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Frank Kolb


Frank Kolb (* 27. Februar 1945 in Rheinbach-Merzbach) ist ein deutscher Althistoriker.

Frank Kolb wurde 1970 an der Universität Bonn mit der von Johannes Straub angeregten und betreuten Arbeit Literarische Beziehungen zwischen Cassius Dio, Herodian und der Historia Augusta promoviert. Er habilitierte sich nach einem zweijährigen Aufenthalt in den USA (Princeton) 1975 an der FU Berlin. Kolb war von 1977 bis 1986 ordentlicher Professor für Alte Geschichte an der Universität Kiel, bevor er einen Ruf an die Universität Tübingen annahm, wo er bis zu seiner Emeritierung 2013 lehrte. Sein Nachfolger wurde im Februar 2014 Sebastian Schmidt-Hofner. Kolb, der auch archäologische Feldforschungen durchgeführt hat, gehört zu den profiliertesten Althistorikern Deutschlands und hat zu einer ganzen Reihe von Themengebieten - vom archaischen Griechenland bis zur römischen Spätantike - wichtige Arbeiten publiziert. Zu Kolbs Schülern zählen Ralf Behrwald, Hartmut Blum, Hartwin Brandt, Marc Domingo Gygax, Hilmar Klinkott, Jens-Uwe Krause, Christof Schuler, Werner Tietz, Darío N. Sanchez Vendramini und Martin Zimmermann.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Kolb 2001 bekannt, als er sich mit dem Archäologen Manfred Korfmann eine zunehmend erbittert geführte Auseinandersetzung über Korfmanns Interpretation des Grabungsbefundes in Troja lieferte. Damit verbunden war die wissenschaftstheoretische Frage nach der Wertigkeit unterschiedlicher methodischer Zugangsweisen zur Ur- und Frühgeschichte. Während Kolbs Position bei den Althistorikern breite Zustimmung fand, war das Urteil von Archäologen und Vertretern anderer historischer Disziplinen differenzierter, was beim Troia-Symposium (2002) und in späteren Veröffentlichungen deutlich wurde. Spätestens mit dem Tod Korfmanns (2005) kam die Troja-Debatte weitgehend zum Erliegen.

1997 wurde er mit dem Max-Planck-Forschungspreis ausgezeichnet. Seit 1999 ist er ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Schriften

  • Literarische Beziehungen zwischen Cassius Dio, Herodian und der Historia Augusta. Bon 1972, ISBN 3-7749-1166-5.
  • Agora und Theater, Volks- und Festversammlung. Mann, Berlin 1981, ISBN 3-7861-1262-2.
  • Die Stadt im Altertum. München 1984, ISBN 3-406-03172-2.
  • Untersuchungen zur Historia Augusta. Bonn 1987, ISBN 3-7749-2316-7.
  • Diokletian und die erste Tetrarchie. Improvisation oder Experiment in monarchischer Herrschaft? Berlin 1987.
  • Rom. Die Geschichte der Stadt in der Antike. München 1995.
  • Herrscherideologie in der Spätantike. Berlin 2001.
  • Burg – Polis – Bischofssitz. Geschichte der Siedlungskammer von Kyaneai in der Südwesttürkei. von Zabern, Mainz 2008, ISBN 978-3-8053-3900-1.
  • Tatort »Troia«. Geschichte - Mythen - Politik. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010 ISBN 978-3-506-77009-7.
  • Herausgeber: Lykische Studien, Bände 1–7, Bonn.

Weblinks


Kategorien: Max-Planck-Forschungspreisträger | Althistoriker | Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen) | Geboren 1945 | Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) | Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Frank Kolb (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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