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Folgezugbetrieb


Als Folgezugbetrieb oder Zugfolgebetrieb bezeichnet man eine bestimmte Betriebsform auf eingleisigen Eisenbahn- oder Straßenbahnstrecken, die früher häufig bei Überlandstraßenbahnen zu finden war und heute noch bei vielen Zahnradbahnen, wie zum Beispiel der Bayerischen Zugspitzbahn, angewendet wird. Grund für den Folgezugbetrieb sind technisch beschränkte Zuglängen, Voraussetzung sind genügend lange Ausweichstellen.

Betriebsablauf

Beim Folgezugbetrieb teilen sich zwei oder mehrere Kurse beziehungsweise Umläufe, zum Beispiel ein Regelwagen und ein Einsatzwagen beziehungsweise Doppelwagen, eine Fahrplantrasse und folgen einander im Sichtabstand. An den Ausweichen müssen die entgegenkommenden Fahrten warten, bis alle Nachzüge gekreuzt haben. Teilweise wird der Entlastungszug dem Regelzug vorausgeschickt, hierbei spricht man von einem Vorzug. Sofern die Ausweichstellen nicht für den Folgezugbetrieb bemessen sind, können Folgezüge nur in einer Fahrtrichtung verkehren. Auf diese Weise kann ohne Anpassung der Infrastruktur eine höhere Kapazität angeboten werden, beispielsweise in den Hauptverkehrszeiten oder bei Großereignissen.

Sicherung der Zugfahrten

Der Folgezugbetrieb kennt zwei verschiedene Betriebsformen. Einerseits die Betriebsform mit speziell signalisierten Zügen, die den Personalen der entgegenkommenden Zügen die Folgezüge signalisieren, beispielsweise bei der Pilatusbahn. Und andererseits die Sicherung mittels Streckenblock, bei dem durch Achszähler sichergestellt wird, dass ein Streckenabschnitt erst freigegeben wird, wenn alle Folgezüge eingetroffen sind.

Signalisierung per Tafel

Erfolgt die Signalisierung per Tafel, so wird der Folgezugbetrieb dem Personal der entgegenkommenden Fahrten durch eine spezielle Signaltafel am ersten und den folgenden Zügen angezeigt. Lediglich das letzte Fahrzeug einer solchen – auch Zuggruppe genannten – Kolonne ist nicht gekennzeichnet.

Bei der Straßenbahn Wien war es früher üblich, die Vorzüge ohne Liniennummer fahren zu lassen – das heißt mit einer weißen Signalscheibe statt der normalerweise üblichen weißen Liniennummer auf schwarzem Grund.[1] Im Gegensatz dazu verwendeten etwa die Pöstlingbergbahn in Linz und die Thüringerwaldbahn kreisrunde rote Scheiben mit weißem Rand als Zeichen für den Folgezugbetrieb. In der Schweiz werden Folgezüge mit einer runden grünen Signalscheibe mit einem weißen Diagonalbalken oder mit einem grünen Licht signalisiert, vereinzelt werden heute längliche Signalscheiben mit weißen und grünen Diagonalbalken verwendet. Dabei signalisiert die Schynige Platte-Bahn am Zugschluss, die Pilatusbahn an der Zugspitze. Die Bayerische Zugspitzbahn wiederum verwendet weiße, kreisrunde Signalscheiben mit schwarzen Großbuchstaben. Hierbei führt der erste Zug den Buchstaben C, der zweite Zug den Buchstaben B und der letzte den Buchstaben A. Erst wenn Zug A gekreuzt hat, dürfen in der Gegenrichtung fahrende Züge die Ausweiche verlassen.

In der deutschen Signalordnung für Straßenbahnen (SOStrab), einer Anlage der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BOStrab), existiert für den Folgezugbetrieb eine rechteckige Signaltafel mit den im Laufe der Jahre wechselnden Bezeichnungen St 30, Zg 2 oder Zg 5. Es wird Nachzugsignal oder Nachzugzeichen genannt. Hierbei handelt es sich um ein grünes Dreieck auf gelbem Grund. In der Ausgabe von 1958 heißt es hierzu:[2]

„Das Signal zeigt dem Fahrer eines Gegenzuges an, daß dem dieses Signal führenden Zug ein weiterer folgt. Das Signal ist an der Stirnseite eines Zuges so anzubringen, daß es vom Fahrer des Gegenzuges vor dem Begegnen eindeutig erkennbar ist.“

Signalordnung für Straßenbahnen von 1958, Seite 19

Blocksicherung

Mit der Möglichkeit, auf Zahnstangenstrecken höhere Geschwindigkeiten zu fahren (das Maximum liegt heute bei 40 km/h), wurde es notwendig, bei Zahnradbahnen zur Sicherung der Einspurstrecken mittels Streckenblock überzugehen. Gleichzeitig musste der Folgezugbetrieb aufrechterhalten bleiben, weil Zahnradzüge, soweit sie nicht von Grund auf dafür konzipiert sind, nicht gekuppelt werden dürfen. Die Sicherungsanlagen solcher Bahnen, zum Beispiel der Wengernalpbahn, sind so konzipiert, dass in einer Richtung mehrere Züge freie Fahrt erhalten können. Bei der Ausfahrt aus der Station erfasst ein Achszähler die Gesamtzahl der Achsen aller Folgezüge. Dabei wird dem Folgezug am Ausfahrsignal ein spezielles Signalbild für eine Folgefahrt gezeigt. An der nächsten Station zählt wiederum ein Achszähler die eintreffenden Achsen. Erst wenn die Gesamtzahl der Achsen eingetroffen ist, wird die Strecke für Züge der Gegenrichtung freigegeben. Dadurch entfällt die Signalisierung von Folgezügen an den Zügen selbst.[3]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Schiene, 33. Jahrgang, Nummer 12, Dezember 2007, Seite 15
  2. Signalordnung für Straßenbahnen von 1958, Seite 19
  3. Hans Schlunegger: Neue Stellwerkanlagen auf der Strecke Grindelwald - Kleine Scheidegg der Wengernalpbahn (WAB). In: Schweizer Eisenbahn-Revue 2/2004, Luzern, Minirex, ISSN 1022-7113

Kategorien: Straßenbahn | Zugsicherung

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