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Forst (Lausitz)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-NeißeVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 110,7 km²
Einwohner: 18.773 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03149
Vorwahl: 03562
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 076
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lindenstraße 10–12
03149 Forst (Lausitz)
Webpräsenz: www.forst-lausitz.de
Bürgermeister: Philipp Wesemann (SPD)
}

Forst (Lausitz) (niedersorbisch Baršć) in der Niederlausitz ist die Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße. Forst ist neben Neukirch/Lausitz der einzige Ort mit dem Namenszusatz Lausitz, andere Orte benennen in ihren Namenszusätzen den Teil der Lausitz explizit, beispielsweise Weißwasser/Oberlausitz.

Geografie

Die Stadt liegt östlich von Cottbus an der Lausitzer Neiße. Am gegenüberliegenden polnischen Ufer liegt die Ortschaft Zasieki (deutsch: Berge) der Gemeinde Brody (Pförten), die bis 1945 ein Forster Stadtteil war.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in die Ortsteile:

  • Forst (Lausitz)
  • Bohrau (niedersorb. Bórow)
  • Briesnig (Rjasnik)
  • Groß Bademeusel (Wjelike Bóžemysle)
  • Klein Bademeusel (Małe Bóžemysle)
  • Groß Jamno (Jamne)
  • Klein Jamno (Małe Jamne)
  • Mulknitz (Małksa)
  • Naundorf (Glinsk)
  • Horno (Rogow), seit 2003 neue Siedlung für das vom Tagebau überbaggerte Dorf Horno
  • Sacro (Krje)

Die Ortschaften

  • Eulo (Wiłow)
  • Keune (Chójna; bis 30. November 1937 Koyne)[2]
  • Noßdorf (Nosydłojce)
  • Domsdorf (Domašojce)

wurden 1940 eingemeindet und haben nicht den Status von Ortsteilen.

Geschichte

Südlich des sorbischen Dorfes Altforst mit der Marienkirche bildete sich wohl um 1150 am Übergang der wichtigen West-Ost-Straße von Halle nach Glogau (Salzstraße) über die Neiße eine Kaufmannssiedlung mit Nikolaikirche, woraus sich seit etwa 1265 die regelmäßig angelegte, im 14. Jahrhundert erstmals als solche bezeichnete Stadt entwickelte, für deren Gedeihen später auch die Nord-Süd-Straße von Guben in die Niederlausitz an Bedeutung erlangte. Der Rat konnte die Niedergerichte erwerben. 1352 bekam Katharina von Ileburg von Friedrich III. von Meißen die Herrschaft Forst verliehen.

Seit 1380 saßen auf der Burg westlich des Mühlgrabens die Biebersteiner als Vasallen des Markgraftums Niederlausitz, zumeist in Verbindung mit der Herrschaft Pförten, die in der Landesverfassung eine bevorzugte Stellung innehatte. Sie blieben dort bis zum Aussterben der Adelsfamilie mit Ferdinand II. 1667. Im Jahre 1428 bestätigten Ulrich, Wenzel und Friedrich von Bieberstein die Stadtrechte. Nach der Reformation im 16. Jahrhundert wurde auch in Forst in der sorbischen Volkssprache gepredigt. Vier der sieben Bürgermeister dieses Jahrhunderts trugen sorbische Namen.[3] 1626 besetzte im Dreißigjährigen Krieg der Feldherr Wallenstein mit seinen Truppen Forst. Mit der Niederlausitz fiel die Stadt 1635 an das Kurfürstentum Sachsen.

Das seit 1418 privilegierte Tuchmacherhandwerk prägte die Wirtschaft der Stadt, es erhielt seit 1628 Zuzug durch Tuchmacher aus den Niederlanden sowie den schlesischen Orten Lissa, Meseritz und Fraustadt, so dass 1695 die Innung 50 Meister zählte. 1704 nahm Herzogin Luise Elisabeth von Sachsen-Merseburg ihren Witwensitz in Forst. 1746 erwarb Graf Heinrich von Brühl die Herrschaft Forst und vereinigte sie wieder mit Pförten. 1748 verheerte ein großer Brand die Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte nach Plänen von Brühl und Baumeister Johann Christoph Knöffel. Nach 1750 richtete der Graf als Besitzer von Forst eine Tuch- und Leinenmanufaktur im Jahnschen Schloss ein. 1763 wurde Graf Heinrich von Brühl unter dem Taufstein der Stadtkirche beigesetzt.

Um 1800 wurden die sorbischen Gottesdienste in Forst als Folge der von den Landesherren betriebenen Germanisierungspolitik abgeschafft. 1815 kam Forst durch den Wiener Frieden an Preußen und wurde dem brandenburgischen Kreis Sorau im Regierungsbezirk Frankfurt zugeteilt. 1821 errichtete der Kaufmann Jeschke auf dem Schlossgrundstück die erste Spinnfabrik. 1832 erschien die erste Forster Zeitung. 1837 erfolgte die Vereinigung der Stadt- und Amtsgemeinde. Die Herstellung von Buckskin seit 1840 und die Einführung der Dampfmaschine 1844 ließ Forst zu einer der bedeutendsten Textilstädte werden („deutsches Manchester“).

1863 nahm die Gasfabrik ihren Betrieb auf, 1888 eröffnete der städtische Schlachthof und 1903 das Wasserwerk. 1875 wurde das Dorf Altforst eingemeindet. 1880 entstand das Gymnasium und 1891 die Webschule. 1897 wurde Forst Stadtkreis. Im gleichen Jahr suchte ein verheerendes Hochwasser die Stadt heim. Die Einwohnerzahl stieg mit der Industrialisierung von 2.600 im Jahre 1830 auf 32.000 im Jahre 1900. 1872 entstand die Bahnverbindung nach Cottbus und Sorau, 1891 nach Weißwasser und 1904 nach Guben. Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich die ersten Parteien (1871 der örtliche Sozialdemokratische Arbeiterverein und die Ortsgruppe der SDAP). 1897 schied die Stadt Forst aus dem Kreis Sorau aus und bildete einen eigenen Stadtkreis.

Im Jahr 1922 wurde die Große Neißebrücke errichtet und 1932 begann man mit der Regulierung des Flusses. 1937 feierte die Stadt das 450-jährige Bestehen der Königskompanie der Forster Schützengilde. Die Synagoge, die sich die Jüdische Gemeinde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in der Wasserstraße 6 erbaut hatte, wurde in der Pogromnacht 1938 von SA-Männern geschändet. Durch die Tat eines Feuerwehrmannes wurde sie vor dem Abbrennen gerettet, aber 1945 im Krieg zerstört, später wurden die Trümmer beseitigt. Eine Gedenktafel am Haus Cottbuser Straße 8 erinnert seit 1988 an dieses Geschehen. 1939 wurde mit dem Bau der Sprengchemie Forst-Scheuno im Stadtteil Forst-Scheuno (heute Brożek) begonnen.

Ab Mitte Februar hatte die sowjetische Armee einen Brückenkopf am jenseitigen Neißeufer gebildet. Am 25. Februar 1945 begann die Beschießung der Stadt. Die Verteidigung der Stadt dauerte bis zum April 1945. Vom 16. bis 18. April 1945 eroberten sowjetische Truppen die Stadt Forst. Nach Beendigung der Kämpfe lagen 85 Prozent der Stadt in Trümmern. Die Gebiete rechts der Neiße (Stadtteil Berge) wurden unter polnische Verwaltung gestellt und so gut wie vollständig devastiert, die Einwohner vertrieben. Auf polnischer Seite lebten 2010 etwas mehr als 350 Menschen.

Im April 1945 wurden im Dorf Weißagk 80 Deserteure der Wehrmacht von SS-Leuten erschossen. Als der Ort dem Tagebau weichen musste, wurden die Opfer auf den Friedhof in Forst umgebettet.

Im Jahr 1952 erhielt Forst den Status einer Kreisstadt (Kreis Forst) des Bezirks Cottbus. In den 1970er und 1980er Jahren wurden zahlreiche neue Gebäude in der Innenstadt errichtet. Mit der Wende in der DDR im Jahre 1989 begann eine Neustrukturierung der kommunalen Infrastruktur. 1993 wurde Forst Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße. 2002 erfolgte die Eröffnung der deutsch-polnischen Grenzbrücke Forst–Zasieki („Brücke der Europäischen Union“). 2004 erhielt Forst den Titel Rosenstadt.

Bevölkerungsentwicklung

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei 1820 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Die Einwohnerzahl schrumpft stetig.

Jahr Einwohner
1820 2.600
1. Dezember 18751 11.925
1. Dezember 18801 16.124
1. Dezember 18851 18.641
1. Dezember 18901 16.870
2. Dezember 18951 25.700
1. Dezember 19001 32.075
1. Dezember 19051 33.757
1. Dezember 19101 24.275
1. Dezember 19161 29.359
5. Dezember 19171 27.019
8. Oktober 19191 32.216
16. Juni 19251 25.880
16. Juni 19331 27.030
17. Mai 19391 27.342
1. Dezember 19451 24.416
Jahr Einwohner
29. Oktober 19461 29.829
31. August 19501 30.475
31. Dezember 1955 29.661
31. Dezember 1960 28.695
31. Dezember 19641 29.860
1. Januar 19711 29.134
31. Dezember 1975 27.774
31. Dezember 19811 27.013
31. Dezember 1985 26.395
31. Dezember 1988 26.676
31. Dezember 1990 25.844
31. Dezember 1995 25.701
31. Dezember 2000 24.309
31. Dezember 2005 22.391
31. Dezember 2010 20.618
31. Dezember 2014 18.945
1 Volkszählungsergebnis

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4]

Politik

Kommunalwahl 2014[5][6]
Wahlbeteiligung: 38,80 % (2008: 44,26 %)
 %
40
30
20
10
0
34,29 %
24,45 %
19,10 %
9,47 %
3,34 %
2,63 %
2,45 %
4,26 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+10,14 %p
-4,45 %p
-3,96 %p
-4,88 %p
+1,43 %p
-0,44 %p
+2,45 %p
+3,70 %p
Anmerkungen:
f Wählergruppe Landwirtschaft und Umwelt
h 2012:
Klinger Runde: 2,20 %
DSU: 2,06 %
2008:
EWV Laugksch: 0,56 %
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Forst (Lausitz) besteht aus 28 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:[7]

  • CDU: 9 Sitze (+2)
  • LINKE: 7 Sitze (-1)
  • SPD: 5 Sitze (-1)
  • FDP: 3 Sitze (-1)
  • Wählergruppe Landwirtschaft und Umwelt: 1 Sitz (±0)
  • Klinger Runde: 1 Sitz (+1)
  • Piratenpartei Deutschland: 1 Sitz (+1)
  • Einzelwahlvorschlag Starick: 1 Sitz (±0)
  • DSU: 0 Sitze (-1)

Bürgermeister

Die Bürgermeister Forsts seit 1990 sind:

2006 wurde Bürgermeister Reinfeld fraktionsübergreifend Vetternwirtschaft vorgeworfen und daher ein Bürgerentscheid zu seiner Abwahl eingeleitet, der am 8. Oktober 2006 mit einer Zustimmung von 85 % erfolgreich war. Am 18. Februar 2007 wurde Jürgen Goldschmidt in einer Stichwahl mit 57,4 % der gültigen Stimmen als neuer Bürgermeister gewählt, nachdem er am 28. Januar 2007 nur knapp die nötige Mehrheit von 50 % der Stimmen verfehlt hatte.

Bei der Bürgermeisterstichwahl am 15. März 2015 setzte sich der 25-jährige SPD-Kandidat Philipp Wesemann mit 60,6 % der gültigen Stimmen gegen seinen Mitbewerber Sven Zuber aus der CDU durch.[8] Wesemann war bei seinem Amtsantritt Brandenburgs jüngster Bürgermeister[9] sowie der jüngste Bürgermeister einer Kreisstadt in Deutschland.[10]

Wappen

Das Wappen wurde am 13. April 2011 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot ein goldener Schild, belegt mit einer linksgekehrten, fünfendigen roten Hirschstange. Auf dem Helm mit Decken aus einer Krone wachsend die Wappenfigur, alles golden.“[11]

Historische Wappen

Das Wappen wurde am 4. September 1992 genehmigt. Dieses Vollwappen wird heute nur für repräsentative Zwecke verwendet. Mit Wirkung vom 3. Dezember 2005 wird für hoheitliche (amtliche) Zwecke das Wappen ohne Oberwappen (d. h. ohne Helm und Helmzier) verwendet.

Blasonierung: „In Gold eine aufgerichtete, nach rechts gebogene vierendige rote Hirschstange mit einem kleeblättrigen Rosenstock.“

Es handelt sich ursprünglich um das Wappen der Herren von Bieberstein, die lange Zeit auch Stadtherren von Forst waren.

Im Auftrage des Magistrats fertigte Gustav Adolf Closs aus Berlin einen Entwurf an, der durch Beschluss des Magistrats vom 29. Oktober 1924 zum geltenden Stadtwappen wurde.[12]

Städtepartnerschaften

Forst pflegt seit 1990 städtepartnerschaftliche Beziehungen zu Wermelskirchen in Deutschland und seit 2000 zu den beiden polnischen Gemeinden Lubsko und Brody.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

In der Liste der Baudenkmale stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler, darunter mehrere Tuchfabriken, mehrere Kirchen und der Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt. Die Bodendenkmale sind dort aufgeführt.

Stadtkirche St. Nikolai: Die Grundlegung für das Bauwerk fand im 12. Jahrhundert statt. In einer Gruft der Kirche fand Heinrich von Brühl seine letzte Ruhestätte. Die farbigen Fenster in der Apsis mit Tuchmotiven stammen von dem Berliner Künstler Helge Warme, der auch den Altarhintergrund mit 144 unterschiedlichen Glasplatten gestaltete.

Gedenkstätten

  • Denkmal von 1950 für die Opfer des Faschismus auf dem Platz des Friedens
  • Gedenkstein für 80 erschossene Wehrmachtsdeserteure auf dem Hauptfriedhof an der Frankfurter Straße
  • Ehrengrabanlage von 1981 für verstorbene Widerstandskämpfer gegen den Faschismus
  • Gedenkstein von 1977 für vier ermordete Kriegsgegner an der Spremberger/Ecke Triebeler Straße
  • Gedenktafel von 1988 an die Jüdische Gemeinde und ihr Gotteshaus in der Cottbuser Straße 8
  • Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Ortsteil Bohrau

Museum

Das Brandenburgische Textilmuseum Forst ist ein Technik- und Heimatmuseum, das 1995 in einer stillgelegten denkmalgeschützten Tuchfabrik eröffnet wurde. Ausstellungsschwerpunkte sind die Geschichte des Tuchmacherhandwerks und damit eng verknüpft die Geschichte der Stadt Forst.

Sport

Die Radrennbahn Forst, die am 17. Juni 1906 eingeweiht wurde, ist eine der ältesten Deutschlands. Alljährlich werden hier zahlreiche Steherrennen veranstaltet. Auch der Europameister bei den Stehern wurde schon in Forst ausgefahren. Am 29./30. August 2009 fand erneut die Steher-EM in Forst statt. Die Radrennbahn wurde mittlerweile auch zur Nutzung für den Reitsport erweitert, sodass jährlich ein Reit- und Springturnier mit internationalen Größen stattfindet. Das Stadion am Wasserturm wurde 1921 eröffnet.

Auch im Bereich Fußball hat Forst eine große Tradition. Der FC Askania Forst und der FC Viktoria Forst standen zu den Anfängen des Fußballs mehrmals in der Meisterschaftsendrunde des DFB. Der TV 1861 Forst wurde 1927 Fußballmeister der Deutschen Turnerschaft. Der TuS Süden Forst stand 1919 und 1926 in der Endrunde der ATSB-Fußballmeisterschaft. Der SV Süden Forst und der Verein Rot-Weiß Forst schlossen sich 2011 zum Verein SV Lausitz Forst. Aktuell spielen die Fußballmannschaften aus Forst in den unteren Ligen.

Das Lausitzer Seesportteam gehört im Seesportmehrkampf zu den leistungsstärksten Clubs dieser Sportart und stellte in den vergangenen Jahren immer wieder Deutsche Meister, vor allem in den weiblichen Altersklassen. Dieser Sport wird in Forst seit den 1960er Jahren betrieben.

Die SG Bademeusel gehört zu den besten Faustball-Mannschaften in Deutschland. Die Frauen spielten von 2006 bis 2008 in der 1. Faustball-Bundesliga Nord.

Ein ausgebautes Radwegenetz im Umkreis der Stadt ermöglicht große und kleine Touren mit dem Fahrrad. Interessant und reizvoll sind die Neißeauen, aber auch das Niederlausitzer Hinterland. Die Wege eignen sich auch für den sportlich ambitionierten Radler (asphaltiert). Jährlich zu Himmelfahrt findet eine Völkerwanderung mit dem Fahrrad in der Gegend statt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die Stadt ist für den Ostdeutschen Rosengarten weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Traditionell finden die Rosengartenfesttage am letzten Juni-Wochenende statt. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Forster Rosenkönigin gewählt, welche die Stadt und den Ostdeutschen Rosengarten repräsentieren soll.

„Die Grüne Saison“ wird mit dem Reit- und Springturnier auf der Radrennbahn eröffnet. Auf dieser Radrennbahn wird auch jährlich zu Pfingsten das Steher-Rennen veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur

In der Stadt gibt es eine Vielzahl mittelständische Unternehmen, darunter Unternehmen für Metallbau und -verarbeitung, Logistikunternehmen, Hersteller von Baustoffen und andere Dienstleister. Bis 2015 bestand ein Brauhaus mit Mosterei.[13]

Verkehr

Autoverkehr

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[14] 10 311 10 235 10 262 10 274 10 194 10 152 10 096
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 476 480 489 498 521 526 530

Bahnverkehr

Der Bahnhof Forst (Lausitz) liegt an der Bahnstrecke Cottbus–Żary. Es verkehren Regionalbahnen nach Cottbus und Żagań. Auf der Bahnstrecke Forst–Guben gab es von 1904 bis 1981 und auf der Bahnstrecke Weißwasser–Forst von 1896 bis 1996 Güter- und Personenverkehr. Beide Strecken sind inzwischen stillgelegt und teilweise abgebaut. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 bediente der Eurocity der Linie EC 99 den Bahnhof Forst. Es verkehrte ein Zugpaar täglich von Krakau über Berlin nach Hamburg.[15][16] Die komplette Linie wurde gestrichen. Seitdem ist Forst kein Fernverkehrshalt mehr. Von Mai bis September 2016 verkehrt am Wochenende der Kulturzug von Berlin in die europäische Kulturhauptstadt Breslau über Forst, wodurch wieder temporär ein Fernverkehrshalt angeboten wird.[17]

Von 1893 bis 1965 bestand die Forster Stadteisenbahn, eine straßenbahnähnliche Kleinbahn mit Güterverkehr.

Linie Verlauf Takt
RB 46 CottbusKlingeForst (Lausitz) 60 min
RB 93 Forst (Lausitz)TupliceLipinki ŁużyckieŻaryŻagań zwei Zugpaare täglich
Kulturzug Berlin LichtenbergBerlin OstkreuzCottbusForst (Lausitz)ŻaryŻagańLegnicaWrocław Główny ein Zugpaar am Wochenende (Mai – September 2016)

Luftverkehr

Rund 30 km nördlich von Forst befindet sich der Flugplatz Cottbus-Drewitz. Dort ansässig ist eine Flugschule mit Charterbetrieb.

Bildung

Forst hat mehrere Grundschulen, eine Oberschule und ein Gymnasium. Dieses wurde zu einer Europaschule entwickelt, die diverse Schüleraustausch-Programme sowie bilingualen Unterricht anbietet. Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium trägt den Titel „Schule ohne Rassismus“[18] und verfügt über ein kulturell-ästhetisches Profil.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Christian August Jacobi (1688–nach 1725), Komponist, seit 1717 für vier Jahre Kapelldirektor der Herzogin Luise Elisabeth von Sachsen-Merseburg in Forst
  • Rudolf Kühn (1886–1950), Architekt, Stadtbaurat in Forst
  • Gottlob Philipp, gründete 1872 die Forster Pianofabrik Philipp in der Cottbuser Straße
  • Brigitte Frank (1895–1959), aufgewachsen in Forst, Ehefrau des nationalsozialistischen Politikers Hans Frank
  • Gerhard Pohl (1937–2012), Ingenieur und Politiker, 1990 kurzzeitig DDR-Minister für Wirtschaft
  • Andreas Klöden (* 1975), Radrennfahrer, ausgebildet bei der SG Dynamo Forst

Siehe auch

Literatur

  • „Forst“, Stadtplan, Hoene, Forst (Lausitz) 1934; Reprint: Peter – Niederlausitzer Verlag, Guben 2004, ISBN 978-3-935881-21-0.
  • Ostdeutscher Rosengarten Forst (Lausitz). Herausgeber: Stadt Forst (Lausitz). Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-852-6.
  • Johann Christoph Schneider: Chronik der Stadt- und Standesherrschaft Forst vor und nach der Vereinigung mit der Standesherrschaft Pförten. Ausgabe von 1846 in der Google-Buchsuche. Reprint: Niederlausitzer Verlag, Guben 2008, ISBN 978-3-935881-57-9.
  • Forster Jahrbücher für Geschichte und Heimatkunde, Museumsverein der Stadt Forst (Lausitz) e. V., Forst 2005ff.[19]
  • Wolfgang Hanke, Johannes Dette: Gott loben ist unser Amt. Forst (Lausitz) als Orgelstadt. Evangelische Kirchengemeinde, Forst (Lausitz) 2005, DNB 978171225 .
  • Jan Klußmann: Der Ostdeutsche Rosengarten. Eine einzigartige Parkanlage seit 1913. be.bra, Berlin 2013, ISBN 978-3-86124-675-6.

Weblinks

 Commons: Forst (Lausitz)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Forst in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Forst (Lausitz) – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 249
  3. Peter Kunze: Sorbische Reminiszenzen aus Forst und Umgebung. In: Lětopis 53 (2006) 1, S. 35 ff, Ludowe nakładnistwo Domowina, Budyšin/Bautzen 2006
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße . S. 18–21
  5. Wahlergebnisse aus den Forster Wahllokalen: Stadtverordnetenversammlung 2014 (Memento vom 27. Mai 2014 im Webarchiv archive.is)
  6. Kommunalwahl 2014 - Forst (Lausitz) (Memento vom 27. Mai 2014 im Webarchiv archive.is)
  7. Das sind die 28 neuen Stadtverordneten für Forst. In: Lausitzer Rundschau. Lausitzer VerlagsService GmbH, 28. Mai 2014, abgerufen am 30. Mai 2014.
  8. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. März 2015
  9. Sensation in Forst (Lausitz) – Philipp Wesemann wird als jüngster Brandenburger Bürgermeister die Geschicke der Stadt in Zukunft lenken. In: niederlausitz-aktuell.de. 15. März 2015, abgerufen am 16. März 2015.
  10. Hartmut Landes: Erstaunen über klares Wählervotum. In: Lausitzer Rundschau. 17. März 2015, abgerufen am 20. März 2015.
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. Wappengeschichte auf der Internetseite der Stadt Forst
  13. Beate Möschl: „Wir sehen uns, auch ohne Brauhaus!“ In: Lausitzer Rundschau. 2. Oktober 2015, abgerufen am 28. Juni 2016.
  14. Kraftfahrt-Bundesamt-Statistik Fz3
  15. IC/EC-Liniennetz 2014 auf bahnstatistik.de, abgerufen am 6. März 2015
  16. IC/EC-Liniennetz 2015 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) auf bahn.de
  17. Kulturzug Berlin-Breslau: Für 38 Euro hin und zurück. In: Focus. 11. Januar 2016, abgerufen am 8. Februar 2016.
  18. Schule ohne Rassismus (Memento vom 8. Juli 2011 im Internet Archive)
  19. Publikationen des Museumsvereins der Stadt Forst (Lausitz) e. V.

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