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Flugplatz Schleißheim


Flugplatz Schleißheim

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Kenndaten
ICAO-Code EDNX
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NS=48/14/22/N EW=11/33/41/E region=DE-BY |elevation=486 |dim=10000 |name=}}
486 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km südlich von Oberschleißheim
Basisdaten
Eröffnung 1912
Betreiber Flugplatz Schleissheim e. V.
Start- und Landebahn
08/26 808 m × 15 m Asphalt

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Der Sonderlandeplatz Schleißheim ist ein Flugplatz im bayerischen Oberschleißheim bei München (etwa 13 km nördlich vom Zentrum), in der Effnerstraße 18. Er ist der älteste noch in Betrieb befindliche Flugplatz Deutschlands, der planmäßig als Militärflugplatz angelegt wurde.

Geschichte

Der Flugplatz wurde 1912 für die königlich-bayerische Fliegertruppe gegründet. Eine Unterabteilung befand sind auf dem Flugplatz Gersthofen/Gablingen. Wegen der Nähe zum Schloss Schleißheim wurden alle Flugplatzbauten im „Reduzierten Heimatstil“ ausgeführt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Flugplatz bis 1933 zivil genutzt, zunächst als technische Basis für den beginnenden zivilen Luftverkehr, ab 1927 überwiegend für die Pilotenausbildung.

Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde er im Zuge der nationalsozialistischen Aufrüstungsbestrebungen (siehe Aufrüstung der Wehrmacht) zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe ausgebaut. Die Baumaßnahmen wurden von den Architekten der sogenannten Postbauschule geplant und betreut. Dieser für die NS-Zeit unübliche Architekturstil wird auch als „Bayerische Moderne“ bezeichnet. Das 1933/34 von Robert Vorhoelzer entworfene und im Dezember 2007 abgebrochene Flugleitungsgebäude stellte die Urform dieser Architekturrichtung im Luftwaffenbau dar.

Ab 1938 entstand im südlichen Flugplatzteil die Fliegertechnische Schule Schleißheim. Der Unterkunftsbereich der Schule wurde von 1945 bis etwa 1953 als DP-Lager Schleissheim (Feldmoching) genutzt. (DP = Displaced Person).[1]

Unter der Tarnbezeichnung Minotaurus wurde 1943 eine verbunkerte Leitstelle für die Tag- und Nachtjagd im süddeutschen Raum errichtet. Der Bunker wurde 1971 gesprengt.

Im südöstlichen Flugplatzbereich befand sich von 1939 bis 1946 ein Kriegsgefangenenlager. Hier waren unter Luftwaffenaufsicht zunächst französische und später sowjetische Kriegsgefangene untergebracht. Nach Kriegsende wurde das Kriegsgefangenenlager von der US-Army weiter genutzt, die hier ehemalige SS-Angehörige internierte. Im nahen Gut Hochmutting befand sich ein Außenlager des KZ Dachau mit elf KZ-Häftlingen eines Bombenräumkommandos.

Von 1945 bis 1947 wurde Airfield R.75, so die alliierte Code-Bezeichnung, von der Occupation Air Force (OAF) der U.S. Army of Occupation, bzw. der United States Air Forces in Europe (USAFE) und von 1947 bis 1973 von der US Army militärisch genutzt, ebenso von der Bundeswehr durch die Heeresflieger von 1958 bis 1981. Danach endete die militärische Nutzung des Flugplatzes.

1964 verlegte die 1962 in Rosenheim aufgestellte Bundesgrenzschutz-Fliegerstaffel Süd nach Schleißheim. 1981 übernahm die Staffel die von der Bundeswehr aufgegebenen Flugzeughallen.

Kurzzeitig war hier der zweite Münchner Intensivtransporthubschrauber stationiert, der vom ADAC und dem BRK gemeinsam betrieben wurde.

Im von der Bundespolizei benutzten Bereich entstand nach Abbruch der Flugzeughalle 4 ein rund 350 Meter langer Neubau. Zusätzlich wurde ein Instrumentenlandesystem für die exklusive Nutzung durch die Polizeihubschrauber installiert. Hierfür wurde der Flugplatz als Luftraum F ausgewiesen. [2]

Von der Gründung 1912 bis zum Abzug der US-Streitkräfte 1973 waren die Bezeichnungen 'Flugplatz/Fliegerhorst Schleissheim' oder 'Schleissheim Airfield' üblich. Die Bundeswehr führte den Namen 'Flugplatz Oberschleißheim' ein, der offiziell bis heute gilt. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist jedoch wieder Flugplatz Schleißheim üblich.

Gegenwart

Der Flugplatz wird heute von sechs Luftsportvereinen und der Bundespolizei-Fliegerstaffel Süd genutzt. Der eigentliche Betreiber des Sonderlandeplatzes ist der Flugplatz Schleißheim e. V., der 2001 als Dachverband der sechs Fliegervereine gebildet wurde.

Im historischen Kontext sind der Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft e. V. („Der Werftverein“) mit Schwerpunkt Restauration von Flugmotoren und die Bayerischen-Flugzeug-Historiker e. V. mit Schwerpunkt Luftfahrtgeschichte tätig.

Von Zeit zu Zeit machen der Zeppelin NT sowie die Junkers Ju 52 auf dem Flugplatz Station, der als Ausgangsbasis für Rundflüge über München dient.

Unter Denkmalschutz stehen nur die Flugwerft Schleißheim und die beiden Junkershallen.

Zukunft

Südlich an den Neubau der Bundespolizei anschließend sollte nach Abbruch der Flugzeughallen 1 bis 3 basierend auf einer luftrechtlichen Genehmigung ein weiterer Neubau für die Fliegerstaffel der Bayerischen Polizei entstehen. Nach einer erfolgreichen Klage der Gemeinde Oberschleißheim wurde dieses Vorhaben gestoppt. Es muss nun ein Planfeststellverfahren durchgeführt werden. [3]

Flugtage

In den Jahren 1985 und 1987 fanden öffentliche Flugtage auf dem Gelände statt. Beim Flugtag 1985 trat die britische Kunstflugstaffel der Royal Air Force Red Arrows auf; der letzte Flugtag im September 1987 fand unter der Schirmherrschaft des damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß statt.

Der Flugplatz Schleißheim liegt am Rand der Kontrollzone[4][5] des Flughafens München. Bedingt durch die geänderte Luftraumstruktur im Zusammenhang mit dem 1992 eröffneten Großflughafens im Erdinger Moos, der Einstufung des Geländes als Landschaftsschutz- bzw. später als FFH-Gebiet und einer geänderten Verkehrserschließung waren organisatorisch keine weiteren Großflugtage mit Kunstflugprogramm, insbesondere Kunstflugstaffeln, mehr möglich. Der katastrophale Flugunfall 1988 bei einer Airshow in Ramstein hatte keinen Einfluss.

Im Mai 2003 zog es tausende Schaulustige und Flugbegeisterte auf das Gelände, als die Flugwerft ein Flugplatzfest mit Flugvorführungen von Einzelmaschinen verschiedener Epochen der Fliegerei veranstaltete.

Der letzte große „Fly in“ mit historischen Flugzeugen fand 2012 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Flugplatzes statt. Seit 2012 veranstaltet der Werftverein des Deutschen Museums jährlich einen Flugtag im Juli, der auch in den Mitteilungen des Deutschen Museums aufgeführt wird.

Museum

Am 18. September 1992 wurde auf dem Gelände des Flugplatzes eine Außenstelle des Deutschen Museums eröffnet. Diese Außenstelle wird als Flugwerft Schleißheim bezeichnet und befindet sich teilweise in den restaurierten Gebäuden aus der Zeit der königlich-bayerischen Fliegertruppe.

Südlich der neuen Museumshalle plante das Deutsche Museum 2009 ein neues Zentraldepot zu errichten.[6] Dieser Plan wurde inzwischen aufgegeben und das Zentraldepot wird im Gewerbegebiet Aufhausen bei Erding errichtet. [7]

Mahnmal und Jugendbegegnungsstätte

Am Flughafengelände befand sich bis 2008 das auf Initiative des Bundes der Vertriebenen errichtete und am 19. Juli 1984 in Anwesenheit von Franz Josef Strauß eingeweihte Mahnmal „Flucht und Vertreibung“. Die Gedenkstätte bestand aus dem letzten erhaltenen Pionierlandungsboot Typ 41, das 1945 zwischen Pillau und Hela Tausende Flüchtlinge über die Ostsee brachte, einer Gedenkmauer mit Tafeln und Glasziegel mit Erde aus zwanzig Herkunftsorten der Heimatvertriebenen sowie einem Glockenturm mit zwei Glocken von 1622 und 1652 aus der Kirche in Kiwitten im Ermland. Auf einer Bronzetafel stand: „Den Opfern der Vertreibung.“ Auf elf Erinnerungstafeln wurde unter anderem der Rolle der Wehrmacht bei der Evakuierung der Zivilbevölkerung gedacht, so stand z. B. auf der sechsten Tafel: „Soldaten der 24. Panzer-Division – vormals 1. Ostpreußische Kavalleriedivision – kämpften bis zum Untergang für ihre Heimat und für die Rettung von Flüchtlingen aus Ostpreußen.“[8][9]

Das Denkmal wurde 2008 wegen seines Zustandes entweiht und das Gelände an den Landkreis München verkauft. Nach weitgehendem Abbruch des Baubestandes wurde auf dem Gelände eine vom Kreisjugendring München-Land betriebene Jugendbegegnungsstätte für den deutsch-polnischen Jugendaustausch eingerichtet. Das ehemalige „Mahnmal Flucht und Vertreibung“ wurde von einer deutsch-polnischen Kommission neu geordnet.[10]

Literatur

  • Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft Oberschleißheim e. V. (Hrsg.): Museum Flugwerft Schleißheim. Festschrift zur Eröffnung am 12./13. September 1992, 50 S.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.stadtbezirk24.de/?Geschichte:DP_Lager_Schlei%26szlig%3Bheim_(Feldmoching)
  2. http://www.stbam1.bayern.de/hochbau/projekte/BPol-Hubschrauberstaffel.php
  3. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/oberschleissheim-erfolg-fuer-oberschleissheim-1.2469541
  4. DFS/AIP: Anflugkarte und Flugplatzinformation Oberschleißheim EDNX
  5. http://www.flugplatz-schleissheim.de/piloteninfo-pilots-info/deutsch/
  6. sueddeutsche.de: Schätze ans Tageslicht: 80.000 Exponate aus den Depots des Deutschen Museums sollen künftig in Oberschleißheim ausgestellt werden.
  7. merkur.de: Deutsches Museum baut Depot in Erding
  8. Website des Bundes der Vertriebenen: Mahn- und Gedenkstätten – Bayern (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive) (PDF; 5,3 MB. Seite 16)
  9. Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern
  10. http://www.kjr-muenchen-land.de/ferien-amp-bildung/jugendbegegnungsstaette-am-tower.html

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz Schleißheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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