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Flockenblumen


Flockenblumen

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Flockenblumen
Wissenschaftlicher Name
Centaurea
L.

Die Flockenblumen (Centaurea) bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 260 Arten sind hauptsächlich in Europa, dem Mittelmeerraum und in Vorderasien verbreitet, einige Arten sind in vielen Gebieten der Welt Neophyten.

Beschreibung

Centaurea-Arten sind ein-, zweijährige oder meist ausdauernde krautige Pflanzen,[1] die je nach Art Wuchshöhen von 20 bis 300 Zentimeter erreichen. Die wechselständigen Laubblätter sind manchmal ungeteilt, häufig jedoch fiederteilig.

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln oder in Blütenständen zusammen. Das Involucrum ist kugel-, ei-, glocken- oder schüsselförmig.[1] Die dachziegelartig sich überlappenden Hüllblätter besitzen oft einen häutigen Rand und artspezifische abgesetzte gefranste oder dornige Anhängsel.[1] Die Spreublätter sind borstig zerschlitzt.

Bei den Carduoideae sind, im Gegensatz zu den anderen Unterfamilien, nur Röhrenblüten vorhanden; bei dieser Gattung je Blütenkorb wenige bis viele. Bei vielen Arten sind die randlichen Röhrenblüten leicht zygomorph sowie vergrößert und steril. Die inneren Röhrenblüten sind zwittrig. Die Kronblätter sind weiß bis gelb oder rosa- bis purpurfarben. Die zwei Griffeläste sind kurz.[1]

Die spärlich fein behaarten, verkahlenden oder kahlen Achänen besitzen einen gezähnten oder glatten oberen Rand. Die Achänen besitzen einen haltbaren oder früh abfallenden Pappus, selten fehlt dieser auch völlig. Der Pappus besteht aus zwei Typen von Elementen; die äußeren Elemente sind borstenförmig und meist in selten nur einer, meist mehreren Reihen angeordnet; die inneren Elemente sind kurz und meist schuppenförmig.[1]

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Centaurea wurde 1753 durch Carl von Linné[2] aufgestellt, Typusart ist Centaurea centaurium L. Der botanische Gattungsname Centaurea (von griechisch kentaúreion) geht auf den mythischen Zentauren (griech. kentaur) Chiron zurück, der mit der Kornblume (Centaurea cyanus) oder dem Zentaurenkraut (Centaurea centaurium) eine Wunde am Fuße des Helden Achilles geheilt haben soll.

Centaurea gehört zur Subtribus Centaureinae Dumort. (mit etwa 30 Gattungen) aus der Tribus Cardueae in der Unterfamilie Carduoideae innerhalb der Familie der Asteraceae. Ihr Umfang war bereits deutlich größer, die Gattungen Cheirolophus Cass. (Syn.: Palaeocyanus Dostál), Cyanus Mill. (25 bis 30 Arten), Phalacrachena Iljin (2 Arten), Psephellus Cass. (75 bis 80 Arten) und Rhaponticoides Vaill. (30 Arten) wurden von Centaurea abgetrennt.

In Mitteleuropa am häufigsten in der Natur zu finden ist die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea). Regional unterschiedlich sind auch Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra), Phrygische Flockenblume (Centaurea phrygia) und weitere Arten verbreitet.

Zur Gattung gehören noch etwa 260 Arten (Auswahl):[3]

Nicht mehr zu Centaurea werden gerechnet (Auswahl):

  • Centaurea cyanus L. => Kornblume (Cyanus segetum Hill)
  • Centaurea elbrusensis Boiss. & Buhse => Cyanus elbrusensis (Boiss. & Buhse) Wagenitz & Greuter
  • Centaurea mollis Waldst. & Kit => Cyanus mollis (Waldst. & Kit.) J. Presl & C. Presl
  • Centaurea montana L. => Berg-Flockenblume (Cyanus montanus (L.) Hill)
  • Centaurea pindicola (Griseb.) Griseb. ex Boiss. => Cyanus pindicola (Griseb.) Soják
  • Centaurea triumfettii All. => Cyanus triumfettii (All.) Á. Löve & D. Löve

Quellen

  • David J. Keil, Jörg Ochsmann: Centaurea. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, S. 177 (online [abgerufen am 28. Juli 2016]). (Abschnitt Beschreibung)
  • Zhu Shi, Ludwig Martins: Centaurea. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 20–21: Asteraceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2011, ISBN 978-1-935641-07-0, S. 191 (online [abgerufen am 28. Juli 2016]). (Abschnitt Beschreibung)
  • Josef Dostál: Centaurea L. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 4: Plantaginaceae to Compositae (and Rubiaceae). Cambridge University Press, Cambridge 1976, ISBN 0-521-08717-1, S. 254–301 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Núria Garcia-Jacas, Alfonso Susanna, Teresa Garnatje, Roser Vilatersana: Generic delimitation and phylogeny of the subtribe Centaureinae (Asteraceae): a combined nuclear and chloroplast DNA analysis. In: Annals of Botany. Band 87, Nr. 4, 2001, S. 503–515, doi:10.1006/anbo.2000.1364 .
  • Hülya Özler, Zafer Kaya, Sevil Pehlivan: Pollen morphology of some Centaurea L., Psephellus Cass. and Cyanus Miller taxa. In: Acta Biologica Cracoviensia, Series Botanica. Band 51, Nr. 1, 2009, S. 53–66 (PDF-Datei ).
  • Özhan Aydin, Kamil Çoşkunçelebi, Mutlu Gültepe, Murat Erdem Güzel: A contribution to taxonomy of Centaurea including Psephellus (Asteraceae) based on anatomical and molecular data. In: Turkish Journal of Botany. Band 37, Nr. 3, 2013, S. 419-427. PDF-Datei.
  • Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 2: Dicotyledones (Compositae). Organization for the Phyto-Taxonomic Investigation of the Mediterranean Area (OPTIMA), Genève 2008, ISBN 978-2-8279-0011-4, S. 81–152.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Zhu Shi, Ludwig Martins: Centaurea. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 20–21: Asteraceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2011, ISBN 978-1-935641-07-0, S. 191 (online [abgerufen am 28. Juli 2016]).
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 909 (Digitalisat ).
  3. Taxon in Suchmaske eingeben bei The Global Compositae Checklist.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Centaurea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 9. Mai 2014.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 5,7 Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae (pro parte majore).: Centaurea. In: Werner Greuter (Hrsg.): Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006 bis 2011.

Weblinks

 Commons: Flockenblumen (Centaurea)  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Jörg Ochsmann: www.centaurea.net , zuletzt aktualisiert 2007 (Wissenschaftlich orientierte Seite über Flockenblumen).

Kategorien: Flockenblumen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Flockenblumen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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