chr. bzw. 750 nach Chr. aus. Stadtrechte erhielt Frankenau vermutlich im Jahre 1242 von Heinrich Raspe, Landgraf von Thüringen. Die älteste vorhandene Urkunde über Frankenau wurde am 4. April 1266 durch Landgraf Heinrich I. ausgefertigt und beinhaltet die Bestätigung der Stadtrechtsverleihung.

Frankenau war über Jahrhunderte ein armes Ackerbürgerstädtchen. Ein besonders schwerer Schicksalsschlag ereilte die Bewohner am 22. April 1865, als nahezu die gesamte Stadt einem Feuer zum Opfer fiel. Durch die enormen Leistungen der damaligen Bewohner konnte der Ort wieder neu aufgebaut werden.

Heute ist Frankenau als anerkannter Erholungsort eines der Ferienzentren im Landkreis Waldeck-Frankenberg, Tor zum Nationalpark Kellerwald-Edersee und Hauptort der seit Anfang der 1970er Jahre bestehenden Großgemeinde Frankenau.

Jüdische Gemeinde

Jüdische Einwohner sind erstmals im Jahre 1659 belegt, als ein „Schutzjude“ mit zwei Familienangehörigen bekundet ist. 1671 ist dann eine zweite jüdische Familie am Ort vermeldet. Im 18. Jahrhundert begann ein allmähliches Wachstum, und 1785 werden sieben „Schutzjuden“ genannt. Die jüdische Gemeinde war nie sehr groß: sie erreichte mit 70 Personen und 7,1 % der Gesamtbevölkerung von 980 im Jahre 1905 ihren Höhepunkt. Die kleine Gemeinde hatte eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Die Synagoge wurde 1867 erbaut, nach dem großen Stadtbrand von 1865.

1933 lebten 65 jüdische Einwohner in der Stadt. Danach nahm ihre Zahl durch Ab- und Auswanderung schnell ab. Die letzte Familie meldete sich am 28. März 1939 aus Frankenau ab. 1938 war abzusehen, dass eine Kehillah zur Abhaltung von Gottesdiensten bald nicht mehr zusammenkommen würde, und im Frühjahr oder Sommer 1938 wurde die Synagoge an einen Nachbarn verkauft. Wegen Schwammbefalls wurde das Gebäude schließlich abgerissen. Der Sockel mit dem Kellerraum war 1949 noch vorhanden. Auf dem Grundstück (Rieschstraße 6) wurde später ein neues Gebäude errichtet.

Am 17. Juni 1992, anlässlich der 750-Jahr-Feier der Verleihung der Stadtrechte, wurde an der Grundstücksgrenze zwischen der ehemaligen Synagoge und der evangelischen Kirche ein Gedenkstein für die ermordeten und vertriebenen jüdischen Einwohner errichtet.

Eingemeindungen

Am 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Allendorf bei Frankenau eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kam Louisendorf hinzu. Altenlotheim und Ellershausen folgten am 1. Juli 1972. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Dainrode am 1. Januar 1974 abgeschlossen.[2]

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 55,0 8 55,9 13 56,0 13 50,1 12
FB Freie Bürger 27,9 4 27,7 6 24,6 6 29,7 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 13,4 2 13,7 3 19,4 4
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 3,7 1 2,7 1
BF Bürgerbündnis Frankenau 20,2 4
Gesamt 100,0 15 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 56,6 58,7 51,7 62,1

Städtepartnerschaften

Die, Département Drôme in Frankreich (seit 1991) und Wirksworth in England (seit 2006).

Persönlichkeiten

Literatur

  • Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I, Regierungsbezirke Gießen und Kassel, begründet vom Tag der Denkmalpflege 1900, fortgesetzt von Ernst Gall, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen, 2008, Deutscher Kunstverlag, München, Berlin, ISBN 978-3-422-03092-3
  • Erich Keyser: Hessisches Städtebuch, Stuttgart 1957. S. 117–118.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen, 3. Auflage Gudensberg-Gleichen 2000. S. 142.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 389 und 390.
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006

Weblinks

 Commons: Frankenau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Frankenau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kategorien: Staatlich anerkannter Erholungsort in Hessen | Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg | Frankenau | Gemeinde in Hessen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Frankenau (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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